Eile mit Weile

Heute morgen hatte ich eine halbe Stunde Zeit, im Erbolino Kaffee und heiße Schokolade zu trinken. Das bedeutet zwar, ein bisschen was von meiner angesammelten Überzeit auf der Arbeit zu verbrauchen, aber dafür ist sie ja da.

Der Anlass war aber ein nicht nur positiver. Ich habe zur Zeit ein paar Stellen im Bereich von Po und Oberschenkelrückseite, die sich wie schlecht heilende Pickel anfühlen, aber halt so langwierig sind, dass ich mal nachfragen wollte, ob man nachsehen sollte. Die Ärztin guckte sich das an, brachte es mit dem in Hochleistungsphasen reduzierten Immunsystem zusammen und überwies mich dennoch vorsorglich zum Hautarzt. Das dauerte dann ein bisschen, so dass ich nicht nur meinen üblichen Zug um 7:29 nicht bekam – Kunststück, der Arzt macht um 8:00 auf – sondern auch die Züge um 8:09 und 8:29 ziehen lassen musste. Nun sitze ich mit dem (unsinnigen) schlechten Gewissen beim gleitzeitigen Spätkommen im 9:09er und fühle mich einerseits super bei dem geruhsamen Morgen, denke aber andererseits darüber nach, dass „früh kommen“ oder „sehr lang bleiben“ noch immer per se mit guter Arbeitsleistung gleichgesetzt werden. Weder das eine noch das andere zu tun hat immer noch den Beigeschmack von Faulheit. Dabei geht’s vor allem darum, sein Zeug zu erledigen, und insbesondere lang zu bleiben oder extrem früh zu kommen korrespondiert wesentlich weniger eindeutig mit zuverlässig schnelle Erledigung der nötigen Aufgaben, als wir das in unserer Programmierung haben.

Sicher, ein freier Tag auf Überstundenabbau wäre noch schöner, aber manchmal ist’s schon super – und motivierend – einfach mal die über eine Woche aufgebaute Zeit an „morgens später kommen, trotzdem nicht länger bleiben“ zu verheizen. Das nette Gespräch mit einer der Mitarbeiterinnen bei Erbolino war auch eine wundervolle Bereicherung meines Morgens!

6 Kommentare zu „Eile mit Weile

    1. Es ist auch alles gut 🙂 Mich irritiert immer wieder, wie sehr ich mich an eingebildeten Erwartungen aufhänge. Mich – auch mal präventiv – um mich (Körper, Geist und Seele) zu kümmern, ist gut und wichtig und kein Anlass für schlechtes Gewissen.
      Danke für Deine Worte
      Talianna

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