Zahlen-Magie

Es geht ein gewisser Zauber von Zahlen aus, der mich immer wieder in seinen Bann zieht. Es geht vom Offensichtlichen der eigentlichen Eigenschaften der Zahlen in einem weiten Bogen über die Wirkung, die Zahlen haben und jene, die ihnen zugeschrieben werden.

Letzteres, also der Zahlen-Mystizismus, Numerologie und vergleichbarer – sorry – Quatsch lässt mich vor allem verblüfft zurück, wie viele Menschen das unkritisch und nicht als Symbolik hinnehmen. Ich bemerke aber an mir selbst, dass ich auch da gewichte. Die Angst vor der 13, insbesondere verbunden mit dem fünften Tag der Woche, hinterlässt mich irritiert, während ich ganz gut akzeptieren kann, dass die „Vier“ im japanischen wie der Tod klingt und daher zu vermeiden ist, also bevorzugt drei oder fünf Gäste zu einer Teezeremonie einzuladen sind und nicht vier. Auch mit der Acht als Glückszahl, weil ihr Zahlzeichen sich in Richtung der Zukunft weitet und öffnet, komme ich besser klar als mit der Dreizehn als Unglückszahl. Dieser (überspitzt gesagt) Geringschätzung einheimischen Aberglaubens bei Akzeptanz vergleichbarer Strukturen in anderen Kulturen als „Konvention“ muss ich wohl mal ein paar Gedanken widmen.

Aber ich wollte nicht in erster Linie darüber schreiben. Auch über die teils faszinierenden Eigenschaften von Zahlen als solche wollte ich nicht eigentlich hier schreiben, aber da ich das erwähnt habe … zum Beispiel ist es etwas, das einen verwundert zurücklassen kann, dass es beliebig große Primzahlen gibt. Man sollte mit „gesundem Menschenverstand“ (was für ein Euphemismus!) annehmen, dass bei hinreichend großen Zahlen immer mehr als zwei ganzzahlige Teiler zu finden sind. Indes, es ist nicht so. Auch die verschiedenen Mächtigkeiten von Unendlichkeit bei Zahlen versetzen mich immer wieder in Staunen.

Der eigentliche Anlass, die eigentliche Idee hinter diesem Post ist aber eine andere „Zahlen-Magie“. Es geht um die Rückwirkung von Zahlen auf mich selbst, von gesteckten Zielen, von über Zahlen erfassbaren Strukturen in meinem Leben. Ziele lassen sich hervorragend in Zahlen formulieren, die dann für physikalische oder ideelle Größen stehen. Zahl der gelaufenen Kilometer, in Zahlen ausgedrückte Geschwindigkeit (ob nun als Laufjargon-„Pace“ in Minuten pro Kilometer oder in Kilometern pro Stunde), Zahl der produzierten Seiten an Papier für einen Bericht – solche Dinge. Zahlen sind dabei hervorragend, um Ziele zu formulieren. 1500 Kilometer Laufen dieses Jahr als Jahreziel, dann mein momentanes Projekt: 500 gelaufene Kilometer vor Ende des ersten Quartals (13,1 Kilometer fehlen noch). 8000 Schritte am Tag.

Zumindest ich kann vieles in Zahlen ausdrücken und das motiviert mich dann in der Regel sehr. Was mir aber in letzter Zeit besonders auffiel und mich dazu gebracht hat, Zahlen als Magie zu bezeichnen: Hin und wieder beim Laufen denke ich irgendwelche willkürlichen Zahlen, meistens große Zahlen. Oft korrespondieren sie in irgendeiner, gelegentlich ziemlich weit hergeholten Form mit meinen Zielen. Oft bilden sie dann Mantras – die mich vorantreiben. Das ist dann Magie in ihrem besten Sinne: Ich benutze die Zahl, das Zahlwort als Mantra, dieses Mantra als Fokus, um meinen Willen, meine Gedanken, meine Leistung auf einen Punkt zu bringen, ohne dass die Zahl eine eigentliche Aussage über das hinaus hat, was ich in sie hineinprojiziere. Zahlenmagie eben.

Siebentausend!

3 Kommentare zu „Zahlen-Magie

  1. Das mit den Primzahlen ist ein guter Punkt! Das ist wirklich spannend.

    Und ansonsten bleibt mir nur Pythagoras: Alles ist Zahl! 😉

    1. Och, es gibt noch einen Haufen lustiger Sachen mit Zahlen.

      Das mit den unterschiedlichen Mächtigkeiten der Unendlichkeit hatte ich mal im DLF gehört, auf einer Dienstreise. Das fand ich super-spannend, vor allem, weil Georg Cantor, der unter anderem den Begriff der Mächtigkeit für den Vergleich des Grads der Unendlichkeit von Mengen eingeführt hat, auch ein sehr spezieller Mensch war – verbunden mit den sehr speziellen Beiträgen, die er zur Mathematik geleistet hat, gab das eine sehr spannende Radio-Reportage.

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