„Anybody Out There“ von Ben Miller

Auf den Blogbeitrag von Fiktion fetzt zum oben genannten Buch hin habe ich mir Ben Millers Buch über die Suche nach außerirdischem Leben gekauft und bin dann eine Weile nicht zum Lesen gekommen. Inzwischen jedoch habe ich es gelesen – und ich bin begeistert.

Ben Miller entführt auf sehr unterhaltsame Weise in die Suche nach außerirdischem Leben – aber er wird dabei auch sehr grundsätzlich. Nach der Einführung über UFO-Sichtungen und SETI spannt er den Bogen anhand der Drake-Formel vom unglaublich fein abgestimmten Universum in Sachen Physik, das optimale Bedingungen für das Entstehen von Leben bietet, über die Chemie und Biochemie, bis schließlich zu uns und all dem anderen Leben auf der Erde, das nun einmal unsere einzige Referenzgruppe ist. Anhand derer erläutert er, was wir von außerirdischem Leben zu erwarten haben und was nicht – und endet genau dort, wo er in SciFi abgleiten würde, wenn er den erwartungsvoll guckenden Leser befriedigen wollte.

Für mich als Physikerin mit Interesse für Biologie war einiges nur Wiederholung, daher kann ich nicht beurteilen, wie verständlich er bei den Details in seinen Fußnoten ist – im Text selbst jedoch bleibt er in einem Bereich, den zu lesen sehr angenehm ist, selbst wenn man Vorkenntnisse ausblendet. Letztlich kommt dabei auch der Humor nicht zu kurz – Überschriften aus Liedtiteln (wie auch der Buchtitel aus einem Shakespeare’s-Sister-Song) und gelegentliches ironisierendes Abstandnehmen inklusive.

Am Ende wollte ich lesen, dass wir bereits einen Kontakt gefunden haben und er nicht ist, wie eines der Beispiele, aber eben doch aus den Methoden, die zur Vermutung der Gestalt und Kommunikationsfähigkeit außerirdischen Lebens Ben Miller über das Buch hin etabliert hat. Natürlich kommt es nicht dazu – diese Sensation wäre mit aller Hoffnung und Panik, die so etwas auslöst, den Medien nicht entgangen. Wer eine Räuberpistole über UFOs erwartet, wird enttäuscht, auch wenn auch von UFO-Sichtungen die Rede ist. Viel wichtiger und das Buch dominierend ist aber die auf Verständlichkeit herunter gebrochene wissenschaftliche Annäherung an außerirdisches Leben, die zum Beispiel das SETI-Projekt beherrscht – auch wenn ich persönlich in zweierlei Hinsicht STI – the Search for Terrestrian Intelligence – fast spannender fände. Die eine bringt auch Ben Miller auf, denn auch auf unserer Erde ist noch so manches, (vergleichsweise) nah mit uns verwandtes Leben intelligent und nicht so bekannt, wie es sein könnte – zum anderen frage ich mich manchmal, ob wir selbst so schlau sind, auch wenn wir Speicherung von Information außerhalb unserer Gene, Ackerbau, Sprache und Gesellschaft entwickelt haben.

Aber ich gleite ab – das hier sollte eigentlich eine eindeutige Leseempfehlung sein.

7 Kommentare zu „„Anybody Out There“ von Ben Miller

  1. Ach wie schön, dass dich das Buch auch so begeistern konnte – vor allem als Physikerin. Obwohl es alles logisch klang, konnte Ich als Leihe ja teilweise gar nicht so recht beurteilen, ob das jetzt stimmt, was Herr Miller mir da erläutert. 😀

  2. Da ich kein Naturwissenschaftler bin, habe ich nicht wirklich Ahnung von dem, was ich jetzt schreibe. Wenn man aber jedenfalls davon ausgeht, dass sich das Leben auf der Erde in gewisser Weise in einer recht prekären Situation befindet, da mit einem Meteroriteneinschlag o.ä. schnell alles vorbei sein kann, wäre es ja irgendwie zu erwarten, dass sich die Natur etwas ausdenkt, um das Leben nicht auf diesen einen Planeten zu beschränken. Grundsätzlich ist es ja bezeichnend für irdisches Leben, auch die unwirklichsten Gegenden zu besiedeln. Ganz hilfreich wäre dann, wenn sich auf der Erde eine Lebensform entwickeln würde, die in der Lage ist, in den Weltraum zu expandieren und irdisches Leben dorthin mitzunehmen, womit sich das Risiko auszusterben erheblich verringern dürfte.

    1. Das Leben an sich überlebt lässig einen Meteoriten. Das höchstkomplexe Leben hat‘s da schon schwerer. Auch dazu hat Ben Miller einiges geschrieben – einzelliges Leben dürfte auch durchaus per Meteor reisen können, tat es auch schon. Dummerweise funken Bakterien und Archaeen selten Signale, die wir verstehen können 😀

      Ich fürchte, ich kriege keinen vernünftigen Kommentar auf die Reihe.

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