Schwäne

Heute Abend ist es so weit! Nach einem VNV Nation Resonance Konzert am 22.12. kommt heute die zweite wundervolle Veranstaltung für diesen Jahresabschluss:

Schwanensee
aufgeführt vom Russischen Nationalballett
im Stadeum in Stade

Zeit für mich, ein paar Worte über meine Leidenschaft für Ballett zu verlieren. Erstmal allerdings möchte ich sagen: Ich bin keine Expertin. Ich habe nicht selbst getanzt, als Kind – das tat meine Schwester. Aber wenn meine Mutter und meine Schwester Tanztheater ansehen gingen, war ich dabei, während mein Vater oft nicht mitkam. Ich liebe Ballett! Natürlich habe ich über Recherchen und über die Erzählungen meiner Schwester durchaus das eine oder andere mitbekommen, wie es funktioniert. Aber vor allem bin ich eine Bewunderin der Ästhetik dieser Kunstform – eine begeisterte Bewunderin!

Ballett ist für mich eine Kunstform für klare Handlungen, für das Märchen. Da ist Schwanensee natürlich der große Klassiker – mit dem ich auch am meisten anfangen kann. Ich liebe die Musik von Tschaikowsky, ich liebe die Tutus in Schwanensee und gerade auch die Märchenhandlung mit dramatisch-tragischem Ende. Ich finde das wundervoll, und ich gerade ins Schwärmen, wenn ich vom Pas-des-Deux im dritten Akt erzähle, vom Tanz zwischen Siegfried und Odile, mit der enttäuschten, gepeinigten Odette hinter dem halbdurchscheinenden Fenster im Hintergrund der Bühne. Da stoße ich oft auf Unverständnis: Manchem ist das Ganze einfach zu klischeehaft, andere können mit dem Tanz gar nichts anfangen, zumindest mit Ballett in Sachen Tanz. Für mich ist das ein Hochgenuss. Nicht nur die Ästhetik an sich, die Darstellungsform, sondern auch die Leichtigkeit, die darin liegt, auch wenn sie unheimlich schwer erarbeitet ist. Für mich liegt im Ballett eine leichte Ästhetik und prickelnde Erotik, die ich einfach genieße – man kann mir noch so oft erzählen, dass Schwanensee ein simple Märchenstory ist, dass auch andere Ballett-Stücke, die ich gerne sehe, eher simple Geschichten sind. Man kann mir noch so oft erklären, wie hart erarbeitet die Leichtigkeit ist, wie destruktiv Ballett für den Körper der Tänzerinnen und Tänzer sein kann. Ich schaue es gerne an, träume davon. Mein Kopf schafft auch gelegentlich Geschichten, Kostüme, Grob-Choreographien eigener Geschichten – für die Feinheiten habe ich zu wenig Ahnung. Aber letztlich orientiert sich meine Phantasie doch immer an der Art der Darstellung, an den Kostümen und an der Strukturierung von Geschichte und Tanz, wie ich sie von Schwanensee kenne. Natürlich gibt’s den Nussknacker, Giselle und wie sie alle heißen – oder Dornröschen, zum Beispiel. Auch gerne einmal sehen würde ich „Der Rote Mohn“ mit Musik von Glière – was seit dem Lesen einer von glühender Verehrung geprägten biographischen Annäherung an Galina Ulanova meine Phantasie beflügelt. Auch immer wieder in meinen Gedanken ist der Grabstein Galina Ulanovas … der sie in Stein im Schwanensee-Hauptrollenkostüm zeigt.

Wie Ihr seht, ich komme immer wieder zu Schwanensee zurück und schwärme wie ein kleines Mädchen. Das wird klasse, heute Abend!

5 Kommentare zu „Schwäne

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