Running Sunrise

Was tut man, wenn der Mann morgens um 5:30 zu seiner Arbeitsstelle muss, um auf Dienstreise zu fahren und sein Auto dort stehenlässt, da er am Freitag wahrscheinlich vor meiner Heimkehr von meiner Dienstreise zurückkommt?

Die Version der Faulen? Vernünftigen? wäre gewesen, sich wieder rumzudrehen, wenn er aus dem Haus geht. Die Version der Fürsorglichen wäre gewesen, mit dem eigenen Auto mitzufahren und ihn vor Ort zu verabschieden.

Die Version der Läuferin war: Mit ihm in seinem Auto hinfahren und mit einem leichten Umweg 12km weit von dort nach Hause zu laufen. Gegen halb sieben ging die Sonne auf – und allein DAS war’s wert!

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Sonntagnachmittag

Was macht man an einem heißen Sonntagnachmittag, für den später Gewitter angesagt ist?

Genau. Man nutzt die Zeit, in der es nicht gewittert. Wir haben einen Spaziergang gemacht – mein Mann und ich. Rund fünfeinhalb Kilometer waren wir unterwegs, allerdings gab es zwei Pausen: Eine längere beim Eiscafé im Ort:

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Ich finde es großartig, dass wir das Eiscafé Cimino bei uns haben. Es wird auch fleißig frequentiert – und ist gemütlich, sympathisch und lecker. Dort vorbeizuspazieren, ohne sich kurz ein Eis oder – wie hier – eine Eisschokolade beziehungsweise einen Eiskaffee zu holen, ist schwierig. Das macht zwar aus dem Spaziergang nicht unbedingt einen Beitrag zur negativen Kalorienbilanz, aber Genuss ist wichtig.

Wie mir sicher angekreidet wurde, fehlt hier noch das „zweitens“, also die zweite, kürzere Pause auf unserem Spaziergang. Die fand auf der Brücke über den Schmiedbach statt – und befasste sich mit der Beobachtung von Enten mit Nachwuchs. Wobei: Baby-Enten waren es nicht gerade, eher Halbstarke:

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Die Mutigere der beiden Junior-Enten, die sich gerade mit einer Schwimmübung in Richtung des gespiegelten Baums in der linken, oberen Bildecke befasste, sieht man leider auf dem Foto nicht.

Gewittert hat’s übrigens bis jetzt noch nicht, vielleicht gehe ich sogar noch eine Runde Laufen.

Sie ist so schön …

… die Natur. Wir schauen nur nicht mehr hin.

Genau wie Agent K in „Men in Black“ habe ich mich gestern in der verspäteten Mittagspause nach einer Reihe von mündlichen Prüfungen zurückgelehnt – in meinem Falle metaphorisch – und habe etwas Wunderschönes bewundert: Die Natur. Zuerst bin ich über die Brücke am Schattengrund spaziert und habe von dort aus die Wasserfläche unterhalb des Damms des Neuen Sees fotografiert, weil sie einfach so wunderschön dalag. Toll ist auch, dass man hier die L1187 per Brücke überqueren kann, also nicht auf die Autos auf der vielbefahrenen Straße achten muss.

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Dann ging es weiter zum Neuen See, dessen Damm hier zu sehen ist – links im Bild der Neue See, rechts die Dammseite in Richtung Glemstal – sozusagen dort hinunter, wo das obige Bild von der veralgten Wasserfläche entstanden ist.

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Nachdem es meine verspätete Mittagspause war und nicht ein längerer Spaziergang werden sollte, bin ich nur ein Weile am Neuen See entlanggegangen und dann eben doch über die L1187, etwas weiter oben, um dann zurück zur Uni zu gehen. Unten seht ihr ein paar Impressionen vom Südostufer des Neuen Sees.

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Für mich ergibt sich aus dieser Erkundung, dass ich künftig, wenn’s früher dunkel wird, auch mal nach der Arbeit hier am Arbeitsort laufe, bevor ich nach Hause fahre – eben dann noch im Hellen. Das sind dann nicht die drei Kilometer, die ich spazieren gegangen bin, sondern eben ein Lauf über die Brücke am Schattengrund, dann einmal rund um die ganzen Seen – also nicht nur die rund zwei Kilometer um den Neuen See, sondern auch noch um den Pfaffensee nördlich des Neuen Sees und den Bärsensee im Westen. Das gibt dann eine schöne Runde mit einigen Höhenmetern, auf festen Wegen für die Trittsicherheit und dennoch im Grünen – mit dem eindeutigen Vorzug, dass man auch noch Wasser beim Laufen sieht.

So ganz nebenbei: Geblitzdingst hat mich keiner, ich wusste noch, wer ich bin und dass ich dort tätig bin, als ich zurück auf den Campus Vaihingen kam.

