Countdown [5]: Die Tempoauswahl

Einfach laufen, haben sie gesagt.

Lauf einfach dein Tempo, haben sie gesagt.

So weit, so gut. Aber ein Marathon geht über 42,195 Kilometer und das sind verdammt viele Kilometer, um sich über die eigene Ausdauer zu verkalkulieren. Beim Zehner, inzwischen auch beim Halbmarathon fühle ich mich ziemlich sicher. Ich laufe einfach mal mein Tempo los, lasse mich noch ein bisschen vom Sog des Starts mitreißen und gucke, dass ich das Tempo bis ins Ziel halte. So einfach ist das, tatsächlich, mit Erfahrung auf der Strecke und ein bisschen Körpergefühl, das man im Training entwickelt. Der eine Marathon, den ich schon gelaufen bin, reicht aber nicht als Erfahrungsschatz aus, um sich einfach so treiben zu lassen – zumal es a) der erste war und b) ich dabei mörderische Kopfschmerzen hatte, so dass vieles anders lief als es hätte laufen können. Da ging es mir auch viel dreckiger als vergangenen Donnerstag.

Einen Gutteil meines Umfeldes habe ich nun kirre gemacht mit der Frage: „Welches Tempo laufe ich an?“ Die Marathon-Cracks sagten mir, wenn man zu langsam losläuft, ist es verdammt schwer, in der zweiten Hälfte nochmal anzuziehen. Der große Einbruch bei über 30 Kilometern hat aber auch schon sehr viele erwischt. So habe ich mir all das angehört, an vielen Stellen gefragt, die Erfahrungsberichte mit auf meine langen Läufe genommen und versucht, zu erfühlen, was davon für mich gilt. Ob das alles so klappt, beim Marathon selbst, kann ich natürlich noch nicht sagen. Aber ich habe zumindest ein Gefühl, was gehen kann und was nicht. Klar, über die lange Strecke kann sich einiges ändern, aber auch dafür habe ich mich gedanklich gewappnet.

Also werde ich das Rennen mit einem Tempo von 4:45 pro Kilometer angehen. Wenn ich das bis zum Ende durchhalte, werden 3:20:30 auf der Uhr stehen, wenn ich unter dem Zielbogen durchlaufe. Da man erfahrungsgemäß immer ein bisschen schneller läuft als die angesagte Geschwindigkeit, wird’s auf 3:20 oder knapp darunter herauslaufen, wenn alles klappt. 4:45/km ist auch eine Zeit, die ich mindestens auf einem Halbmarathon gut durchlaufen kann, ohne dass es zu anstrengend wird. Somit habe ich alle Möglichkeiten, bei halber Strecke zu evaluieren, ob ich etwas beschleunige oder etwas bremse – oder einfach weiter laufe.

Der grobe Plan. Feinanpassung der Optionen kommt dann im Rennverlauf.

Die ganze intellektuelle Turnerei mit dem Tempo könnte ich mir vielleicht sparen, wenn ich mehr Erfahrung hätte. Nur aus Trainingsleistungen zu rechnen, das wäre auch nicht passend. Aber so habe ich wohl die richtige Mischung aus Plan und der Möglichkeit zur Adaption.

3 Kommentare zu „Countdown [5]: Die Tempoauswahl

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