Festungslauf in Philippsburg

Am Pfingstsonntag gab’s für mich einen Laufwettkampf – den 29. Festungslauf in Philippsburg. Angeboten waren 5,7 Kilometer, 10 Kilometer und der Halbmarathon. Ich hatte mich für den Zehner entschiede, da ich erstens nicht allein zum Lauf kam, sondern mein Mann und zwei Gäste auf mich warteten, und zweitens ich mich auf Halbmarathon in Hambrücken beim Lußhardtlauf eingeschossen hatte. Für den Hardtwaldlauf im Oktober einen präventiven Ersatz zu haben, um auch bei Krankheit im Oktober die Gesamtwertung des RegioCups Karlsruhe zu wahren, fand ich eine nette Idee.

Und so reisten wir zu viert nach Philippsburg an – mein Mann, mein bester Freund, dessen Vater und ich. Das Schulzentrum in Philippsburg war direkt mit Schildern zum Lauf ausgewiesen, man fand sich lässig hin. Um kurz vor acht erreichten wir den Ort des Geschehens, wurden zuverlässig eingewiesen und dann holte ich meine Startnummer ab. Ich traf direkt auch Nobse von den Sport Löwen Baden, hatte eine kurze Unterhaltung mit weiteren Bekannten und saß mit meinen Gästen zusammen. Um neun gab’s den Startschuss und los ging es auf die Strecke. Warm war es, und eine Menge Leute waren auf der Strecke, denn der kurze Lauf, der Zehner und der Halbmarathon starteten gleichzeitig. Schnell verließen wir die Kernkraftwerksstadt Philippsburg und rannten in den Wald. Meine Altra Escalante – das dritte Paar – lieferte mal wieder den Beweis, dass sie meine Lieblingsschuhe sind – aber auch, dass ich dazu tendiere, sie beim ersten Mal zu locker zu binden. Auf dem zweiten und auf dem vierten Kilometer verlor ich je etwa zehn Sekunden ans Schuhe binden. Das machte aber nichts, ich schloss jedes Mal wieder zu Peter Beil von der LSG Karlsruhe auf, der in der Startaufstellung auf mich zukam und sich real vorstellte – über die Altersbereinigung des Regio Cups hatten wir uns schon ein paar Mal per Mail ausgetauscht. Recht schnell zog die Strecke an mir vorbei – es war ja nur ein Zehner für mich. Nach zwei Kilometern bogen die Fünfer links ab, nach etwa acht Kilometern zweigten die Halbmarathonis nach links weg. Dann ging’s schon wieder in die Stadt hinein, über eine gesperrte Straße, den Radweg entlang und Richtung Ziel. Ich drehte noch einmal auf, da kurz vor der finalen Kurve sehr viele Leute, darunter auch mein mitgereister Rheinländer Fanclub und mein Mann, alle reinkommenden Läufer anfeuerten. Am Ende standen offizielle 40:52 auf der Uhr, ich wurde zweite Frau und erste meiner Altersklasse.

Kulinarischer Gutschein, Urkunde für die zweite Frau, Urkunde für die Siegerin der Altersklasse W40, Handtuch als Preis und die Startnummer.

Was für mich sehr beeindruckend war, hatte jedoch mit dem aktuellen Lauf selbst wenig zu tun. Ich merke allmählich, dass ich über die vielen Wettkämpfe Leute kennenlerne und Leute mich kennen. Ich weiß nicht nur, wer schnell ist, ich habe auch Themen mit den Leuten. Man unterhält sich – und dieses Mal war das ganz deutlich zu merken. Neben meinem Trainingspartner Nobse hatte ich auch mit diversen Leuten weitere kurze Gespräche – natürlich über das Laufen selbst, aber auch über Vereine, den Regio Cup und seine Eigenheiten, Physik und mehr. Das zeigt mir irgendwie, dass ich in der Laufszene angekommen bin. Es fühlt sich gut an, zumindest in der Region meistens jemanden treffen zu können, mit dem man ein paar Worte wechseln kann.

Gratuliert habe ich auch, und zwar der beeindruckenden Siegerin Sophia Kaiser und der drittplatzierten Heide Merkel, die zwar für einen Verein aus meinem Nachbarort startet, aber doch von etwas weiter her kommt. Urkunden gab’s auch – und dieses Jahr, auch wegen des stark gestiegenen Läuferaufkommens beim Festungslauf, das eine oder andere Problemchen. Die Einsortierung in den Regio Cup Karlsruhe bedingt wohl, dass mehr Leute da sind – und so gab’s mit der Umwidmung der Startnummern von nicht erschienenen vorangemeldeten Leuten auf erschienene, nicht Vorangemeldete ein paar Zuordnungsprobleme, bei manchen Leuten passte in Ziel die Reihenfolge nicht ganz und irgendwie scheint die Uhr auf zehn Sekunden vor dem Startschuss losgelaufen zu sein. Das Ganze läuft nächstes Jahr bestimmt glatter, sowohl der Lauftreff als auch die Zeitnahmefirma dürften neue Erfahrungen gesammelt haben, aus denen sie zu lernen gelobten.

Selbstbelohnung nach dem Lauf.

Den Lauftag ausklingen ließen wir dann zu viert im Eiscafé Cimino in Bietigheim (Baden), und ich gönnte mir, ganz unvernünftig, einen Eierlikör-Becher. Man könnte nun sagen, ich tat das zur Feier meines Erfolgs. Tat ich auch. Allerdings werde ich dennoch die bisherige Führung in der altersbereinigten Punkte-Serienwertung des Regio Cup Karlsruhe verlieren. Während beim Zehner, den ich ja auch lief, Sophia Kaiser mit knappen 38 Minuten dominierte und ich drei Minuten dahinter Zweite wurde, gewann meine direkte Verfolgerin in der Punkte-Wertung, Emma Simpson Dore, ihren ersten Halbmarathon überhaupt mit knapp über 90 Minuten. Somit staubt sie 500 Punkte ab, während ich nach Überschlagsrechung ca. 488 bekomme. Da ich vor Philippsburg 9 Punkte Vorsprung auf Emma hatte, wird sie nunmehr die Führung übernehmen. Wir werden sehen, was am Ende dabei rauskommt – drei Veranstaltungen von sechs und vier Läufe von acht sind rum beim Regio Cup. Wer jetzt nicht in der Liste steht, kommt nicht mehr rein. Aber die bestehende Konkurrenz ist stark. In diesem Umfeld Zweite, Dritte oder auch nur Vierte in der Gesamtwertung zu werden, ist bereits ein enormer Erfolg für eine Enddreißigerin, die erst seit gut zwei Jahren wirklich konsequent trainiert. Nun lege ich die Glaskugel weg und die Beine hoch …

Schöne Pfingsten Euch allen!

5 Kommentare zu „Festungslauf in Philippsburg

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