Eine neue Qualität

Gefühlt ist es eine neue Qualität. Ich habe es gestern Abend, nach dem Kino, als „den nächsten Level des Wahnsinns“ bezeichnet – ironisch, natürlich. Denn bereits gestern Abend habe ich geplant, heute früh ohne Ansicht des Wetters ein Stück zu laufen. Genau das habe ich auch getan.

Soweit nicht dramatisch? Talianna läuft vor der Arbeit im Winter durch den Regen. Diejenigen um mich herum, die die Lauferei ohnehin skeptisch beäugen, sind nicht überrascht. Die richtigen Läufer zucken die Schultern: „Ja, und? Macht doch jeder!“

Für mich allerdings ist das doch eine neue Stufe. Vor der Arbeit zu laufen, das habe ich praktiziert, um bei der Kilometerfresserchallenge vom rennwerk auf Strecke zu kommen oder um Kopfschmerzen zu bekämpfen. Dieses Mal war’s, um Kopfschmerzen vorzubeugen, auf Kilometer nur für mich zu kommen, so dass im Dezember nach eher schwachem November die Leistung wieder nach oben zeigt, da ich heute Abend nicht Laufen kann – mein Neffe feiert seinen Geburtstag und zwischen Arbeit und der Feier lässt sich das Laufen nicht reinquetschen – genauer: Wäre die Zeit für Laufen und Duschen und Trocknen nicht da.

Bei Regen laufen, das habe ich schon gemacht. Vor der Arbeit laufen auch, meistens aber mit einem äußeren Grund. Im Dunkeln laufen – auch schon gemacht, aber seltener als die anderen beiden Punkte. Zusammen macht das tatsächlich eine neue Qualität, vielleicht auch, weil es ausgerechnet im Dezember ist, einem der drei Monate, in denen man mit dem „draußen laufen“ echt genug Ausreden hat: Winter, Vorweihnachtszeit, alles. Vielleicht heißt das, dass ich nun endgültig bei „den Läufern“ angekommen bin, wo ich in den Augen meines Mannes längst bin. Vielleicht heißt es auch nur, dass ich was Gutes für mich tue. Vor allem aber heißt es, dass ich 4600 Schritte vor dem Frühstück getan habe, das Milcheiweiß aus dem Magerquark des Frühstücks sinnvoll verwertet werden wird, ich geduscht und wach beim Frühstück sitze und mit der Bewegung schon dafür gesorgt habe, dass mich auf dem Jahres- und Arbeitsendspurt Kopfschmerzen mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit erwischen werden als ohne das.

In erster Linie heißt es aber: Das geht. Das mache ich mal wieder. Die Klamotten auf der Wäschespinne, durchnässt vom Regen, sind morgen bestimmt wieder trocken. Schauen wir mal, ob es morgen wieder geht.

2 Kommentare zu „Eine neue Qualität

  1. Klingt nach Erfolg. Und wenn du dann noch die Oberhoheit über den Raum mit der Wäschespinne hast gibts danach auch kein überflüssiges Gemeckere…

    1. Über alles, was Haushalt ist, hat mein Mann die Oberhoheit, da ich durch die Pendelstrecke wesentlich weniger zuhause bin als er und er mir diese Dinge abnimmt.

      Aber er lässt die Dinge da hängen und meldet sich nur, wenn er gewaschen hat und kein Platz auf der Spinne ist 🙂 Insofern alles gut.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.