GPS-Ausfall und Irrläuferin …

Am heutigen Morgen gab es für mich einen etwas speziellen Lauf. Eigentlich hatte ich vor, nur so ein bisschen durch die Gegend zu joggen, nicht weit, nichts Innovatives, 5-6km und fertig.

Tja, als ich dann über den Federbach laufen wollte, im Bereich des Festplatzes, dachte ich mir so: „Musst ja nicht immer dieselbe Strecke laufen …“ Also bog ich ab auf den Federbachweg Richtung Handballverein und Durmersheim, überquerte kurz nach dem Handballverein den Federbach mittels der Brücke und freute mich meines Lebens und Laufens. Ich hätte schon auf die Idee kommen können, dass irgendwas anders ist als sonst, als ein Feuerwehrmann mit drei Flaschen Fanta vor sich auf dem Boden an einer Kreuzung zweier Waldwege stand. Als dann ein junger Mann mit einem Affenzahn an mir vorbeilief, kam ich immer noch nicht drauf – ich war zu beschäftigt damit, mich zu wundern: Mein Handy zeigte an, ich würde 22:50/km laufen und sei erst 600 Meter weit gekommen. Sechshundert Meter in mehr als 20 Minuten? Nein, es gab keine Klamotten-, Geekzeug- oder Schuhläden auf der Strecke, deren Existenz wäre mir am Federbach echt neu. Kurz und gut: Das GPS hatte das Signal verloren. Über zweimal neustarten und den Check, ob GPS in Google Maps funktionierte, kriegte ich das Problem gelöst. Bis dahin waren es dann 24 Minuten, die ich für die 600 Meter gebraucht haben sollte. Ich sagte Runtastic, es solle die Strecke nicht hinzufügen, lief mit wieder laufendem GPS weiter und bekam mehr und mehr den Eindruck, dass um mich herum – vor allem mir entgegenkommend – eine Menge Leute mit verbissener Wettkampfmiene und Startnummer unterwegs waren. Den nächsten Feuerwehrmann fragte ich dann, verließ die Strecke des 5km-Laufs und danach auch die des 10km-Laufs. Allerdings landete ich etwas später wieder auf der des 10km-Laufs, unterhielt mich nett mit dem vierten Streckenposten, dem ich begegnete, und lief dann über einen kleinen Umweg nach Hause. Aus den veranschlagten sechs Kilometern waren dann trotz GPS-Ausfall über sieben geworden, nach geschätzter Korrektur eher neun.

Zwischenzeitlich auf der Strecke kam ich mir allerdings vor wie Darth Vader auf der Rolltreppe, nur dass ich den entgegenkommenden Wettkampf-Läufern stets ein „Viel Erfolg!“ entgegenrief, statt eines „Stormtrooper!“ – das hätte sie vermutlich auch sehr irritiert. Allerdings muss ich betonen: Ich hatte keine Absperrung gesehen, weil es keine gab. Ich habe die Läufer auch nicht behindert, sondern teils noch darauf hingewiesen, wo entgegenkommende Wettkämpfer abbiegen mussten – da waren Pfeile auf dem Boden, aber an der besagten Stelle zwischen Bietigheim und dem Wasserwerk stand kein Streckenposten und die Wettkampfstrecke ging in den Waldweg rein, statt weiter dem asphaltierten Weg zu folgen. Einer hatte sich, als ich dort vorbeilief, schon vertan und wohl rund 200m Strecke zu viel absolviert, bevor ein ihm folgender Läufer ihn drauf hinwies.

Und somit habe ich heute die Hälfte meines „Solls“ vollgemacht: 600km wollte ich dieses Jahr laufen. 300km habe ich heute erreicht. Yay!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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