Schenken heißt …

„Schenken heißt, einem Anderen das zu geben, was man selbst gerne behalten möchte.“
Selma Lagerlöf

Das kann ich so bestätigen. Die schönsten Geschenke – sowohl jene, die man gibt als auch jene, die man bekommt – sind die, bei denen der Schenkende von dem, was er oder sie gibt, völlig überzeugt ist, und seine und die Interessen des Beschenkten in der Gabe vereinigt. Nicht jedes Geschenk funktioniert so, aber mitunter die besten Geschenke.

So ging es mir an diesem Wochenende. Meine Nichte wurde sieben Jahre alt, am Sonntag war der Geburtstag und auch die Feier. Am Samstag fuhren mein Mann und ich daher ein Geschenke kaufen. Wir blieben zuerst beide bei den Lego-Technik-Sachen hängen, dann ging es weiter durch die verschiedensten Spielwaren. Meine Nichte hatte uns zu Ostern völlig begeistert den Stall, das Pferd und die Anna-Figur gezeigt, die sie aus der „Frozen“-Reihe von Lego Friends bekommen hatte. Mein Ziel war daher klar. Dass im Verhältnis zu dem, was sonst so auf dem Plan stand, der glitzernde Eispalast von Elsa etwas zu viel sein würde, war mir klar. Was ich noch nicht wusste, mir aber eigentlich hätte denken können: den hat meine Nichte auch schon bekommen. Als wir nun vor dem Regal standen, saugte sich mein Blick an etwas fest, das ich noch nicht von „Lego Friends“ kannte: Superheldinnen! Da ich ohnehin gerade mein Wonder-Woman-Shirt trug, war ganz klar, welche Packung mich anlachte.

Nach kurzer Diskussion waren mein Mann und ich uns völlig einig: Die muss es sein. Ich hielt die Packung in der Hand, mein Mann nahm eine weitere und guckte sich an, was alles drin sein sollte – und dann wollte er die zweite Packung zurückstellen. Das führte zu dem kurzen Dialog:

Ich: „Was hast du vor?“
Er: „Ich stelle das zurück …“
Ich: „Lass das. Wir brauchen zwei.“

Dann zitierte ich – zugegebenermaßen nicht exakt passend – obiges Zitat und erklärte, den Preis einer der beiden Packungen würden wir uns teilen, die andere würde ich komplett zahlen. Also gingen wir mit zweimal Wonder Woman und zweimal ihrem Kleiderschrank, Bett mit Bildschirm drunter und zweimal dem unsichtbaren Motorrad aus dem Laden heraus. Natürlich baute ich den Inhalt meiner Packung noch am selben Abend auf – allerdings erst, nachdem ich die andere Packung in Rot, Blau und Gold eingepackt hatte.

Heute früh ergab sich dann, dass Harley Quinn es nicht fassen konnte:

20170605_103121.jpg

„Das darf doch nicht wahr sein!?! Jetzt sind das schon zwei von der Sorte!“
Lego-Harley-Quinn auf der Flucht vor Lego-Wonder-Woman und Lego-Friends-Wonder-Woman.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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Eine Antwort zu Schenken heißt …

  1. Wortman schreibt:

    Die arme Harley 😉

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