Wenn es einfach nicht geht …

Vergangene Woche war eine regelrecht verlorene Woche für mich. Das ist um so schlimmer, da ich viel zu tun hatte und manche Dinge einfach nicht getan werden konnten – an vielen Stellen.

Es ist seltsam, das so offen zu schreiben, aber manchmal ist es einfach so: Es ist nicht unbedingt die Hitze. Es ist irgendwie die Gesamtheit der Dinge, und plötzlich, nach einem verlängerten Wochenende, das man eigentlich als eine Erholung designt und umgesetzt hatte, schlägt es zu: Man schläft schlecht, denkt über Dinge nach, über die man nicht nachdenken muss und nicht sollte, kann sie aber nicht wegschieben. So sehr man es trainiert hat, manchmal geht es einfach nicht. Dann kommt es, dass man nicht so gut schläft. In einer Woche, in der nicht all zu viele Dinge miteinander kollidieren, kann man das noch irgendwie auf die Reihe bekommen, den Schlaf nachholen, irgendwas absagen. Aber wenn auch das nicht geht, auch das den Geist zurückholende Laufen aussetzen muss, weil der enorme Verkehr auf der baustellenverseuchten Pendelstrecke einfach die Zeitslots dafür raubt, dann kann es eskalieren. Plötzlich fehlt noch eine Nacht, dann kommt der brüllende Kopfschmerz, und plötzlich sagt der Körper, ohne jegliche Widerworte zuzulassen: „Stopp!“

Das hat die Stille hier, aber noch viel mehr „Ausfälle“ im Rest meines Lebens am Ende der vergangenen Woche ausgelöst. Ich hatte drei schlafmangelbehaftete Tage sehr viel zu tun, dann hatte ich zwei Tage Kopfschmerzen, Schwindel und schmerzbedingte Übelkeit. Da vergeht einem nicht nur die Lust zu bloggen, sondern man hat auch keine Zeit und keine Kraft – und für andere Dinge fehlen auch Lust, Zeit und Kraft. Vermutlich muss man das dann einfach akzeptieren, sich der Kopfschmerzen wegen krankmelden und im Bett liegen, bis es besser ist. Genau das habe ich getan – verbunden damit, noch zwei, drei Albträume zu haben – einmal mischte sich das Bild der beiden Stoff-Mäuse und des Stoff-Tigers, die in unserem Ehebett sitzen, mit den Erinnerungen an die Medienberichte vom Brand des Grenfell-Towers, das andere Mal versuchte ich verzweifelt, nur mit dünner Frischhaltefolie bespannte Holzfenster unserer Wohnung, die noch dazu seltsam nach außen gedreht waren, gegen ein Gewitter mit Tornado zuzuhalten. Besten Dank auch, Unterbewusstsein, Botschaft verstanden: Die beiden Kopfschmerztage und das damit verbundene im Dunkeln liegen und nichts tun waren also nötig.

Nun werde ich diese Nacht hoffentlich wieder gut schlafen, auch ansonsten geht es mir besser. All die nachzuholenden Dinge sind natürlich noch nachzuholen – aber wenn ich nun schaffe, mich entsprechend durch den Verkehr zu wühlen, dass zumindest alle zwei Tage eine kurzer Lauf drin ist, wird es nicht wieder vorkommen.

Advertisements

Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
Dieser Beitrag wurde unter Blick über die Leitplanke, Verkehr und mehr abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s