Und wieder etwas schlauer – Antwort des BMVI zu Infos im Bundesverkehrswegeplan

Im Rahmen von „Wikipedia geht nach“ und bezugnehmend auf meine Anfrage zur  „Autobahnausfahrt Malsch“ habe ich mal wieder nachgefragt, statt mich einfach nur mit meinem Unwissen zufrieden zu geben. Ich habe also eine Bürgeranfrage an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gestellt. Dort bekommt man den Hinweis, dass aufgrund der Masse an Anfragen die Bearbeitung dauern kann und auch sehr komplexe Anfragen nicht beantwortet werden können. Meine Frage war ganz simpel:

Wie lese ich aus dem Bundesverkehrswegeplan ab, wo neue Anschlussstellen an Autobahnen geplant sind?

Angefragt von Talianna Schmidt beim BMVI, 17.05.2017

Die simple Antwort wäre gewesen: Gar nicht. Denn im Bundesverkehrswegeplan, so die Antwort des zuständigen Fachreferats im Bundesverkehrsministerium auf die vom Sachbearbeiter weitergeleitete Anfrage, stehen neue Anschlussstellen gar nicht drin. Somit bin ich nun schon etwas schlauer – allerdings gab man mir noch mehr Informationen:

Anschlussstellen (AS) sind grundsätzlich nicht Bestandteil des Bundesverkehrswegeplans (BVWP). Der BVWP 2030 enthält daher auch keine Angaben zu neuen AS.

Die Straßenbauverwaltungen der Länder stellen bei erkanntem Bedarf für jede neu zu bauende AS separat einen Antrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Eine Liste, der Informationen zu geplanten Anschlussstellen an Bundesautobahnen entnommen werden können, existiert nicht.

Beantwortet vom BMVI auf obige Bürgeranfrage, 30.05.2017

Ich finde es klasse, dass man mir auch gleich die Information hat zukommen lassen, dass eine solche Liste nicht existiert – danach zu suchen ist also fruchtlos. Allerdings steckt in der Antwort auch schon die Antwort auf die Frage, wo man nachfragen kann: Bei den Straßenbauverwaltungen der Länder. So hatte ich es ja auch bei meiner Frage im Jahr 2014 gemacht, nachdem ich damals vom BMVI an das MVI BW weiterverwiesen wurde. Rückblickend hätte ich es mir denken können … nun ja.

Nun habe ich das MVI BW und die entsprechende Stelle in Hessen mit der Frage genervt, welche Anschlussstellen auf der A5 geplant sind, um das Nachgehen von Wikipedia zu beheben. Diese Stellen haben sicher auch anderes zu tun, als nervige Fragen von The Highway Tales zu beantworten, aber andererseits: Wenn die Informationen dann gut recherchiert (sprich: direkt von der Quelle an der zuständigen Landes-Stelle) auf diesem Blog und in Wikipedia stehen, entfallen vielleicht die einen oder anderen Anfragen bei diesen zuständigen Stellen …

Fast schon klingt das, als müsse ich eine neue Kategorie hier im Blog aufmachen: „The Highway Tales fragt – Behörden antworten“. Aber bis jetzt ist das nur halb ernst gemeint.

Als kleine Anekdote am Rande erinnere ich mich hier an eine Geschichte aus meiner Doktorandenzeit. Wir gingen zum Seminar rüber, an diesem Tag gab es einen Vortrag über irgendwelche exotischen Teilchen. Eine Kollegin fragte mich: „Do you actually know what [particle] is?“ Ich musste bekennen: „I’ve got no idea!“ Dann kam der Vortrag und auf dem Rückweg wurden wir gefragt, ob wir nun schlauer seien, ich antwortete so ehrlich wie schlagfertig: „We still have no idea, but in a much more elaborate way!“

