Keine Schwimmflügel – 15km bei der Winterlaufserie in Rheinzabern

Am heutigen 13.01.2019 startete der zweite Lauf der Winterlaufserie in Rheinzabern. Ich bin dort bereits beim Zehner am 16.12.2018 angetreten. Nachdem es im Dezember Schnee satt gab – im Vergleich zum 16. Dezember war das bisschen Schnee Freitag dieser Woche regelrecht albern – war dieses Mal ordentlich Regen angesagt. Der Wetterbericht sprach von 1,8l Wasser von oben in der Stunde von 10:00 bis 11:00 und vergleichbaren Mengen in der Stunde drauf. Schnee ist natürlich unangenehmer, aber auch Regen nervt. Wie soll ich sagen: Ja, es war so nass. Ich hatte den Eindruck, es war etwas weniger als angesagt, aber es reichte. Ich habe bis auf die Unterhose nach dem Lauf ALLE meine Klamotten gewechselt, weil sogar der Sport-BH nass war, und zwar nicht nur vom Schwitzen. Dennoch hat es Spaß gemacht, die 15 Kilometer zu laufen.

Der Rennverlauf war für mich ganz günstig. Am Anfang war ich schon recht weit vorne, überholte aber motivierenderweise mehr Leute als mich überholten, bis ich mich in Sachen Geschwindigkeit an der richtigen Stelle des Rennens eingeordnet hatte. Irgendwo um Kilometer 4 oder 5 herum bemerkte ich einen Herren mit grauem Bart und schwarzer Mütze, der immer so zwei, drei Schritte hinter mir war, meist leicht nach rechts versetzt. Es ist zwar meist so, dass man sich gegenseitig beim Laufen eher „zieht“, also der vordere Läufer die Geschwindigkeit macht und der dahinter sich daran festhält und eventuell so durch den Willen, nicht abreißen zu lassen, schneller zu laufen vermag. Ich fühlte mich aber auch angeschoben. Besagter Läufer hing bis zum Ziel hinter mir, ich hatte mehrfach den Gedanken, ihn einfach vorzuscheuchen. Aber offenbar wuchs er am Halten meiner Fersen über sich hinaus, denn auch wenn ich etwas langsamer wurde und Platz war, zog er nicht vorbei. Ich war also wohl die Stärkere in diesem Duo. Ein wenig problematisch war der Rennverlauf an einer Stelle – ein Pärchen lief, völlig berechtigterweise – nebeneinander, mit einem kleinen Stück Schnur verbunden: Sie im gelben Trikot mit drei Punkten drauf, also wohl sehbehindert. Deswegen auch die Schnur zur Richtungsführung durch ihren Begleitläufer. Dass die beiden nebeneinander liefen, ist völlig einsichtig und richtig, dass nun aber ein weiterer Läufer über viele hundert Meter neben denen laufen muss, auf einem Weg, der für drei nebeneinander gerade so reicht, das ist mies. Nicht nur gegenüber denen, die vorbeiwollen – wie ich. Sondern auch gegenüber der blinden Läuferin, die somit nicht in der im besten Zustand befindlichen Mitte des asphaltierten Weges laufen konnte, fernab von Stolperfallen. Als ich durch den Matsch nebendran überholte und einigermaßen weit vornedran wieder auf den Asphalt einscherte, müssen wohl hinter mir einige Leute kreuz und quer gelaufen sein, so dass der Führer der blinden Läuferin berechtigterweise motzte.

Schön für mich war auch, dass Katja und Nobse von den Sport Löwen Baden wieder dabei waren und wir uns vor und nach dem Lauf nett miteinander unterhalten konnten. Es ist einfach eine tolle Sache, bei sowas nicht allein unterwegs zu sein.

Meine Checkliste bezüglich der zu berichtenden Fakten am Rand des Rennens ist somit durch. Also geht’s an die harten Zahlen. Eine Stunde, sieben Minuten und eine Sekunde für fünfzehn Kilometer brauchte ich. Eins-Sieben-Null-Eins, sozusagen … die Kennnummer der USS Enterprise in Star Trek: NCC-1701. Eine richtig nerdige Zeit bin ich da gelaufen. Zu meiner großen Verwunderung reichte es auch noch für’s Podium in der Altersklasse: Dritte in der Altersklasse W40 bin ich geworden.

Foto: Nobse Raufer. Auf dem Bild: Tally mit Preis (Handtuch und Duschgel), Urkunde und glücklichem Grinsen im Gesicht.

Ich war damit sogar zwei Sekunden pro Kilometer schneller als beim Zehner im Dezember. Einwenig stolz drauf bin ich darauf schon. Der Vorteil am Podiumsplatz ist auch, dass man sich die Urkunde nicht selbst ausdrucken muss.

Die Urkunde auf dem gewonnenen Handtuch.

6 Kommentare zu „Keine Schwimmflügel – 15km bei der Winterlaufserie in Rheinzabern

  1. Glückwunsch zu der Plazierung.
    Motzen scheint echt normal zu sein in der heutigen Zeit. Klar ist das bisschen blöd aber Respekt vor der Sehbehinderten, dass sie das so mitläuft.

    1. Och, wenn jemand berechtigt einen Schrei lässt, wenn was absolut nicht geht, ist das okay. Da war motzen auch der falsche Begriff meinerseits. Meine Hochachtung gilt auch der Sehbehinderten. Die war auch noch ganz schön schnell, unter 5 Minuten pro Kilometer schätze ich, was mehr als 12km/h sind.

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