Schlafen

Was ein großartiges Gefühl! Schlafen – wenn man wohlig müde ist, oder nach dem Wegschlafen der ersten bleiernen Müdigkeit den wohlig müden Zustand erreicht hat, nochmal aufwacht und wieder einschläft. Was ein Gefühl!

Dieses unglaublich gute Gefühl wohligen, genussvollen Schlafens, manchmal habe ich es viel zu wenig. Dann wieder kommt es, ich liege in meinem Bett, wache auf und bemerke: Ich bin wohlig müde, ich habe keine Angst, nicht mehr einschlafen zu können, um mich herum ist alles weich, gemütlich und angenehm – und die Augen fallen von allein zu, ohne dass ich es verhindern will, ohne dass ich es aktiv befeuere, obwohl ich es will. Ich habe keine Sorge, nicht schlafen zu könne, keine Sorge, was ich träumen könnte oder was nach dem Aufwachen ist.

Das ist Schlafen. Ein Gefühl, ein Sein, das dem Leben Qualität gibt. Vielen von uns – auch mir – steht dieses vermeintlich selbstverständliche, richtige Schlafen viel, viel zu selten zur Verfügung, weil noch irgendwas ist, man noch irgendwas träumt, gedanklich schon beim Vorwegnehmen der Versäumnisse des nächsten Tages ist, sich an einen Albtraum erinnert, einen befürchtet …

Diese Woche habe ich einmal das Frühstück ausfallen lassen müssen, meinen Tee, alles. Nur Zähne Putzen und Anziehen ging vor dem Losfahren. Denn ich habe geschlafen. Richtig geschlafen, so wie oben genannt. Aus diesem Wohlgefühl heraus habe ich meinen Wecker ausgeschaltet und habe wohlig weiter geschlafen. Erst drei Minuten vor meinem üblichen Losfahren wachte ich auf. Und doch war dieser Tag nicht verloren, denn dieses richtige Schlafen, es lässt einen gelassener, ruhiger, leistungsfähiger und gegen die schlimmen Dinge des Lebens und Alltags auch gleichgültiger werden, während die schönen Dinge betont werden.

Schlafen. Richtig schlafen. Was ein großartiger Luxus!

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Die gefürchtete Herzogin

Ich habe mich ja inzwischen zu dem Entschluss durchgerungen, dem „Park“ und seinen Geschichten ein Buch zu widmen. Was genau der Park ist, so weit ich es schon offenbaren möchte, findet sich im oben verlinkten Beitrag. Allerdings gibt es schon weit mehr vom Park, als ich in die erste Geschichte hineinlegen möchte – zusammen mit meinem besten Freund und einigen Gästen habe ich schon zwei große Handlungsstränge bespielt, der kurze erste davon soll es in ein Büchlein schaffen, wenn aus dem Beschluss auch Handlungen werden. In meiner eigenen Einteilung ist das vom Park, was ich beschreiben will, der „Prolog“, während mein bester Freund und ich einen weiteren Geschichtenbogen in einem „Kapitel 1“ miteinander interaktiv erzählt haben. Für ein „Kapitel 2“ gibt es schon viele Ansätze und Geschichten, aber richtig angefangen haben wir noch nicht.

Ein Dreh- und Angelpunkt aller Park-Geschichten ist und bleibt aber mit Sicherheit die Herzogin. In der Logik des Parks ist es ganz normal, dass sie einen englischsprachigen Namen trägt – Charlotte heißt sie, ihr Gut wurde während der Gründung des Parks als „Iron Cross“ benannt, in erster Linie des Klangs wegen. Mit den historischen Bedeutungen und auch dem Aussehen des Symbols des eisernen Kreuzes hat es nichts zu tun. Herzogin oder auch Duchess Charlotte of Iron Cross nimmt eine zentrale Rolle in den Geschichten ein, die ich im Park angesiedelt habe, auch in der internen Politik des Parks, in die diese Geschichten eingebettet sind. Als mächtige, intrigante Politikerin, die mit ihrem Wissen, ihrem Aussehen und Auftreten als ihrem Kapital Intrigen schmiedet, steht sie ihrem Cousin, dem König, mit all dem zur Seite, was dieser nicht tun kann: Sie erledigt den Schmutz in der Politik und sie tut es mit ebensoviel eisernem Willen wie von eisigem Hauch umwehten Charme. Dazu hat sie ihren Haushalt genau so gestaltet, wie es ihr gefällt – mit unterwürfiger Dienerschaft, deren Verhältnis zu Charlotte auch mal als Waffe eingesetzt wird, um Gäste im Salon abzulenken oder einzuschüchtern, einer rein weiblichen Leibwache, die zudem auch so gestaltet ist, dass sie ebenfalls ablenkend tätig werden kann, einem platonischen Weggefährten als Begleiter für offizielle Anlässe – und einem Haufen wechselnder Liebschaften, mit denen sie auch nicht unbedingt pfleglich umgeht.