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Bullenhitze im Auwald

Am gestrigen Abend war es ziemlich warm. Ziemlich warm? Das ist noch eine Untertreibung. 33°C zeigte das Thermometer meines Autos an, als ich auf dem Heimweg war. Natürlich glühte der Asphalt unter dem Fahrzeug, dazu stand die Luft – und auch das Auto teilweise mal wieder. Vor der Baustelle zwischen Karlsruhe Süd und Rastatt Nord standen sie – in beiden Richtungen. Immerhin waren es am Abend keine Unfälle, sondern nur der übliche Wahnsinn. Am Morgen hatte ich einen fiesen Unfall auf der anderen Seite der Mittelleitplanke gesehen – nicht viel davon gesehen, zum Glück, und ich will auch nicht gaffen, denn von den Bildern bekomme ich Albträume. Das blaue Blitzen vom Montagmorgen am Karlsruher Dreieck, den Hubschrauber und die Kräne habe ich aber gesehen, dann ganz schnell weggeschaut und gebetet: „Fahrt weiter, fahrt weiter, ich will keine Zeit haben, dass mein Blick da hin gelenkt wird, ich will da dran vorbei und mich dabei auf die Straße konzentrieren müssen …“ – und die anderen Fahrer müssen es gehört haben.

Egal, ich war bei der Bullenhitze am Montagabend. Natürlich war ich mal wieder mit der Energie zu geizig, meine Klimaanlage anzuschalten – die braucht eine Menge Strom, und der kommt aus Sprit, und verbrannter Sprit ist CO2. Da ich wusste, daheim wartet eh die Dusche auf mich, habe ich sie ausgelassen.

Daheim dann kam die Erkenntnis: „Tally, Du musst eh duschen. Also kannst Du auch noch eine Runde laufen gehen.“ Und genau das habe ich getan. Ob es die Hitze war oder ob mein Handy langsam kaputt geht, weiß ich nicht. Jedenfalls war am Anfang der Runde das GPS-Signal schwach. Ich vermute, das Telefon hat stattdessen mit dem Lagesensor die Strecke abgeschätzt. Da es am Oberarm ganz schön wackelt … naja, im Endeffekt zeigte das Tracking zu meinem Entsetzen ein Tempo von 3:20/km an. Bei allem Stolz – so schnell bin ich nicht. Erst recht nicht, wenn ich unter 150bpm Puls habe. Im Endeffekt konnte ich die 1,2km, die das System zu viel getrackt hat, am Schluss rauskorrigieren. Anhand des weiteren Verlaufs, als sich mein GPS einigermaßen berappelt hatte, war die Geschwindigkeit von 6:20/km ganz gut abschätzbar – damit habe ich dann anhand von Zeit und unter der Annahme, am Anfang auch nicht langsamer oder schneller gelaufen zu sein, meine Strecke korrigiert. Natürlich habe ich das Ganze bei den tollen Erfolgen der App rausgenommen, ein so komisch getrackter Lauf würde nur Maßstäbe setzen, die unrealistisch sind.

Gestern war ein guter Abend: Heimgefahren, Sprit gespart weil auf Klimaanlage verzichtet, getankt, gelaufen – und dann ein supernetter Trek Monday. Stau und GPS-Macken fallen da unter den Tisch.

Was will der Künstler uns damit sagen?

So geschehen auf der Autobahn 8, heute Morgen.

Bei strahlendem Sonnenschein und völligem Chaos auf den Autobahnen – unter anderem schwere Unfälle außerhalb meiner Strecke, aber mit Auswirkungen aufmeine Strecke – war die Steigung vom Karlsruher Dreieck hoch nach Karlsbad ungewohnt frei. Kurz vor Ende der 7%-Steigung scherte ein LKW aus, er ließ dann einen anderen LKW noch vor sich heraus – ich fuhr ganz bequem hinterher. Auf der linken Spur fuhren sie alle schneller, der Verkehr war einigermaßen dicht, aber lief flüssig – ich hätte die Leute alle nur ausgebremst, und dafür ziehe ich nicht rüber, wenn der Gewinn vielleicht 5-10km/h über ein oder zwei Kilometer wäre … das lohnt sich einfach nicht.

