Neuanfang

2017 war ein seltsames Jahr. Dabei ist es noch gar nicht vorbei. Immer wieder klingt mir in letzter Zeit über das Radio Cluesos „Neuanfang“ in den Ohren, und das charakterisiert das Jahr 2017 doch nicht so schlecht, wenn ich mir das so ansehe.

Neben dem Laufen, dessen großen Einfluss auf mein Leben man hier bei The Highway Tales nur schwer übersehen konnte, kamen noch andere Dinge neu auf. Meine kleine Schwester hat geheiratet, mein Vater hat sich von der Frau getrennt, mit der er nach dem Tod meiner Mutter fast neun Jahre zusammen war. Ich war seit langem mal wieder Tanzen – und das nicht nur einmal, ich habe so viel und so ausführlich Freunde überall in Deutschland besucht, wie schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Ich habe meine Kopfschmerzen erheblich reduziert – und meine Colitis ulcerosa im Griff behalten, obwohl ich das Immunsuppressivum begleitet durch meinen Arzt abgesetzt habe.

Das alles liest sich wie ein Jahresrückblick? Ist es dafür nicht zu früh?

In der Tat. Für einen Jahresrückblick ist es noch zu früh. Das Jahr 2017 ist erst zu drei Vierteln vorbei. Drei Monate sind es noch bis zum Jahresende – aber drei Monate sind auch meine Kündigungsfrist. Ich werde ab 01.01.2018 eine kürzere Strecke pendeln, etwas Anderes arbeiten. Natürlich sind Neuanfänge Chancen, natürlich sind Neuanfänge auch Weiterentwicklungen. Neues, Veränderung macht aber auch etwas Angst – und auch diese habe ich. Das kenne ich aber schon: Vor neuen Dingen, vor Veränderung keine Angst zu haben, das wäre gelogen. Ob das bei anderen Leugnung, ein wirklich so furchtloser Blick in ungewisse Zukunft oder ein stärkeres Selbstvertrauen sind, kann ich nicht beurteilen. Für mich ist diese Angst ein Hilfsmittel, neue Dinge nicht zu leicht zu nehmen, so dass ich sie wieder zerstören könnte. Aller Anfang ist fragil.

Und dennoch brauche ich derzeit auch öfter mal den Schubs aus dem Radio. In diesem Falle nicht das symptomatische „Neuanfang“, sondern Mark Forsters „Sowieso“. Egal was kommt, es wird gut, sowieso. Das wäre schön. Damit es so gut kommt, muss dieser Respekt vor der Veränderung ein bisschen kribbeln und es mich ernst nehmen lassen. Dann wird’s aber auch gut. Vielleicht nicht „sowieso“, aber eben doch.

Mal sehen, wann ich es auf die Reihe bekomme, die „Über mich“-Seite zu aktualisieren … und wie ich es tu. So eindeutig ist die Strecke künftig nicht mehr. Vielleicht kommen auch Erzählungen vom S-Bahn-Pendeln dazu. Das wäre mal was ganz was Neues, so richtig schön salopp gesagt.

2 Kommentare zu „Neuanfang

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