Ich habe schon oft in Gesprächen die (den Gesprächspartnern bekannte) Herzogin als Bild benutzt, um einen einschüchternden Eindruck einer starken, mächtigen und gelegentlich auch willkürlich agierenden Frau zu zeichnen. Ich liebe diese Figur einfach, und auch wenn sie nicht die Protagonistin in Beschreibungen des Parks sein wird, so wird sie sicher eine zentrale Nebenrolle einnehmen.

Vorahnung von Problemen

Am Mittwochabend war ich mit meinem Ehemann in Wonder Woman, ich wollte den Film unbedingt sehen und bin immer noch ganz begeistert. Das war auch mit einer sehr beschwingten und endlich mal wieder unter 1:20 dauernden Heimfahrt verbunden.

Auf der Heimfahrt fiel mir, zwischen Blümchens Version von „Nur geträumt“ und Kate Yanais „Summer Dreaming“ aus meinem Autoradio ein Schild auf. Das Schild steht auf der A8, knapp vor dem Karlsruher Dreieck … und es kündigt eine Sanierung der Fahrbahn an. Nicht, dass das nicht nötig wäre – die Fahrbahn von Karlsbad bis zum Beginn der Abfahrt in die Rheinebene ist toll, die Abfahrt selbst ist … nun … ausgelutscht. Aber wenn die nun – neben Kreuz Stuttgart bis Dreieck Leonberg sowie zwischen Ettlingen und Rastatt Nord – nun auch noch zwischen Karlsbad und Dreieck Karlsruhe gebaut wird, zusammen mit dem Brennpunkt bei Pforzheim und eventuell beginnenden Bauarbeiten zur Behebung des Brennpunkts … dann kommen interessante Fahrzeiten auf mich zu.

Aber eigentlich will ich daran nun gar nicht denken. Derweil harre ich der Dinge, die da kommen, und denke an meine Ode an die A8.

Endlich gesehen: Wonder Woman

Achtung, kann leichte Spoiler enthalten – und ich glaube, das hier ist explizit keine Kritik, sondern ein Eindruck.

Nach einer ganzen Weile, die sich ein Kinobesuch für Wonder Woman und dann auch noch in 2D einfach nicht einrichten lies, hat es nun geklappt. Heute Abend nach der Arbeit fuhr ich nach Hause, traf meinen Mann im Bademantel an, der von seinen Eltern nach dem Duschen mit einem Besuch überrascht worden war – und als dann meine Schwiegereltern ihren Besuch beendet hatten und mein Mann sich angezogen hatte, ging es nach Rastatt ins Kino – zu Wonder Woman.

Ich hatte im Vorfeld schon einiges über die Schwächen des Films gehört – von einem Bekannten, mit dem ich mich gut verstehe, aber geschmacklich an vielen Fronten immer mal über Kreuz liege, sogar die harte Aussage, der Film sei „eine einzige Schwäche“. Auch mein bester Freund sagte – auch wenn er Gal Gadot als definitiv die bestmögliche Wahl für Wonder Woman empfunden hatte – einiges, vieles habe ihm am Film gefallen, anderes – ebenfalls einiges – aber auch nicht. Ich ging also mit etwas gemischten Gefühlen ins Kino.

