Spazierengehen vs. Laufen

Ich laufe nicht jeden Tag – wer tut das schon, zumindest unter den Hobby-Läufern? Klar, bei kurzen Strecken und manchmal, wenn man Zeit hat, geht das schon. Aber wenn man etwas länger unterwegs ist, spürt man das Vorhandensein einer vergangenen Beanspruchung einerseits noch eine Weile, die länger als 24 Stunden anhält – ich zumindest – und andererseits ist es schwer, in einem normalen Arbeitsalltag mit Sozialleben und noch privaten Dingen, die zu erledigen sind, jeden Tag eine Stunde Laufen oder mehr unterzubringen.

Nun habe ich mir aber einen Schrittzähler gekauft, wenn auch nicht vor allem des Schrittzählers wegen. Die 8000 Schritte pro Tag habe ich als Ziel gesetzt und die Serie der erfüllten 8000 Schritte hält nun schon zehn Tage. Wenn ich aber nicht jeden Tag laufe und mein Schrittziel nunmal im Raum steht und ich es erfüllen will, weil Serien verdammt motivierend sind … muss ich irgendwie auf die Schritte kommen. Wenn man so zählt, merkt man schon, dass manche Tätigkeiten durchaus mehr Schritte beinhalten, als man das dachte – zum Beispiel aufräumen, kochen oder auch Zeug zwischen Küche und Esszimmer oder Wohnzimmer hin- und hertragen. Kurze Wege, aber häufige Wiederholung – es sammelt sich. Andererseits gibt’s da beispielsweise die Strecke vom Büro zur Teeküche und mit den Tassen zurück. Vom Büro zum Labor und die Treppe hoch wieder zurück. Bevor ich den Zähler hatte, hätte ich diese Wege als die Hauptquelle meiner Schritte pro Tag angesehen. Indes: Sie sind es nicht. Diese Wege gehe ich zwar wiederholt pro Tag, aber nicht so oft wiederholt wie die kurzen Wege beim räumen, kochen, Tisch decken und abräumen.

Was ist das Resultat?

Genau. Ich gehe spazieren. Ich trage dabei keine Sportklamotten, bin also nicht im Sinne des verlinkten Beitrages eine Walkerin. Aber ich gehe, gelegentlich durchaus auch flott. Statt in der Mittagspause herumzusitzen, wenn ich eh nichts esse, drehe ich eine Runde um den Block, steige danach auch fleißig die Treppe hoch – oftmals vom Keller bis zum Dach des Gebäudes, in dem ich arbeite, um dann drei Stockwerke wieder unter auf den dritten Stock zu gehen – außerhalb der Aufzugstoßzeit auch mal statt Treppe wieder runter auch per Lift. Schließlich sollen meine 8000 Schritte ja auch Schritte mit mindestens dem Energieverbrauch von Schritten auf der Ebene sein, also eine gute Bilanz zwischen Kraftaufwand und Gelenkbelastung haben.

Das bewusste Gehen von Wegen zu Fuß, der Nachtspaziergang und auch mal ein Gang zum Supermarkt zu Fuß, obwohl ich weiß, dass wir wegen des großen Einkaufs kurz darauf nochmal per Auto hinmüssen, hat sich in meinen Alltag eingeschlichen, schneller als ich dachte. Die Strecke, die ich zu einer bestimmten Aktivität zu gehen bereit oder willens bin, hat sich vergrößert – auch wenn’s länger dauert als mit dem Auto oder man es mit dem Auto vielleicht (vor allem aus Faulheit) gar nicht gemacht hätte. Tut mir gut, tut dem Verbrauch meines Autos gut, spart das Verbrauchen von Treibstoff im Allgemeinen – und bringt mich auch dazu, mehr Dinge zu tun, die ich sonst nicht täte: Schließlich kommen durch das dort hin Gehen auch meine Schritte für das Schrittziel zusammen.

Nun bin ich gespannt, ob die Spazierengeherei und das Laufen so synergieren, wie ich es erhoffe …

2 Kommentare zu „Spazierengehen vs. Laufen

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