Und plötzlich fing der LKW vor mir an, den Warnblinker zu setzen. Er wurde aber nicht langsamer, machte keine Anstalten, rechts rüber zu fahren oder sonstwie zu reagieren, als habe er eine Panne. Er hatte einfach den Warnblinker an. Ich hatte meine ca. 12-15m Abstand bei Tempo 35km/h, was nun nicht unbedingt vorbildlich ist – aber bei dem Tempo und zudem einer 7%-Steigung unter den Reifen nicht ZU knapp. Etwa einen Kilometer lang fuhren der langsame LKW vorne – wohl kaum 5m vor meinem Vordermann – mein Vordermann mit Warnblinker und ich mit langsam auf 20m steigendem Abstand mit 35-40km/h den Berg hoch. Dann scherte der langsame LKW ein, mein Vordermann überholte ihn warnblinkend – setzte so nahtlos den Blinker, dass es erschien, als sei der linke Blinker ausgefallen und er warnblinke noch immer – und scherte ein.

Er muss mich im Rückspiegel gesehen haben, spätestens in den Kurven – auch wenn mein Auto eher schmal ist. Ich hatte mehr Abstand als er zum Vordermann, und der Verkehr links gab ein Überholen nicht her – ein Ende einer langsam fahrenden Kolonne bildete er auch nicht, das war nämlich ich statt ihm. Die fast 700 mit Warnblinker gefahrenen Kilometer hinterlassen mich einigermaßen ratlos – auf der anderen Seite ist niemandem etwas passiert, was schon einen gewissen Gegensatz zu diversen Autobahnabschnitten an diesem Montagmorgen bildet. Alles okay also, nur die Irritation bleibt.

Lauf-Historie

Getriggert von einem dieser „Teile diese Erinnerung“-Dinger auf Facebook habe ich mal nachgeschaut, wie die letzte volle Mai-Woche in früheren Jahren aussah, die ich lauftechnisch aufgezeichnet habe. Das erwies sich durchaus als interessant …

Im Jahr 2014 waren’s in der letzten Mai-Woche 55 Kilometer, 2015 dann grade mal 13 gelaufene … im Jahr 2016 bin ich in der letzten Mai-Woche 43 Kilometer durch den Wald und über die Wiesen gelaufen. Dieses Jahr waren es 54 Kilometer in besagter Woche. Natürlich war das 2014 und 2017 jeweils noch durch einen Feiertag begünstigt. Interessant finde ich auch, dass ich im Referenzzeitraum 2014 ungefähr so schnell war wie in der vergangenen Woche, während ich 2015 und 2016 deutlich langsamer war. Das ist um so interessanter, da ich 2014 wie auch dieses Jahr jeweils Laufanfänger bei manchen der Einheiten dabei hatte und mich an deren Tempo orientiert habe – 2014 war das jeden Dienstag mit einer Kollegin, 2017 ist es zweimal die Woche mit meinem Mann. Das zieht natürlich die mittlere Geschwindigkeit der Woche runter – was gut ist, da es mich zu langsamen, regenerierenden Einheiten zwingt, die sonst vielleicht in der Lust am Tempo untergehen würden.

Bereits jetzt übertreffe ich dieses Jahr alle meine zuvor aufgezeichneten Laufjahre bis auf das Jahr 2014 in Anzahl der Aktivitäten, insgesamt beim Laufen verbrachter Zeit, insgesamt gelaufenen Kilometern und insgesamt überwundenen Höhenmetern. Anvisiert ist, dieses Jahr 600 Kilometer zu laufen, was ich ja schon beim Thema Strategische Faulheit erklärt habe. Dieses Ziel ist auch der Lauf-App erklärt und sie sagt mir, dass ich nur noch neun Kilometer jede Woche laufen müsste, um es zu erreichen. Natürlich will ich mich damit nicht begnügen – aber wenn ich so weitermache, wie das bisher läuft, werde ich ab Mitte August an „Bonus-Kilometern“ über mein Ziel hinaus arbeiten.