Nun, was soll ich sagen: Es braucht vermutlich die richtigen Augen, die richtigen Emotionen für den richtigen Film. Das geht ein bisschen über „Geschmackssache“ hinaus, ist aber im Kern letztlich eine ähnliche Aussage. Denn ich fand den Film grandios. Mich haben in den letzten Jahren drei Filme so berührt: Beauty And The Beast, Frozen und nun Wonder Woman. Natürlich ist es eine Geschichte über eine Person, die anders ist, die oft erschreckend naiv ist und an anderen Stellen ein Nischentalent hat. Eine klassische, fast schon überklassische Heldenreise. Eine sehr freie Interpretation der „realen“ Vorlagen aus griechischer Mythologie und Geschichte des ersten Weltkriegs ist es ebenfalls – mein Mann meinte, den Spirit der Comics habe es allerdings sehr gut getroffen. Aber das ist mir egal. Ich erinnere mich daran, wie ich meinem besten Freund, der mich in „Last Samurai“ schickte, damals nach dem Film antwortete: „Vorhersehbar. Unendlich wiedererzählte Geschichte. Wenig innovativ. Aber unglaublich gut – wundervoll, hat mich tief beeindruckt.“

So ähnlich klingt es nun bei Wonder Woman. Die Geschichte geht frei mit vielen historischen und mythologischen Fakten um, baut einen Charakter aus Teilen, die nicht zusammenzupassen zu scheinen und wirft sie in ein Umfeld, in dem sie an die Grenze gebracht wird – nicht physisch, denn das geht ja (zunächst) bei Diana von Themyscira gar nicht. Aber ihre Überzeugungen, das Bild, mit dem sie sich die Welt erklärt, werden an die Grenze gebracht – wie bei fast jedem ist die Reaktion eher ein Versteifen auf die Sicht, auf das Bild, das sie mitgebracht hat. Und am Ende kann man gerne das Resummée Dianas als Ode an die romantische Liebe sehen. Ich sehe das nicht so. Ich verstehe die Aussage am Schluss so, dass nicht der Kampf gegen einen übermächtigen Gegner, einen Super-Villain, die Aufgabe des Helden oder hier der Heldin ist, sondern der Glaube an eben das Gegenteil, hier etwas verkürzt einfach als die Liebe bezeichnet. Das ist für eine Welt, in der Schwerter, Superkräfte und dergleichen gegen Superschurken eingesetzt werden, eine recht erwachsene Einsicht, selbst wenn sie auch mit der romantischen Liebe zu tun hat, die Teil des Wegs zur Erkenntnis war.

Ich bin noch immer ganz gefangen in einer Fülle von Bildern, Szenen, Sequenzen, aber auch der Emotion, die „Wonder Woman“ in mir geweckt hat. In einer Welt, die ganz ohne Superhelden mehr ist als eine Welt ohne Superhelden.

Wahrscheinlich bin ich in meiner recht simplen, emotionalen Weise, Filme wahrzunehmen, auf Filme, die sich auf die simple Formel, mit der Leonard Nimoy in „Spock vs. Q“ ein Haiku definiert, wenn auch ohne den Zusatz „Japanese Poetry“:

„To desgin a clear picture, arouse a distinct emotion and provide a spiritual insight.“

Vielleicht ist es die Naivität der in die Welt der Menschen geworfenen Amazone Diana, mit der ich den Film in dieser Formel wahrgenommen habe. Aber ich weiß ganz genau: Ich mochte den Film nicht nur, ich habe ihn geliebt und Licht für den Alltag daraus mitgenommen. Wundervoll!