Verschoben

Verschieben kann man vieles: Termine, Möbel, Diebesgut – wobei ich mit letzterem keine Erfahrung habe. Verschieben kann man aber leider auch Objekte auf der Straße. So wie zum Beispiel Mittelleitplanken, wahlweise in der Baustelle oder – etwas ambitionierter, da größer und schwerer – zwischen zwei regulären Fahrbahnen.

Dass die Mittelleitplanke zwischen Rutesheim und Heimsheim derzeit beschädigt, teils verschoben ist, habe ich ja schon geschrieben. Heute Morgen allerdings wurde eine andere Mittelleitplanke verschoben – und zwar die Baustellen-Mittelleitplanke im Bereich der Fahrbahnerneuerung zwischen Rastatt Nord und Ettlingen. Dort werden beide Fahrtrichtungen derzeit auf der Richtungsfahrbahn nach Süden entlanggeleitet, weil die andere Richtungsfahrbahn von Betonplatten auf Asphalt umgerüstet wird, um im Sommer nicht mehr für Blow-Ups anfällig zu sein. Ein LKW, unterwegs in Fahrtrichtung Süden, also Basel/Freiburg, verschob die Mittelleitplanke zwischen den beiden Baustellenspuren Richtung Basel und den beiden Baustellenspuren Richtung Karlsruhe. Der Unfall fand also in Richtung Süden statt, würde mich normal nicht interessieren. Dummerweise wurde die Mittelleitplanke natürlich von der Unfallfahrbahn weg verschoben – also in den linken Fahrstreifen Richtung Karlsruhe.

Man kann nun die Frage stellen, was ich überhaupt dort suchte. Dummerweise gibt es hierfür auch eine gute Erklärung: Wegen der Baustelle ist die Anschlussstelle Karlsruhe Süd in Richtung Norden gesperrt, ich müsste also in Ettlingen auffahren – und stehe dort immer ewig an der kurzgeschalteten Linksabbiegerampel von der B3 Richtung Karlsruhe.

Im Endeffekt verschieben sich hier die Verkehrsströme – und mein optimaler Hinweg zur Arbeit beinhaltet nun das gegen meine eigentliche Richtung fahren bis nach Rastatt Nord, um dann durch die Baustelle hindurch … und genau da stieß ich auf die verschobene Mittelleitplanke. Zum Glück stieß ich nur im Übertragenen, nicht im wörtlichen Sinne darauf – ein Unfall mit einem mehrere Meter langen, ungefähr einen halben Meter hohen und zehn Zentimeter dicken Beton-Stück hätte mich sicher mehr Zeit gekostet als die gute halbe Stunde, die ich aufgrund der Fahrbahnverengung durch den Unfall im Stau stand.

Zum Glück war mein erster Termin auf der Arbeit etwas später, so dass ich den nicht auch noch verschieben musste …

Kaffee … Genuss!

Seit vielen, vielen Jahren trinke ich Kaffee. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich beim ersten Angebot meiner Mutter, mal Kaffee zu probieren, die Brühe zurück in die Tasse spuckte. Damals fand ich Kaffee widerlich – und das geht vielen in meinem Umfeld weiterhin und ihr ganzes Leben so.

Spätestens ab dem Studium allerdings habe ich Kaffee zu schätzen gelernt und trinke gerne Kaffee – nicht nur aus Gewohnheit, sondern oft auch ganz bewusst aus Genuss. Ein gut gemachter Cappuchino, ein würzig-aromatischer Espresso … oder in den Niederlanden ein kultig benamter „Koffie verkeerd“. Zuhause steht eine Siebträger-Maschine mit einer Mühle daneben, damit Kaffee zu machen ist für mich schon ein Ritual. Mit einer guten Bohne, frisch gemahlen … das ist dann schon ein richtiger Luxus.

Allerdings muss man – korrekterweise eher – muss ich aufpassen: Kaffee zu trinken wird schnell zum selbstverständlichen Zwischending, das man nicht mehr bewusst und mit Genuss tut, sondern einfach so, weil halt Kaffee da ist. So habe ich mir – obwohl ich die Bohnenauswahl bei der Bestückung des Geräts nicht ganz so für mich passend finde – recht oft vom Kaffee-Vollautomaten auf der Arbeit einfach eine Tasse Espresso geholt. Nicht, dass die Maschine schlecht wäre, auch die Bohnen sind passabel, aber es ist halt nicht das, was ich haben wollen würde. Dennoch – dauernd stand eine Kaffeetasse vor mir, neben den Früchte- oder Kräutertee-Tassen, die meine Hauptflüssigkeitszufuhr über den Tag bilden.