Was ich noch nicht sehe, ist ein Übertreffen meiner Rekorde in Sachen Tempo aus dem Jahr 2014. In jenem Jahr habe ich in einem Wettkampf über zwölf Kilometer Strecke so ziemlich alle Rekorde der Laufkategorie aufgestellt, die meine Lauf-App zum Motivieren ihrer Nutzer aufzeichnet: schnellster Kilometer mit 4:21, schnellste zehn Kilometer mit 51 Minuten und natürlich auch alles zwischendrin – und meiste Höhenmeter in einem Lauf genauso. Nur die Rekorde „längster Lauf“, „weitester Lauf“ und „schnellster Halbmarathon“ waren natürlich nicht dabei, denn es waren ja „nur“ zwölf Kilometer – und volle Marathondistanz am Stück bin ich noch nie gelaufen. Dieses Jahr war mein schnellster Lauf 5:37/km auf 8,66km Distanz, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Dieser schnelle Lauf ist auch wieder ein bisschen her, denn seit dem war ich vernünftig und habe im Training Einheiten im aeroben Bereich absolviert, manchmal mit Ausflügen ein bisschen nach oben, dazu ein paar echt regenerative Läufe – zwischendrin Intervalltraining. Dennoch ist eine Entwicklung sichtbar: Im Moment geht bei gleicher Geschwindigkeit der Puls runter und bei gleichem Puls die Geschwindigkeit hoch. Nicht streng monoton steigend, nichtmal im mathematischen Sinne stetig, aber eben doch mit einer klaren Tendenz, auf der halt tagesformabhängige Streuung drauf liegt.

Die Woche vor Pfingsten – diese Woche, wenn dieser Beitrag online geht – ist ja eine „lange“ Arbeitswoche vor zwei kurzen. In den beiden kurzen wird wahrscheinlich wieder einiges an Laufen bei mir passieren – ich bin sehr gespannt, wie sich dann die Leistung und auch das Gewicht entwickeln werden.

Urlaubsplanung

Ich habe gerade auf meinem Rechner ein recht kompliziertes Tabellenbild geschaffen, mit eigener Legende, was in welcher Farbe beziehungsweise welchem Schriftbild markiert ist. Es könnte so einfach sein, meint Ihr? Nun ja …

Dieses Jahr ist es besonders kompliziert. Das liegt daran, dass neben meiner Haupt-Doktrin beim Planen eines Urlaubs zusätzlich noch ein Festival in meinen Urlaub hineinfällt, nämlich das Amphi. Dort muss ich dieses Jahr hin, weil Apoptygma Berzerk, Frozen Plasma und VNV Nation dort spielen! Da mein Mann nicht mit auf Festivals geht, ich aber eh von uns aus gesehen in den Norden fahren will, möchte ich eigentlich nicht nach Köln, von Köln wieder nach Hause und dann doch wieder an Köln vorbei fahren. Aber zum eigentlichen Thema, warum ich eine Tabelle als Ablaufplan brauche:

Meine wichtigste Urlaubsdoktrin, die sich anhand „fühlt sich besser an“ entwickelt hat, ist das folgende Prinzip: Ich besuche Leute, nicht in erster Linie Orte. Wie ist das nun zu verstehen? Nun ja, ich habe Freunde an vielen Orten, vor allem über viele Ecken Deutschlands verteilt. Meine Reiseziele wähle ich nicht in erster Linie nach spektakulären Orten aus, sondern danach, wo ich meine Freunde besuchen kann. Die spektakulären oder zunächst weniger großartigen, dann aber eben doch bei näherem darauf Einlassen wundervollen Ziele ergeben sich dann zusammen mit den Leuten. Natürlich ist es für so eine Idee vom Reisen schwierig, in einer der Ecken Deutschlands und nicht in dessen Mitte zu leben. Ergebnis ist, dass man mehrere Freunde abklappert – und das muss koordiniert werden.