Uff …

Heute Abend habe ich eine Sache das erste Mal gemacht. Nun nichts übermäßig Krasses oder unglaublich Neues – aber eben doch:

Als ich vor einiger Zeit mit meinen Kollegen, die auch Laufen und auch erwogen hatten, beim Campus Run teilzunehmen, über das Training sprach, kamen mehrere Dinge zur Sprache. Einer der Kollegen ist bei einer freiwilligen Feuerwehr, sehr fit, sehr sportlich. Er ist der Typus, den meine Mutter (damals bezogen auf meinen Vater und den Ehemann einer ihrer ehemaligen Studienkolleginnen) als den „verbissen asketischen“ Ausdruck charakterisierte. Als ich mit der Ansage daherkam, ich wolle die 12km in einer Stunde laufen, meinte er: 4:30/km seien schon drin. Das ist nochmal sechs Minuten schneller auf die 12km. Es entstand so ein kleines Gespräch über Training und Trainingsmethoden – eben so ein „verbissen asketisches“ Gespräch, im Duktus meiner Mutter. Unter anderem ging es dabei um die Geschwindigkeit, die ich noch zu gewinnen habe, bevor ich das 12km/h-Ziel erreicht habe. Eines der Mittel der Wahl – wissen ja die meisten Läufer unter uns – ist das hochintensive Intervalltraining. Bei mir gab es bisher meist 5-7 schnelle Phasen von je 500 Metern. Mein Kollege meinte, so richtig ziehen würden sich die schnellen Phasen erst, wenn man 1000m schnell liefe, bevor es eine Pause gäbe. Heute habe ich – da es in den Plan passte – mal damit gespielt. Ich habe mich also ein bisschen warm gemacht und bin dann sechs Kilometer gelaufen, in denen vier schnelle Phasen à 1000m mit einer gefühlt „volle-Pulle“-Leistung vorkamen. Danach war der Tank leer und ich habe ernsthaft erwogen, das Auslaufen durch ein Ausgehen zu ersetzen – also gar nicht mehr zu Laufen als „Absacker“, sondern nur noch zu gehen. So weit bin ich dann doch nicht gegangen …

Aber ich sage ganz klar: Ja. Die 1000m langen schnellen Phasen ziehen sich. Am Schluss wünscht man sich nur noch die Pause! Da ist noch einiges drin, bis ich diese Trainingsform beherrsche – es kommt wirklich auf die Länge der schnellen Phasen an. Klar, weiß man, aber es zu spüren, ist nochmal beeindruckender. Wenn allerdings alles so klappt und ich den gesetzten Trainingsreiz von meinem Körper umsetzen lassen kann, bin ich den 12km/h beim Campus Run erheblich nähergerückt.

Nebenbei: Ich habe mal irgendwo gelesen, beim Intervalltraining hießen die langsamen Phasen „Intervalle“. Das mag wohl aus dem Englischen kommen, wo dann das Wort Intervall im Sinne des Trainings mit „Pause“ konnotiert ist. Ich für meinen Teil betrachte es aus der Begrifflichtkeit der Mathematik. Ein Intervall ist eine zusammenhängende Teilmenge einer geordneten Trägermenge. Das gilt damit für die schnellen wie die langsamen Phasen. Auch wenn der aus dem Englischen kommende Sprachgebrauch für das Intervalltraining wohl die langsamen Phasen als Intervalle bezeichnet, gibt’s für mich „von der Mathematik her denkende Person“ eben gültige Begriffe von schnellen und langsamen Intervallen auf meiner Gesamtstrecke, der Trägermenge.

Genug der Besserwisserei, nun geht es auf’s Sofa, Beine hochlegen und das Intervalltraining in die Muskeln hineinregenerieren. Na hoffentlich!

Öl ins Feuer

Ich habe mich neulich schon über den Verkehrs-Brennpunkt: Pforzheim Ost ausgelassen. An diesem Brennpunkt stockt’s im Moment weiterhin heftig, auch wenn ich das wegen der Baustellen am Stuttgarter Kreuz und im Bereich Rastatt/Ettlingen im Moment nicht so sehr wahrnehme – es geht manchmal im Rauschen unter.

Gestern allerdings nicht. Das lag aber nicht am Umfang des Staus, der war eher moderat. So gut durchgekommen sind allerdings nicht alle, ich war gestern auf der Heimfahrt spät dran und da hatten sich über 25 Minuten Verzögerung schon zu den üblichen rund 10 Minuten abgebaut. Warum also ging der Brennpunkt gestern nicht im durchaus erklecklichen Rauschen unter?

