Social Media Erinnerungen

Zur Zeit schmeißt mich ein großes Social Media Netzwerk mit Erinnerungen zu, was ich 2013, 2014, 2015 und 2016 am jeweiligen Datum gepostet habe. Es ist nicht so, dass ich die dann teile – meistens eher nicht. Aber es macht einen doch nachdenklich und lässt einen die Entwicklung sehen, die seit dem abgelaufen ist.

Zum Beispiel am 20.07.2013 postete ich etwas über einen Lauf, der mich etwa anderthalb Stunden durch die nördliche Umgebung meines Wohnortes führte. Dabei begegnete ich meinem Mann, der am Fahrradfahren war. Nicht, dass ich ihn damals erst kennengelernt hätte, das war 2007, geheiratet haben wir 2011, wir wohnen seit 2010 zusammen. Aber im Jahr 2013 liefen sportliche Aktivitäten abgesehen vom Schwimmen stets getrennt ab – er fuhr Fahrrad, ich lief, er konnte aufgrund von Gelenkproblemen nicht laufen, ich wollte nicht mehr Fahrradfahren, erst recht nicht für sportliche Aktivität. Heute, 2017, vier Jahre später, trägt mein Mann Laufschuhe eines Aufbaus, den ich seit 2014 verwende, arbeitet sich an längere Laufstrecken heran und hat an seinem Laufstil gefeilt, so dass seine Gelenke und Schienbeine super mit dem Laufen klarkommen. Wir laufen gemeinsam.

An dieser Stelle kommt mir die Idee oder eher das Bild in den Sinn: Man scheint still zu stehen, im Jetzt zu leben, sich wenig zu entwickeln. Dann hält man kurz inne, dreht sich um und schaut zurück – und sieht den langen, kurvenreichen, oftmals steil ansteigenden Weg, den man bis hierher gekommen ist. Das ist übrigens frei nach Es gibt hier nur zwei Richtungen, Mister von Reinhold Ziegler.

Lustig auch, dass ich in oben erwähntem Posting auf Facebook 2013 ganz selbstverständlich „ungewohnt aussehender Mann“ geschrieben habe, auf dem Fahrrad, weil ich nicht in Erwägung gezogen habe, dass irgendjemand einen anderen als MEINEN Mann damit identifizieren könnte – und ungewohnt sah er aus, weil ich ihn selten mit Fahrradhelm gesehen hatte, damals. Heute würde ich das so nicht mehr schreiben. Ich finde es spannend, in dieser Hinsicht Rückschau zu halten.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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