Das Loch danach

Es passiert immer wieder, mir zumindest. Ich arbeite monate- oder jahrelang auf etwas hin, wende Kraft und Zeit und mehr auf, um es zu erreichen. Dann ist es geschafft und plötzlich ist da ein Loch. Der Plan für das Ziel ist erledigt und all die Zeit, die er einnahm, ist wieder frei. Sie kann mit all dem gefüllt werden, das für den Plan zurück gestellt wurde – aber das schlagartig zur Füllung des Loches zu verwenden funktioniert nicht.

Also ist da das Loch, nicht echter Leerlauf, aber Zeit und Raum für Dinge, die einfach nicht mit diesem Impetus auf das Ziel hin erfüllt sind. Das fühlt sich immer wieder komisch an und es dauert immer wieder seine Zeit, bis der innere Antrieb wieder das vorige Level erreicht hat.

Konkret ist es der Marathon, der dieses Gefühl hinterlässt, im Moment. Es war schon bei Jobwechseln, der Promotion, Umzügen der Fall. Hier, heute beim Marathon-Aftermath kommt noch dazu, dass der Körper noch regenerieren muss. War in anderer Hinsicht bei anderen Dingen auch der Fall, aber das Ziehen in den Muskeln, die Schwellung/Reizung auf dem linken Mittelfuß, das fühlt sich doch direkter an als die Müdigkeit nach dem Umzug damals.

Ich bin gespannt, wie der Körper auf den Köhlbrandbrückenlauf hin wieder mitspielt, denn das wäre ein schöner Überbrückungs-Anlauf, während all die anderen Dinge, die durch die Marathon-Vorbereitung runtergefahren waren, wieder einsetzen.

5 Kommentare zu „Das Loch danach

    1. Freilich wird es das 🙂 Das Gefühl ist halt krass, die Euphorie und dann – nichts. Man kann‘s den anderen nicht zehnmal guten Gewissens erzählen, und der nächste große Wettkampf ist noch hin, der Körper will und braucht Erholung, man kann das Loch also auch nicht mit Laufen füllen …

      Und nein, eigentlich will ich mich nicht beschweren. Es ist alles gut. Man baut über Anlauf und Schaffen und Euphorie danach nur ein völlig unrealistisches Erwartungsset auf, wie es nach der gefühlten Großtat sein wird. Wir sind leider und zum Glück oft nicht rational.

      1. Ich denke, dieses gewisse „Loch“ haben bestimmt viele Sportler… das da was fehlt, weil der nächste Wettkampf noch lange dauert.
        Ablenkung ist da bestimmt die beste Medizin 🙂

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