Auto- und Technikmuseum Sinsheim

Ich bin in der Nähe von Heilbronn aufgewachsen, und als Kind war ich mit meinen Eltern und Großeltern recht häufig im Auto&Technik-Museum in Sinsheim. Besonders fasziniert hat mich damals „The Blue Flame“, vor der Ihr mich auf dem Titelbild dieses Beitrages sehen könnt. Dieses Fahrzeug – raketengetrieben, übrigens – hat einen Geschwindigkeitsrekord auf dem Salzsee in Utah aufgestellt, der aber längst wieder eingestellt wurde. Wie ich als Kind dieses schnittige Fahrzeug bewundert habe – ich konnte stundenlang dort stehen und es anschauen.

Natürlich gibt es dort auch noch viel, viel mehr. Aus der Militär- und Cadillac-Halle habe ich keine Bilder mitgebracht, auch wenn ich am rätseln war, welches der Fahrzeuge Nick Knights „Auto mit dem größten Kofferraum überhaupt“ am nächsten kam. Aber untenstehend habe ich dann doch ein paar Bilder aus und über der anderen Halle eingefügt:

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Ein Fiat-Erzeugnis, aber keines zum Fahren. Das konkrete Exemplar gehörte über Jahre zur deutschen Luftwaffe. Mir persönlich imponieren vor allem die schnittigen Formen und die Ansaugung unter dem Cockpit.

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Die DeHavilland Venom imponiert durch einen Gabelschwanz analog zur Lockheed P-38 „Lightning“, einer ungewöhnlichen Form, die ich aber auch überaus schnittig finde. Der Verwendungszweck der beiden Flugzeuge sollte klar – und nicht erwünscht sein, aber die Formen sind wirklich schnittig!

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Was Ihr hier seht, ist keine Lokomotive, sondern ein Schiffsdiesel mit hunderten Litern Hubraum. Beeindruckende Maschine, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es klingt, wenn das Ding neben einem läuft!

Dazu kommen nun die Highlights: Die Tupolew Tu-144, die sowjetische Antwort auf die Concorde. Ein Exemplar dieser Passagiermaschine steht – neben oder eher vor der Concorde auf dem Dach der einen Halle. Zu sehen unter diesem Absatz sind ein Blick ins Cockpit und ein Blick auf die Triebwerksauslässe:

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Sehr deutlich zu sehen – finde ich – ist das enorm flache Profil der Flügel. Das ist nötig, um den geringen Luftwiderstand für den Überschallflug zu erreichen und die Aerodynamik auch bei hoher Geschwindigkeit für einen Flug herzustellen. Problem dabei ist natürlich, dass die Maschinen recht hohe Startgeschwindigkeiten haben müssen und außerdem hohe Anstellwinkel beim Start brauchen. Daher stehen die obige Tu-144 wie auch die Concorde mit steil erhobenen Nasen auf dem Dach des Museums. Unten nun die Concorde, mit Cockpit und Triebwerksauslässe:

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Da ich mit Staunen und Gucken beschäftig war, habe ich nicht viele Bilder geschossen – für meine Verhältnisse eine Menge, aber insgesamt doch eher wenige. Es war wundervoll nostalgisch, zugleich auch neu und interessant, all die Dinge, von denen ich viele von früher kannte, mit neuen, erwachsenen, weitergebildeten Augen zu sehen. In der Concorde ergab sich auch gleich noch eine Debatte mit einem anderen Besucher über Strahlenbelastung in der Höhe, die recht schnell, von meiner Schwester mit Grinsen kommentiert, in Richtung Teilchenphysik und Neutrinos abglitt – und NEIN, ich war nicht diejenige, die da hin steuerte!

Zu guter letzt nochmal die glückliche Bloggerin (oder Blogsie) vor „The Blue Flame“, was Ihr auch schon als Titelbild gesehen haben könntet:

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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5 Antworten zu Auto- und Technikmuseum Sinsheim

  1. speedhiking schreibt:

    Alte (und eigentlich gar nicht SO alte) Technik, toll!
    Bei ‚Blue Flame‘ klingelt auch was aus meiner Kindheit. Entweder hatte ich da ein Poster oder ein Modell – oder war’s ein Film drüber? Ich weiß es nicht mehr, fand das Teil aber sehr faszinierend und habe noch eine genaue Erinnerung an dieses spezielle Blau!

    • Talianna schreibt:

      Es gibt recht aktuelle Sachen dort, aber die „Blue Flame“ steht schon lange da. Klein-Tally war schon vor 1994 mit dem Opa völlig faszinierend davorgestanden … mein Opa war im Museum damals total stolz, dass von der militärhistorischen Ausstellung ich die „Gulaschkanone“ als die beste Kanone empfand – als nicht ganz freiwilliger Flak-Helfer Ende des zweiten Weltkriegs war er sehr pazifistisch eingestellt.

      Ich hatte immer nur die Besuche im Museum von der „Blue Flame“ … ich erinnere mich an viele, viele Besuche dort.

  2. Wortman schreibt:

    In der Flame möchte ich auch mal eine Runde drehen 🙂

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