Nostalgie

Lang ist es her, dass ich…

Aber von vorne. Mein Mann und ich spielen immer wieder Single-Player-Spiele zusammen. Mal sitzt er am Rechner und ich daneben, mal umgekehrt. Wir machen das gemeinsam, beraten Entscheidungen und erlauben uns so, auch Geschichten gemeinsam zu erleben, die wir vielleicht wegen der Spielmechanik allein nicht hätten spielen mögen, aber die Geschichte zu schätzen wissen.

In diesem Zuge haben wir schon mehrere Final Fantasy Teile gespielt, zuletzt dann Thronebreaker aus dem Witcher-Universum… und nun haben wir ein uraltes Spiel angespielt. Ein wirklich URALTES. Es ist ein mehr als 20 Jahre altes Rundenstrategie-Spiel, das ein Ableger einer erfolgreichen Reihe war… aus dem Jahr 1999: Sid Meyer’s Alpha Centauri.

Wow, mögt Ihr jetzt sagen, einfach nur „Wow!“. Uralt, vielleicht nicht unbedingt so gut, wie man es hätte haben wollen, teils zu sehr wie Civilization 2, um der Brenner zu werden. Aber hey, das modulare Einheitensystem, das Politik-System, das SciFi-Thema, das hatte mich recht schnell. Dennoch habe ich – nach endlosen Runden Civ2 – irgendwie eine gewisse Sättigung erreicht gehabt, so dass ich Alpha Centauri nicht so mit mächtiger Sucht gespielt habe wie Civ2. Diese Sättigung ist aber um.

Und so war’s recht schnell um mich geschehen. Ich habe gestern (gefühlt noch am Nachmittag) mit Schrecken realisiert: „Boah, es ist ja schon halb acht, wir müssen uns mal um’s Essen kümmern!“ Oder eher: Mein Mann sagte das. Ich war noch voll dabei, mich darüber zu freuen, endlich mit der Erweiterung „Wohnkomplex“ für meine Basen größere Bevölkerungszahlen als Stufe 7 zu erreichen! Damit werden unsere Basen jetzt schneller Geheimprojekte abschließen, mehr Forschung erzeugen und den Grundstein für unsere technologische Überlegenheit legen. Zudem wird’s mit zunehmenden Techniken langsam wirklich interessant, Einheiten im Baukastensystem zu designen.

Wie habe ich das klassische Rundenstrategie-Civ der 90er vermisst, in isometrischen Rautenkarten statt Hex-Feldern! Alpha Centauri ist zwar farblich düsterer, aber implementiert mit dem Einheitensystem doch so manches, was ich mir in Civ2 immer gewünscht hatte! Außerdem bin ich begeistert davon, die Gaianer zu spielen, wie ich es damals auch getan habe. Das Streben nach dem Einklang mit der Centauri-Ökologie spricht mich einfach an. Und so belästigen wir unsere Gegner auch mit den Centauri-Einheimischen, die an unserer Seite kämpfen, neben den zunehmend teuren, aber mächtigen technologischen Einheiten, die unsere Gaianer zu ihrer Selbstverteidigung erstellen, während wir die anderen in vernichtenden Vendetten bekriegen und unseren eigenen Bereich konsequent aufbauen.

Ein Glück komme ich nur selten wieder auf solche alten Süchte zurück – das frisst Zeit ohne Ende, aber ich will es eigentlich gar nicht anders – für den Moment.

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