Was kommt, wenn’s anders kommt

Am Ende der vergangenen Woche fielen einige Dinge zusammen. Mir ging es seit Pfingstsamstag nicht so richtig gut, es gab ein paar spontane Veränderungen, die mich mehr erwischt haben, als ich dachte. Ein ganz leichter Schwindel in meinem Kopf war da, ging nicht weg – ich ignorierte es. Es kam das eine und andere zusammen, zwei Freunden ging es aus gewichtigen Gründen nicht gut. Ich hielt durch. Bis Donnerstag, dann kamen verschiedene Dinge zusammen. Mein Kopf tat nun wirklich weh. Richtig weh. Ich lag den ganzen Tag mit fiesesten Schmerzen im Bett, konnte nicht essen, nicht trinken, übergab mich und nahm ganze 500ml Wasser zu mir. Leider hielt sich der Schmerz über die Nacht, auch Freitags ging es mir schlecht – zu schlecht, um arbeiten zu gehen. Mein Arzt schlug sogar vor, nach dem Wochenende noch daheim zu bleiben, aber das wollte ich nicht – erstens gibt’s kommende Woche wichtige Termine, und zweitens wollte ich mich nun wirklich nicht damit abfinden, dass es SO lange dauern sollte …

Am Wochenende allerdings hatte ich einem der beiden Freunde zur Seite zu eilen. Am Donnerstag, während ich im Bett lag und mich vor Kopfschmerzen wand, erlitt er einen furchtbaren Verlust, einen Todesfall in der Familie. Die Reise zu ihm und mit ihm zum Japantag in Düsseldorf hatte ich schon abzusagen begonnen, aber am Wochenende fuhren wir dann doch hin. Wenn man ein Elternteil verliert, braucht man seine Freunde – ganz besonders diejenigen, mit denen man ohnehin viele intime Dinge bespricht. Also fuhren mein Mann und ich, ich gerade vom Kopfschmerz genesen, an den Mittelrhein. Wichtig war es, aber es war auch eine Zeit, in der ich mich nützlich fühlte. In der ich zuhören und erzählen, trösten und in den Arm nehmen konnte, durfte und musste.

Ich komme mir etwas komisch dabei vor, es so zu schreiben, aber meinem Freund und seinem Vater ein wenig beizustehen, war für mich auch eine Erfahrung, die unheimlich viel zurückgab. All diese immateriellen, emotionalen, wichtigen Dinge, die man mitbrachte, austauschte, wieder mitnahm – das ist ein wichtiger Teil dessen, wo sich zeigt, was im Leben eigentlich wichtig ist.

Ein bisschen was materielles habe ich dann aber aus Unkel am Rhein doch mitgenommen:

 

2018-05-27 15.34.40
Vier Kisten materielles, mitgebracht von einem Wochenende, das vor allem immaterielle Dinge mitzubringen und mitzunehmen beinhaltete. Rechts am Bildrand noch ein Geschenk, das ich dann nicht abgelehnt habe.

5 Kommentare zu „Was kommt, wenn’s anders kommt

    1. Das glaube ich Dir. Nein, ich weiß es sogar. Ich weiß, dass wir uns noch nicht real begegnet sind, aber … es gibt Dinge, die man versteht.

  1. In der Not zeigen sich die wahren Freunde… Das hast du bzw. habt ihr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
    Da kann jemand stolz sein euch als Freunde zu haben.
    Säfte oder was sind diese Rabenhorster?

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