Nun habe ich den Beschluss gefasst, dass Kaffee für mich künftig Genuss ist. Genuss oder gar nicht. Also habe ich den Kaffeekonsum auf der Arbeit eingestellt – beziehungsweise: Mir ein Limit gesetzt. Zwei Espresso – oder ein doppelter – pro Arbeitstag, nicht mehr. Und auch nur dann, wenn ich es als Genuss empfinde und genau weiß, dass ich das Käffchen nicht „nebenbei“ trinke, während ich was schreibe, programmiere, plane, telefoniere, sondern höchstens eine nette Konversation parallel habe. Achtsamkeit und Kaffee – passt für mich durchaus zusammen. Ein Vorzug ist auch, dass die Koffein-Zufuhr damit sinkt. Damit wird eine mögliche (wahrscheinliche!) Gewöhnung abgebaut und ich werde, wenn ich den Kaffee bewusst des Koffeins wegen trinken sollte, mehr davon spüren. Außerdem habe ich gelesen, dass Koffein zwar aufputscht, aber auch die Durchblutung des Herzmuskels eher negativ beeinflussen kann – also kommt die Reduktion auch dem Ausdauersport entgegen. Dazu kommt die Hoffnung, mit einer kleineren, kontrollierteren und bewussteren Zufuhr an Koffein aus Kaffee, (echtem) Tee und Schokolade, die ja jeweils Genussmittel sind, die Schlafqualität zu verbessern.

Viel Aufhebens um eine kleine Veränderung, deren Dauerhaftigkeit ich noch nicht beschwören würde, nicht wahr?

Mittagspause

Ich habe es mir zum Grundsatz gemacht –

So fangen Vorsätze an, die man früh ansagt und dann doch nicht einhält. Also: Ich habe damit angefangen, jeden Tag die Mittagspause mit einem Spaziergang zu verbringen, statt herumzusitzen oder in der Mensa etwas zu essen, das mich qualitativ nicht befriedigt. Also gehe ich spazieren – meistens eher flott.

Heute ging es wieder durch den Pfaffenwald in Stuttgart-Vaihingen. Die Gegend ist der Ausläufer des Rot- und Schwarzwildparks in Richtung Vaihingen, und untenstehend könnt Ihr sehen, wie hübsch Sonne und Wald miteinander in Wechselspiel traten.

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Gegangen bin ich übrigens fünf Kilometer in 45 Minuten und habe dabei fast neunzig Höhenmeter aufwärts bewältigt.

Aufzug? Treppe!

Wie schon in meiner kleinen Energieberechnung geschrieben, hat auf der Arbeit die Treppe für mich den Aufzug ersetzt. Ich laufe gerne die Treppe hoch. Runter nicht ganz so gerne, aber es wird langsam besser.

Nun habe ich natürlich nachgelesen, was Treppentraining so alles für Vorteile hat. Natürlich ist da der Energieverbrauch, der durch die Hubarbeit größer ist als beim einfachen Gehen. Außerdem kommt man recht schnell in Trainingsbereiche – was auch wieder mit der Hubarbeit zu tun hat. So ganz nebenbei spart es elektrische Energie für den Aufzug, wenn man stattdessen die Treppe nimmt.

Was ich aber viel deutlicher merke und inzwischen auch zum Hauptgrund für die Treppe im Verhältnis zum Aufzug gemacht habe: Es trainiert ganz spezielle Dinge, die Treppe zu laufen – vom Energieverbrauch und der Kondition mal abgesehen. Erstens ist da der Hintern. Klar, man kann Bauch-Beine-Po-Übungen machen und kriegt sicher einen hübsch-knackigen Po davon. Aber die Treppe tut’s auch. Wenn man mal neben dem normalen Pensum an Gehen und vielleicht auch Laufen ein paarmal täglich einige Stockwerke Treppen hochläuft, dann merkt man das. Äh, genau: Muskelkater im Hintern. Das, was man da spürt, sind natürlich Muskeln – und straffe Muskeln sehen doch gerade am Po besser aus als Fettgewebe … egal, ob man ein Mann oder frau eine Frau ist. Zweitens trainieren Treppen die Kraft im Bein und Po, um den Körper anzuheben – übersetzt ist das sowas wie Sprungkraft und bringt einen beim Laufen nach vorne. Ich glaube, mir wird das den Laufstil verbessern und mich schneller und ausdauernder machen, wenn eben auch der Hintern und die ganze Hub-Sprung-Kraft gut ausgebildet ist.

Es gibt bestimmt noch mehr sehr gute Gründe für die Treppe – aber das sind erstmal meine. Mal sehen, ob die schon mehrere Wochen anhaltenden Vorsätze und deren Umsetzung im Bezug auf die Treppe auch wirklich von Dauer sind!