Ganz einfach: Am Montag brach sich der Verkehr nicht in erster Linie an der Verengung auf zwei Spuren vor der Raststätte Pforzheim, auch nicht am in der Senke gelegenen, sehr kurzen Beschleunigungsstreifen der Anschlussstelle Pforzheim Ost. Nein, der Verkehr brach sich an den Wiederauffahrern vom Rasthof Pforzheim. Warum das, fragen nun Kenner der Stelle. Der Beschleunigungsstreifen ist abschüssig, lang genug und der Verehr auf der rechten Spur ist auf 100km/h begrenzt. DAS sollte das geringste Problem sein. Tja, wenn es da nicht ein Problem gegeben hätte. Eine Panne, fragt Ihr? Ein Unfall?

Nein. Der Beschleunigungsstreifen war massiv verkürzt, da vier LKW – wohl, weil sie nach Stau Pause machen mussten – auf dem Beschleunigungsstreifen parkten. Es war den Einfädlern vom Rasthof völlig unmöglich, auch nur vage genug zu beschleunigen, um in den Verkehr einzufädeln, da mehr als die Hälfte des Streifens von LKW blockiert wurden. Diese LKW ersetzen einen Regelverstoß – nicht Pause machen – durch einen anderen: Auf dem Beschleunigungsstreifen parken. Ganz unabhängig von der zu geringen Verfügbarkeit von Ruheplätzen für den ausufernden Fernlast-Verkehr auf der Straße, den ich durchaus einsehe: Wie kann das sein? Wird dieses Verhalten toleriert? Oder wird es einfach nur nicht überprüft? Denn so gesehen legen die LKW, die auf dem Beschleunigungsstreifen parken, durch die resultierende Verkehrsbehinderung die Basis für ein weiteres Stauen, das wieder den Rastplatz überfüllt … und wieder LKW „zwingt“, illegal und ÜBERAUS stark verkehrsbehindernd auf den Zufahrten, Verzögerungs- und Beschleunigungsstreifen der Raststätten und Parkplätze zu halten und somit neue stauerzeugende Behinderungen zu bilden …

An dieser Stelle steigt mein Kopf leider noch nicht ganz aus. Offenbar wird die nach dem Vergehen durch den Fahrtenschreiber nachweisbar nicht gemachte Pause so viel effizienter geahndet als das durchaus recht stark geahndete Erzeugen von Behinderungen und Gefährdungen in der akuten Situation, dass das Verhalten der Brummis rational ist, um Strafen in einer nicht ohne Vergehen zu meisternden Situation zu minimieren. Jetzt kommt die Stelle, an der mein Kopf fragt: Wieso wird akute Verkehrsbehinderung und Gefährdung so wenig bemerkt?

Guckt der Staat weg, weil er seinen Ausbaustau kennt und dahingehend weiß, dass die Brummis keine andere Wahl haben? Wird dann abgewogen, dass man halt mit weniger Leuten und weniger Ärger die mangelnden Pausen nachweisen kann und sich nicht um zeitnahen Ausbau der Parkplätze kümmern muss? Wäre eine Erhöhung der LKW-Maut und daraus finanzierter Ausbau des Netzes auf den – dann durch finanziellen Eingriff reduzierten Bedarf – nicht sinnvoller und konsistenter mit den erklärten ökonomischen und ökologischen Zielen der Regierung? Am Ende noch kombiniert mit Alternativen, die entweder schneller und flexibler oder kostengünstiger sind – doppelten Anreiz verlange ich ja gar nicht …

Fragen über Fragen. Keine Antworten.

Aber vermutlich darf ich als Langstrecken-Auto-Pendlerin solche Fragen nicht stellen, da ich zu den „Bösen“ gehöre, die den Bedarf hochschrauben.

Inspiration und Mut

Wo ist das Problem damit, Dinge nach außen zu tragen, die einem viel bedeuten?

