Altstadtlauf in Ettlingen

Es ist schon der achte Wettkampf dieses Jahr. Ja, der ACHTE, noch innerhalb des fünften Monats. Das ist schon ein bisschen krass. Jedenfalls war ich gestern beim Altstadtlauf in Ettlingen, angetreten für das Rennwerk Laufteam. Ich fuhr direkt von der Arbeit mit der S-Bahn dorthin, traf mich mit meinem per Pedelec angereisten Ehemann und strebte dann zur Startnummernausgabe. Auf dem Weg „stolperten“ wir erstmal über den Stand des Rennwerks, wo wir uns mit Petar und Damir eine Runde unterhielten. Dann holten wir meine Startnummer ab, brachten unser Gepäck am Stand unter und holten uns noch etwas zu trinken. Ich war bereits im Laufdress – ein Rennwerk-Laufshirt habe ich noch nicht, vermutlich aber mit der Betonung auf dem „noch“.

Nach einem kleinen Getränk lag ich dann rücklings mit unter dem Kopf verschränkten Armen auf dem Gras neben dem Stand, genoss die Sonne und bekam mit, wie langsam die anderen Rennwerk-Läufer und eine weitere Rennwerk-Läuferin eintrudelten. Ich lernte ein paar mehr Leute aus dem Umfeld des Rennwerks kennen und freute mich sehr darüber – wurde dann aber schon langsam hibbelig auf den Start hin. Mit Selina, ebenfalls vom Rennwerk Laufteam, orientierte ich mich in den Bereich zwischen den 40:00- und 45:00-Zugläufern, wo ich auch Michael von meinem Lauftreff der LG Hardt traf – der mir unterstellte, ich sei blind: Ich hatte ihn wegen des Gesprächs mit Selina gar nicht bemerkt. Genossen habe ich sehr, dass ich endlich mal am Start nicht zu frieren hatte – der zweite Lauf in diesem Jahr mit richtig gutem Wetter. Zumindest für mich: die anderen stöhnten, es sei zu warm. Warm war’s auch wirklich, aber für Wasser war an zwei Stationen des Rundkurses über etwa 3500 Metern gesorgt, man hatte also in weniger als zwei Kilometern Abstand immer wieder die Möglichkeit, sich einen Becher zu nehmen, einen Schluck zu trinken und sich den Rest über den Kopf zu schütten. Davon machte ich auch häufiger Gebrauch.

Der Ettlinger Altstadtlauf führt zunächst aus der Altstadt hinaus direkt an die Alb, dann ein Stück am Flüsschen Alb nach oben ins Albtal, in Form einer kurzen Strecke, die eher eine Wende ist, auf die Pforzheimer Straße – und mitten durch die Altstadt zurück zum Start/Ziel. Ein bisschen vergleichbar ist die Runde für mich mit der (deutlich längeren) Runde des Freiburg-Marathons: An der Alb hoch wird’s recht einsam, die Pforzheimer Straße runter ist auch nicht so viel los, aber in der Altstadt steppt der Bär. Das Schöne ist, dass man nach Beschleunigen auf dem Weg zurück nach unten durch den Hexenkessel und Stimmungshöhepunkt in der Altstadt läuft. Die dritte Runde ist dasselbe in ein wenig kürzer – mit einem herrlichen Lauf abwärts auf Rad-/Fußwegen entlang der Alb statt auf der Pforzheimer Straße – der Anteil an „Hexenkessel“ ist größer und das macht dann richtig Laune.

Gefinisht habe ich – so viel schonmal vorweg.

Für mich war der Anstieg in der ersten Runde einfach – die Motivation vom Start, das Stellung Finden nach dem Start trieb mich – dann ging’s runter und alles war super und in der Stadt trieb mich die Stimmung und die Anfeuerungsrufe, ich sei die zweite, dritte, manchmal die erste Frau im Rennen. Ein paar Leute gingen so richtig, richtig ab – war das schön! Ich selbst freilich wusste, dass ich auf Rang zwei war, hinter Claudia Wipfler in ihrem knall-pinken Trikot, die aber schon während der ersten Runde außer Sicht geriet. Dann kam der eher einsame Anstieg am Albgaubad zum zweiten Mal – und da tat er richtig weh. Ich war sehr schnell gelaufen, es wurde langsam richtig warm, der Arbeitstag steckte auch in den Knochen und ich quälte mich nach oben. Ich merkte aber auch, dass ich gut im Rennen war – die Abstände nach vorne wurden zwar größer, die nach hinten aber auch. Der Abstieg in der Pforzheimer Straße mit der anschließenden Altstadt, in der ich teils sogar namentlich angefeuert wurde, holten mich aber aus dem Loch. Mit dem Wissen, dass mehr als zwei Drittel geschafft waren, verlor ich nicht so viel an Tempo wie beim zweiten Anstieg, außerdem ging’s ein ganzes Stück weniger weit hoch. Nach dem recht einsamen Weg an der Alb entlang, der die Abkürzung auf der dritten Runde darstellt, kam ich dann mitten in das „dicke Ende“ der zweiten Runde, wo sehr, sehr viele Läufer auf dem letzten Stück Pforzheimer Straße und in der Altstadt unterwegs waren. Da artete es schonmal in Slalom aus, aber die Stimmung war noch mehr der Hammer als vorher – und dann bog ich zum Ziel ab, wo der Laufreport gerade Claudia Wipfler nach ihrem Sieg interviewte. Sie wies den Herrn vom Laufreport dann noch darauf hin, dass ich Zweite gewesen war – er erkannte mich als Dritte vom Rißnertlauf wieder, wo er mich gemeinsam mit Emma Simpson Dore interviewt hatte.

Altersklassen-Sieger Jugend bis W40 auf der Bühne – es wurden dann noch alle Altersklassensieger auf die Bühne geholt, dann die besten drei geehrt und der 222. Läuferin ein Gutschein für ein Paar Gratis-Laufschuhe verehrt. Die links mit dem Pferdeschwanz, direkt neben dem Herrn im Anzug – das bin ich.

Euphorisch stellte ich Michael vom Lauftreff und meinen Mann einander vor, ließ mir von Damir und Petar vom Rennwerk gratulieren und freute mich über das tolle Erlebnis. Meinen Hunger stillte ich kaum zehn Minuten nach der Zielankunft mit zwei Bratwürsten. Leider dauerte es noch mehr als eine Stunde bis zur Siegerehrung – und wir verpassten unseren Zug um 21:49, weil’s zu lange dauerte – fuhren dann aber um 22:49 nach Hause und kamen kurz vor Mitternacht daheim an.

Fette Beute – Urkunde für Altersklassensieg, Urkunde für Platz 2 Damen gesamt, Startnummer, Rennwerk-Gutschein, Stirnlampe, Eismacher, Power-Bar, Decke und Stofftasche.

4 Kommentare zu „Altstadtlauf in Ettlingen

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