Bullenhitze im Auwald

Am gestrigen Abend war es ziemlich warm. Ziemlich warm? Das ist noch eine Untertreibung. 33°C zeigte das Thermometer meines Autos an, als ich auf dem Heimweg war. Natürlich glühte der Asphalt unter dem Fahrzeug, dazu stand die Luft – und auch das Auto teilweise mal wieder. Vor der Baustelle zwischen Karlsruhe Süd und Rastatt Nord standen sie – in beiden Richtungen. Immerhin waren es am Abend keine Unfälle, sondern nur der übliche Wahnsinn. Am Morgen hatte ich einen fiesen Unfall auf der anderen Seite der Mittelleitplanke gesehen – nicht viel davon gesehen, zum Glück, und ich will auch nicht gaffen, denn von den Bildern bekomme ich Albträume. Das blaue Blitzen vom Montagmorgen am Karlsruher Dreieck, den Hubschrauber und die Kräne habe ich aber gesehen, dann ganz schnell weggeschaut und gebetet: „Fahrt weiter, fahrt weiter, ich will keine Zeit haben, dass mein Blick da hin gelenkt wird, ich will da dran vorbei und mich dabei auf die Straße konzentrieren müssen …“ – und die anderen Fahrer müssen es gehört haben.

Egal, ich war bei der Bullenhitze am Montagabend. Natürlich war ich mal wieder mit der Energie zu geizig, meine Klimaanlage anzuschalten – die braucht eine Menge Strom, und der kommt aus Sprit, und verbrannter Sprit ist CO2. Da ich wusste, daheim wartet eh die Dusche auf mich, habe ich sie ausgelassen.

Daheim dann kam die Erkenntnis: „Tally, Du musst eh duschen. Also kannst Du auch noch eine Runde laufen gehen.“ Und genau das habe ich getan. Ob es die Hitze war oder ob mein Handy langsam kaputt geht, weiß ich nicht. Jedenfalls war am Anfang der Runde das GPS-Signal schwach. Ich vermute, das Telefon hat stattdessen mit dem Lagesensor die Strecke abgeschätzt. Da es am Oberarm ganz schön wackelt … naja, im Endeffekt zeigte das Tracking zu meinem Entsetzen ein Tempo von 3:20/km an. Bei allem Stolz – so schnell bin ich nicht. Erst recht nicht, wenn ich unter 150bpm Puls habe. Im Endeffekt konnte ich die 1,2km, die das System zu viel getrackt hat, am Schluss rauskorrigieren. Anhand des weiteren Verlaufs, als sich mein GPS einigermaßen berappelt hatte, war die Geschwindigkeit von 6:20/km ganz gut abschätzbar – damit habe ich dann anhand von Zeit und unter der Annahme, am Anfang auch nicht langsamer oder schneller gelaufen zu sein, meine Strecke korrigiert. Natürlich habe ich das Ganze bei den tollen Erfolgen der App rausgenommen, ein so komisch getrackter Lauf würde nur Maßstäbe setzen, die unrealistisch sind.

Gestern war ein guter Abend: Heimgefahren, Sprit gespart weil auf Klimaanlage verzichtet, getankt, gelaufen – und dann ein supernetter Trek Monday. Stau und GPS-Macken fallen da unter den Tisch.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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