Die Antwort auf diese Frage ist verhältnismäßig einfach: Alle können es sehen, lesen, hören – und darüber urteilen. Sie können einem sagen, was daran schlecht ist, wie man es umgesetzt hat. Viel schlimmer noch, etwas nach außen zu tragen, was einem viel bedeutet, und dann kommt eine Resonanz, dass diese Geschichte, diese Vorstellung peinlich, seltsam oder anderweitig nicht akzeptabel sei … das tut dann weh.

Aber ich habe ein Buch geschrieben, ich habe mich also damit befasst oder auch mich damit befassen müssen. Nun schwirren, wie ich vielleicht schon das eine oder andere Mal zum Ausdruck gebracht habe, noch viel mehr Ideen in meinem Kopf herum: Ideen zu Figuren, Geschichten, Orten … Welten. Eine davon habe ich in den letzten Tagen zwei Menschen erläutert, zwei Freundinnen erläutert, die vorher noch nicht so viel davon wussten. Beide waren fasziniert, begeistert und eine davon meinte, ich solle doch DARÜBER ein Buch schreiben.

Konkret geht es dabei um eine Vorstellung, die in meinem Kopf, in meinen Gedanken, unter dem Label „Der Park“ firmiert. Was also ist nun „der Park“? Kurz gesagt: Ein abgegrenztes, nicht gerade kleines Areal, in dem die Regeln des Zusammenlebens ein bisschen anders sind als überall drum herum. Natürlich ist der Park selbst fiktiv – die Idee kam mir damals, als ich ein paar meiner „nicht eingeordneten Vorstellungen“ beheimaten wollte und kurz vorher den Film „The Village“ gesehen hatte. Ganz so strikt wie jenes wiederauferstandene Gründerväter-Dorf in „The Village“ ist der Park nicht von der realen, normalen Welt abgegrenzt, und erst recht ist er nicht so thematisch korrekt. Aber sehr ernst nehmen die Initiatoren, Gründer und Bewohner des Parks das Projekt auch. Überaus ernst sogar! In diesem Szenario einer zwar mit der normalen Welt verbundenen, aber nach anderen Regeln laufenden, kleinen Welt habe ich etliche Geschichten angesiedelt, die ich auch in wundervollen interaktiven Spielen – Rollenspielen – mit den Charakteren besonders eines Freundes angereichert habe.

Nun raten mir Freunde – unter anderem auch derjenige, der recht tief mit in den Park einsteigen durfte – ein Buch aus den Geschichten im Park zu machen. Vielleicht auch mehrere. Auch mein Eindruck ist es, dass die Geschichte gut ankommt, etwas originales ist, interessante Charaktere mit einem spannenden Plot verbindet.

Das einzige Problem (neben der Zeit, die man natürlich für ein solches Projekt braucht) ist nun: Viele der Gestalten im Park sind unheimlich nahe an mir dran, verkörpern sehr direkt und explizit Eigenschaften, Persönlichkeitsteile, Ereignisse und Geschichten, die zu mir gehören. Ich würde sogar noch weiter gehen: Das sind Dinge, die „Ich“ sind. Aber ich glaube, ich werde es dennoch oder vielleicht gerade deswegen tun – mindestens die erste, kurze, recht kompakte Geschichte im Park in ein kleines Büchlein packen und schauen, was passiert.

Das Gefühl dabei auszudrücken, ist nicht so einfach. Andererseits vielleicht doch: Es gibt da im Titel „Standing“ meiner Lieblingsband VNV Nation eine Zeile, die (ein wenig auf meine Situation gemünzt und vielleicht auch ein ganz kleines Bisschen aus dem Zusammenhang):

„I bear my heart for all to see.“
VNV Nation – Standing

Ja. Das tu‘ ich. Und seit ich gelernt habe, das mit meinem Gefühlen und Gedanken zu tun, so ab Mitte 20 für mehr und mehr Bereiche meines Lebens, geht es mir besser als früher. Wahrscheinlich sollte ich nicht zweifeln an dem Weg, den Park mit all seinen Gestalten öffentlich zu machen. Denn wie diese Zeile so viel in mir berührt, hat genau das zu tun mir so viel mehr Lebensqualität gebracht, auch wenn die damit erzeugte Haut dünner und verletzlicher ist als der dicke Panzer von vorher.