Angstgegner aus der Fahrschule

Es ist eine Weile her, dass ich in der Fahrschule war. Knapp zwanzig Jahre sind es, um genau zu sein, denn ich war 17, als ich in die Fahrschule ging, meine praktische Prüfung hatte ich im Januar nach meinem 18. Geburtstag.

Eines der Ereignisse, das mir am deutlichsten aus der Fahrschule in Erinnerung blieb und noch immer bleibt, ist ein Fehler, den ich damals gemacht habe. Ein Fehler, der zu einer Gefahrensituation geführt hätte, wenn mein Fahrlehrer nicht eingegriffen hätte. Ich wohnte damals noch bei meinen Eltern in einer Kleinstadt nahe Heilbronn, und so fanden Teile meines praktischen Fahrunterrichts in Heilbronn statt: Anfahrübungen auf einer unbelebten Straße des damals noch in den Anfängen befindlichen Gewerbegebiets „Böllinger Höfe“, das man von der A6 aus sieht, mit dem Stadtverkehr umgehen lernen in Heilbronn drin, Autobahnfahrten auf der A6 und A81 um Heilbronn herum. Auch das folgende Ereignis spielte sich in Heilbronn ab:

Ich fuhr von den Gewerbegebieten zwischen Heilbronn und Neckarsulm, nahe der Hauptfiliale von Kaufland bzw. Lidl und Schwarz, in Richtung B27. Die Straße, auf der ich fuhr, war dreispurig: ein Streifen führte rechts ab in Richtung Heilbronn auf die dort in jede Richtung mit zwei Fahrstreifen bestückten, baulich getrennten Richtungsfahrbahnen ausgestattete Bundesstraße, die anderen beiden Fahrstreifen nach links Richtung Anschlussstelle Heilbronn/Neckarsulm, die als Autobahnkreuz zwischen A6 und B27 ausgeführt ist. Ich befand mich auf dem Fahrstreifen ganz links, meine Ampel wurde grün und ich war so auf Lenken, Fahren, den Verkehr konzentriert, dass ich nicht realisierte, dass es zwei Fahrstreifen der Straße waren, die auf die zwei Fahrstreifen der B27 geführt wurden. Ich driftete nach rechts, auf den anderen Fahrstreifen, wo auch Fahrzeuge fuhren – ein beherzter Griff meines Fahrlehrers ins Lenkrad verhinderte einen Unfall, kurz war er sehr vehement – berechtigt! Dieser Lerneffekt hielt lange an – er hält bis heute an. Ich bemerke auch heute noch, dass ich beim mehrspurig abbiegen, insbesondere nach links, nicht nur besonders vorsichtig bin, sondern auch sehr deutlich wahrnehme, wenn jemand von seinem Fahrstreifen herunter auf einen anderen driftet. Das passiert leider nicht so selten – aber es ist sehr gefährlich, weil beim Abbiegen alle mit dem Abbiegen befasst sind und nicht damit rechnen, dass jemand auf den von einem selbst benutzten Fahrstreifen driftet.

Solche heilsamen Schocks, bei denen – hoffentlich – nichts passiert ist, haben bestimmt auch andere. Ich hoffe, auch bei anderen ist diese starke Sensibilität für die damalige Situation so präsent wie bei mir. Ich wünschte manchmal, dass ich glimpflich ausgegangene ähnliche Erlebnisse für andere potentiell gefährliche Situationen hätte. Das schärft enorm das Unrechts- und Gefahrenbewusstsein und macht einen mindestens in den betroffenen Situationen zu einem besseren Fahrer!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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