Was aus dem Vorsatz wurde …

Zur Badischen Meile war mein Plan, es ein bisschen langsam angehen zu lassen. Schließlich laufe ich nächste Woche Samstag Halbmarathon. Daraus wurde nur bedingt etwas, aber der Reihe nach:

Am Sonntag, den 06.05., war ich für die Badische Meile in Karlsruhe gemeldet, es war meine erste Teilnahme – aber die 29. Austragung des Rennens, das auf der Distanz basiert, die Markgraf Carl Friedrich im Hardtwald mit seinem Gefolge binnen zwei Stunden zurücklegte. Acht Kilometer, achthundertachtundachtzig Meter und neunundachtzig Zentimeter beträgt dieses Maß, und über genau diese Länge gibt es einen traditionellen Lauf in Karlsruhe – eben die Badische Meile. Diese startete nahe dem Carl-Kaufmann-Stadion neben der Europahalle und endete in ebendiesem Stadion. Gegen halb zehn tauchte ich dort auf, trieb mich für eine Weile am Stand des rennwerks herum, brachte meine Sachen unter und betonte ein um’s andere Mal, dass ich es nicht übertreiben wollte. Als ich dann mit einer Freundin, die aufgrund von Umständen mit wenig Vorbereitung an den Start ging, in Richtung der Startaufstellung auf dem Weg war, hielt das Mantra noch: 45 Minuten, vielleicht ein bisschen schneller, also etwa fünf Minuten pro Kilometer. Mehr muss nicht. Mehr soll nicht.

Aber bei herrlichem Wetter, das mir mit Wärme und Trockenheit sehr entgegenkommt, hielt der Vorsatz nicht lange. Recht schnell merkte ich, dass ich mich zu weit hinten aufgestellt hatte – ich war schneller als meine läuferische Umgebung und überholte einen Läufer nach dem anderen, während der ganze Tross die Brauerstraße nach Norden und dann die Kriegsstraße entlang rannte. Mein vívosport am Arm zeigte momentane Geschwindigkeiten von 4:40 bis 4:05 pro Kilometer an, was definitiv schneller ist als 45 Minuten auf neun Kilometer. Auch als wir über die Ettlinger Straße und dann durch die Südstadt, an der Schauburg vorbei, durch die Stadt liefen, wurde zwar die Straße enger, aber auch um mich herum die Läufermenge dünner, während ich immer noch beständig Positionen gut machte. Ich lief einigermaßen konstant 4:20 pro Kilometer, laut meiner Anzeige, merkte aber recht schnell, dass die Anzeige auf meinem Tracker hinter den Kilometerschildern am Rand der Strecke zurückblieb, ich war also schneller als angezeigt. Erst kurz vor dem Ziel, als wir die Brauerstraße bzw. dort die L605 parallel zur Südtangente unterquerten, war ich einigermaßen eingeordnet – abhängig von Steigung und anderen Faktoren hielten sich die Überholer mit den von mir Überholten die Waage und meist waren es auch dieselben Menschen um mich herum. Am Ende stand auf der Zeitanzeige ab Startschuss noch eine „37“, als ich ins Ziel lief – gerade noch so. Da ich aber nicht ganz vorne gestartet war, war mir klar, dass für die Netto-Zeit von Start- bis Zielzeitnahme noch einige Sekunden abgezogen würden.

Ein wenig erschöpft holte ich mir was zu trinken und begab mich an die Strecke, um anderen Läufern, insbesondere einer Freundin zuzujubeln. Leider hatte meine Freundin nicht nur eine schlechte Vorbereitung, sondern auch einen schlechten Tag erwischt, und so verpasste ich sie, nachdem ich zehn Minuten an der Strecke geklatscht hatte und dann doch noch mal zum Getränkestand ging. Vor der Siegerehrung schaute ich dann nach: 37:08 hatte ich gebraucht, ingesamt auf Platz 221, Platz 13 bei den Damen. Natürlich waren viele schneller als ich, aber dass ich tatsächlich auf die besten drei Frauen nur Rückstände von knappen vier bis fünf Minuten hatte, macht mich schon etwas stolz.

Und so bin ich acht Minuten schneller gewesen als meine Ansage – und deutlich, sehr deutlich unter der Zeit geblieben, die meinem Halbmarathon-Tempo für Samstag entspricht. Nun gilt es, bis Ende kommender Woche die Batterien wieder aufzuladen und dann auf der fast dreifachen Strecke genauso zu rocken wie heute.

2018-05-06 18.00.41

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10 Kommentare zu „Was aus dem Vorsatz wurde …

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