Advent, Advent, Talianna rennt

Am dritten Advent beginnt stets die Winterlaufserie in Rheinzabern. Für mich ist das der Beginn der neuen Saison – den Herbstlauf in Ötigheim habe ich für mich selbst als „Vorsaison“ im Gegensatz zur Hauptsaison gelabelt. Die Winterlaufserie ist ein Riesending, viele sehr schnelle Läuferinnen und Läufer sind dort, auch aus weiterem Umkreis. Für mich ist das eine Veranstaltung, bei der ich nur auf das Altersklassenpodium schielen kann – maximal. Da der Start um 10:20 stattfindet und die direkte S-Bahn vom Albtalbahnhof nach Germersheim am Sonntag nicht fährt, sondern nur die mit Umweg durch ganz Karlsruhe, fuhren wir mit dem Auto hin. Schon an der Auffahrt zur B36 bot sich das erste schöne Motiv des Tages:

Der Morgenhimmel in Flammen über dem Schwarzwald bei Mörsch.

Angesagt waren Sturm und Regen, sollte es etwa doch besser werden? Nein; wurde es nicht! Bereits in Karlsruhe zeichnete sich ab, dass das Wetter über den Vormittag hinweg schlechter werden würde – und in der Pfalz war’s gleich ein Stück grauer als im sonnig rot-gelben Baden. Aber in Rheinzabern auf dem Schulgelände IGS Rheinzabern hat’s ja eine Sporthalle, in der die nicht-laufenden Teile der Veranstaltung stattfinden: Startnummernausgabe, Umkleide, Gepäckverstauen, Toiletten, Verpflegung und danach auch die Siegerehrung und Startnummerntombola. Ins badische Rot-Gelb der Sport Löwen Baden gekleidet fanden Katja und ich einander recht schnell, mit Holger von den Highway Tales an den Rucksäcken konnten wir nach Herzenslust durch die Halle schwirren: Zur Toilette, zum Stand von Eichi’s Laufladen, wo ich meinen Gutschein vom letzten Jahr in Laufsocken umsetzte, Leute treffen…

Startaufstellung.

Wie gehabt ging die Hallenuhr um zehn Minuten nach, so dass der Leichtathletik-Chef des TV Rheinzabern, Daniel Hochmuth, vehement auf den Start um 10:20 hinwies – aufgrund von Fahrplanänderungen und einer Gleisquerung auf der Strecke 15 Minuten später als letztes Jahr.

Kurz nach dem Start überlief mich erst einmal ein Schauer. Das Wetter? Nein – meine Uhr! Zwölf-Komma-Irgendwas stand darauf – war ich so langsam? Dann kam mir langsam, dass meine Uhr aus unerfindlichen Gründen von Pace, also Minuten pro Kilometer, auf Geschwindigkeit, also Kilometer pro Stunde umgestellt war! Ich war also langsam, aber nicht SO langsam. Das gab sich aber bald. Bis Kilometer vier standen zuverlässig 16 km/h oder mehr auf dem Display, danach sank das Tempo ein wenig ab. Das eine oder andere rote Trikot der LG Region Karlsruhe hinter mir zu lassen, das war schon eine Befriedigung – die Läuferinnen und Läufer der LG Region sind stark! Allerdings waren’s auch Nachwuchsleute und eine Läuferin, die gerade erst aus der Schwangerschaftspause zurückgekommen war, so dass diese Mädels wahrscheinlich nur noch nicht (wieder) schneller sind als ich.

Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel läuft man bereits an der Unterführung vorbei, von der es nur noch unter einhundert Meter bis zum Ziel sind. Gerade, als ich dort vorbeilief, rollte das Führungsrad hinunter in die Unterführung – zwei Kilometer hinter dem Sieger Jan-Lukas Becker von der LG Region Karlsruhe lag ich da also! Am Ortseingang von Jockgrim, etwa auf der Hälfte der Strecke bis zum Wendepunkt gut einen Kilometer vor dem Ziel, kam mir dann ein Trio der LG Region Karlsruhe entgegen: Melina Wolf, Johanna Flacke und Sarah Hettich, denen ich ein „Woohoo!“ entgegenbrüllte. Sarah und Johanna hatten mich beim Zwanziger in Rheinzabern im Februar für mehr als zehn Kilometer mit Motivation versorgt, weil ich diesen superschnellen beiden damals folgen konnte. Heute machten die drei – in der oben genannten Reihenfolge – das Damenpodium unter sich aus.

Etwas unscharf grinsend beim Zieleinlauf!

Mit heller Begeisterung hatte ich schon knapp nach der Hälfte begriffen, dass ein solide unter vierzig Minuten liegendes Ergebnis heute drin war – und auf der Uhr stand die 39 noch gar nicht lange, als das Ziel in Sicht kam! Bei 39:44 stoppte ich meine in Einheiten untreue vívosport im Ziel, die offizielle Zeitmessung nach ausgehängter Liste attestierte mir 39:41. Das ist doch wesentlich deutlicher unter den vierzig Minuten als die hauchdünnen 39:58 vom Hardtwaldlauf! Auch Katja konnte ihr Personal Best über zehn Kilometer verbessern – und das auch noch mit deutlich geringerem Puls als beim vorigen Mal. Markus, der dritte Sportlöwe im Bunde, kam nah an sein bisheriges Personal Best auf zehn Kilometer heran – und das bei recht viel Gegenwind, zum Glück aber eher wenig Regen.

Man sieht die Blüten des Weihnachtssterns fast nicht vor dem roten Feld des Sport-Löwen-Trikots.

Bei der Startnummerntombola in der Halle wurden dann sowohl Katja als auch ich gezogen, sogar fast direkt hintereinander, so dass wir beide jeweils einen Weihnachtsstern mit nach Hause tragen durften. Mit den auffälligen rot-gelben Trikots und dem ungewöhnlichen Vereinsnamen „Sport Löwen Baden“ fielen wir auch der Moderation deutlich auf. Für mich ging’s danach dann nochmal nach vorne, zur Siegerehrung der W40. Hinter Simone Raatz erreichte ich den zweiten Platz der Frauen zwischen 40 und 44 und musste mir meine Urkunde mal wieder nicht selbst ausdrucken.

Das W40-Treppchen.

Neben dem in der Tombola gewonnenen Weihnachtsstern und der Urkunde gab’s noch ein Körbchen mit Obst und Gemüse – nicht schlecht, um gesund über die kalten Tage zu kommen. Rundum zufrieden mit neuem Personal Best und einem soliden letzten Sub-40-Sub-40 fuhren wir dann wieder nach Hause.

Beute!

10 Kommentare zu „Advent, Advent, Talianna rennt

    1. … och, mehr wollen geht immer! Ob’s realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin allerdings sehr zufrieden.

      Mich stört nicht einmal, dass eine Konkurrentin, die recht konstant etwa 30 Sekunden schneller war als ich auf die zehn Kilometer ihren Abstand nun vergrößert hat. Sie ist mit unter 39 Minuten heute auch ein neues Personal Best gelaufen – und damit mehr als 50 Sekunden vor mir. Ich habe mich aber nicht geärgert, sondern mich einfach nur für sie gefreut.

        1. Stimmt. Beim Laufen musst Du allerdings irgendwann entweder auf längere Strecken ausweichen oder andere Wege finden. Irgendwann kann man das natürliche, altersbedingte langsamer Werden nicht mehr mit Training kompensieren. An dem Punkt bin ich aber noch lange nicht.

    1. Vielen lieben Dank! Letztes Jahr bin ich mit 45:09 beim Zehner in die Serie gestartet – und mit jedem Lauf schneller geworden. Das wird dieses Mal nicht passieren, weil der Zehner schon so absurd gut geklappt hat. 🙂

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