Ich sattele mein Tretboot…

… und reite durch die Zweiphasenströmung nach Hause.

Heute Nachmittag setzte Regen ein, als wir von unserem Außendienst zurück ins Büro zurückkehrten. Ich war – natürlich – mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, also stand mein Fahrrad wohlangeschlossen im Hof des Regierungspräsidiums. Tja, dieses „natürlich“ ist ein Ding! Noch vor etwas mehr als zwei Monaten war ich nie mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren. Aber nun ist es irgendwie schon wieder selbstverständlich geworden. zurück zum Wetter: Ich checkte also Wetter-Webseiten und stellte fest: Zwischen 17:35 und 18:40 sollte ein Regenfenster sein, also es sollte da halbwegs trocken sein.

Das war allerdings nix. Es regnete weiter, wenn auch weniger stark. Ich ging also in den Hof, schaltete meine Lichter ein, steckte sie ans Rad, schloss es auf, schwang mich drauf und machte mich auf den Weg. Und es regnete! Erstmals drehte ich das Visier meines Radhelms nach unten und hatte so einen Tropfenschutz für die Brille. Freilich regnete es auch auf das Visier – aber das war nicht so schwer, wie es von der Brille zu wischen. Gute Sache!

An der Alb war’s noch nicht so weit, dass die Radwege überflutet waren. Es fehlte aber nicht viel, dass das Flüsschen auf die Radwege unter der Südtangente hinaufhüpfen wollte. Die Flut-Schranken waren aber noch offen. So rollte ich meinen Weg Richtung Südwesten, nass blieb’s, Tropfen waren weiter in der Luft – also eine Zweiphasenströmung aus Tröpfchen im Gas.

Mein Mountec fühlte sich wirklich wie ein Tretboot – und es war hinreichend nass, dass der zum Rucksack hochgespritzte Dreck fast schon wieder runtergewaschen wurde. Nun bin ich glücklich zuhause und springe gleich mal unter die Dusche – eigentlich wollte ich mich auf dem Laufband aufwärmen, aber durch das spätere Heimfahren fehlt mir dafür nun vor dem Trek Monday die Zeit.

Ein bisschen stolz bin ich schon darauf, bei diesem Wetter nicht gekniffen und das Rad mit der Bahn transportiert zu haben.

5 Kommentare zu „Ich sattele mein Tretboot…

        1. Naja. Es kostet schon Überwindung, durch den strömenden Regen zu fahren. Andererseits hat man dabei seine Ruhe, und das Rad in der Bahn dabei zu haben, fühlt sich irgendwie nervig an. Da ist man auch ständig am aufpassen. Selbst radeln und dabei nass werden ist immer noch selbstbestimmt. Vom laufen her bin ich den Regen ja schon gewohnt, ich scheue mich nicht vor dem Wasser. Einzig die Nässe im Rucksack ist doof, aber das merkt man ja während der Fahrt nicht.

          Im Endeffekt ist’s einerseits so, dass ich stolz bin auf die Radlerei durch den Regen, dass sie aber – vom Gefühl danach – weitaus weniger „eine große Sache“ ist, als das vielleicht rüberkommt. Ich werde vermutlich auch weiterhin im Regen einfach radeln. Allerdings kommt ein wasserdichter Rucksack (oder ein „Set“ mehrerer wasserdichter Beutel für in den Rucksack) nun auf meine Anschaffungsliste.

        2. Damit hast Du es auf den Punkt gebracht. Stolz auf die eigene Leistung und die Erkenntnis, einige Anschaffungen zu tätigen, in denen Dinge verstaut werden können und trocken bleiben.

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