Flash …

Zur Zeit fühle ich mich ein bisschen wie Flash aka Barry Allen und Dr. Wells in einer Person: Ich laufe. Laufen ist ein ganz neues Lebensgefühl, wenn man mal drin ist. Laufen fühlt sich an, als wäre man ein anderer Mensch, vor allem, wenn einem dann mal auffällt, wie sich die Laufdynamik mit Aufbau der Muskeln verändert, aufbaut und plötzlich die Schritte sich ganz anders anfühlen, schneller, raumgreifender, wenn auch nicht größer, dynamischer, elastischer. Man ist schneller, und das ist ein Rausch – so weit der „Barry-Allen“-Aspekt. Dann bin ich es aber auch selbst, die mich dazu pusht. Ich lerne, wie ich besser laufen kann, schneller laufen kann, ich lerne etwas über meine Muskeln, meine Technik, die Dynamik meines Körpers. Auch über das Essen, was mir gut tut, wann es mir gut tut und wann nicht. Ich bin es, die diese bessere Läuferin aus mir macht, freilich mit Infos, aber vor allem ich bin es, die mich motiviert – das ist dann der „Dr.-Wells“-Aspekt. Ich verwende für das Bild die Staffel 1 der Serie „Flash“, falls sich jemand wundert.

Am Donnerstag jedoch hätte ich es fast darauf angelegt, den anderen Aspekt von Flash kennenzulernen. Denn in oben zitierter Serie wird Barry Allen durch einen Blitz und bestimmte Umstände zu Flash, dem schnellsten Menschen der Welt. Gestern, am Donnerstag, lief ich durch den Wald – und ich sah es einfach nicht, wie es ich zuzog. Dann, als ich schon merkte: „Huch, Wolken … es wird kühl, wird Zeit, dass ich nach Hause komme!“, fragte mich ein Mann mit Fahrrad im Wald, wo der Weg hinführe, auf dem ich unterwegs war – da war ich auf dem Weg Richtung Durmersheim. Ich wies ihm den Weg und lief weiter, langsam wurde mir bewusst, dass es WIRKLICH dunkel geworden war – und dann verließ ich den Wald. Schwere Wolken hingen über mir, Gewitterwolken. Nachdem ich bei 7,5km meinen Puls von gehaltenen 140 auf gehaltene 148 hochgepeitscht hatte, wurden die letzten 2km mit maximalem Tempo gelaufen – ich wollte heim, ich hatte Angst. Natürlich wurde ich nicht von einem Blitz getroffen. Das Gewitter kam aber erschreckend kurze 30 Minuten nach meiner Heimkehr über den Ort, in dem mein Mann und ich lebten. Aus der Sorge heraus hatte mein Mann mich auch beim Heimkommen angemeckert, mit der Frage, ob ich noch ganz bei Trost sei …

Ich war so froh, zuhause zu sein, und so schuldbewusst, dass ich ihm – wahrheitsgemäß – sagte, dass ich das Gewitter erst zu spät gesehen hatte, im Wald war es mir gar nicht aufgefallen. Ich wäre mit Zurückmotzen eh im Unrecht gewesen – und ich war aufgrund der zwei Kilometer „alles was geht“, nach vorher 12,5km durchaus auch flott laufen, zu sehr in meinem Runner’s High, um an Motzen nur zu denken.

Am Ende bin ich nicht Harrison Wells und nicht Barry Allen. Aber ich laufe. Laufen ist eine ganze Welt von Lebensgefühl. Und DAS verbindet mich mit Flash. Dass mich der Blitz nicht mit Flash verbindet, dafür bin ich dankbar.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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