Dieses Jahr sind auf dem Plan: Köln (des Amphi-Festivals wegen) und ein kleiner Ort im Rheintal nahe Bonn, wegen meines besten Freunds. Bochum, wegen zweier Freunde, die ich erstmals real treffen möchte. Amsterdam, weil ich endlich die liebe Nina mal besuchen will – lange genug vorgeschlagen hat sie es und lange genug geplant habe ich es auch. Nun wird es endlich wahr. Dann ist da noch ein Stopp in Bremen vorgesehen, außerdem ein Aufenthalt an der Unterelbe und schließlich ein Besuch nahe Mönchengladbach. Klingt nach Stress? Nein – ist es nicht! Zumindest, wenn alles halbwegs zusammenfunktioniert und man es so plant, dass auch mal ein Tag, der nicht so funktioniert, lässig tolerierbar ist – dann läuft das spitze.

Aber ich wäre nicht „The Highway Tales“, wenn ich nicht auch ein bisschen an meine ge(hass)liebten Autobahnen denken würde. Die A28 und die A3 in Deutschland werde ich auf bisher nicht von mir befahrenen Abschnitten dabei kennenlernen – und außerdem musste ich unbedingt eine Fahrt so gestalten, dass wir von Amsterdam erstmal nach Nordholland fahren, dann über den Abschlussdeich und somit zur Linken die Nordsee und zur Rechten, deutlich tiefer, das Ijsselmeer sehen werden. Da bin ich total heiß drauf!

GPS-Ausfall und Irrläuferin …

Am heutigen Morgen gab es für mich einen etwas speziellen Lauf. Eigentlich hatte ich vor, nur so ein bisschen durch die Gegend zu joggen, nicht weit, nichts Innovatives, 5-6km und fertig.

Tja, als ich dann über den Federbach laufen wollte, im Bereich des Festplatzes, dachte ich mir so: „Musst ja nicht immer dieselbe Strecke laufen …“ Also bog ich ab auf den Federbachweg Richtung Handballverein und Durmersheim, überquerte kurz nach dem Handballverein den Federbach mittels der Brücke und freute mich meines Lebens und Laufens. Ich hätte schon auf die Idee kommen können, dass irgendwas anders ist als sonst, als ein Feuerwehrmann mit drei Flaschen Fanta vor sich auf dem Boden an einer Kreuzung zweier Waldwege stand. Als dann ein junger Mann mit einem Affenzahn an mir vorbeilief, kam ich immer noch nicht drauf – ich war zu beschäftigt damit, mich zu wundern: Mein Handy zeigte an, ich würde 22:50/km laufen und sei erst 600 Meter weit gekommen. Sechshundert Meter in mehr als 20 Minuten? Nein, es gab keine Klamotten-, Geekzeug- oder Schuhläden auf der Strecke, deren Existenz wäre mir am Federbach echt neu. Kurz und gut: Das GPS hatte das Signal verloren. Über zweimal neustarten und den Check, ob GPS in Google Maps funktionierte, kriegte ich das Problem gelöst. Bis dahin waren es dann 24 Minuten, die ich für die 600 Meter gebraucht haben sollte. Ich sagte Runtastic, es solle die Strecke nicht hinzufügen, lief mit wieder laufendem GPS weiter und bekam mehr und mehr den Eindruck, dass um mich herum – vor allem mir entgegenkommend – eine Menge Leute mit verbissener Wettkampfmiene und Startnummer unterwegs waren. Den nächsten Feuerwehrmann fragte ich dann, verließ die Strecke des 5km-Laufs und danach auch die des 10km-Laufs. Allerdings landete ich etwas später wieder auf der des 10km-Laufs, unterhielt mich nett mit dem vierten Streckenposten, dem ich begegnete, und lief dann über einen kleinen Umweg nach Hause. Aus den veranschlagten sechs Kilometern waren dann trotz GPS-Ausfall über sieben geworden, nach geschätzter Korrektur eher neun.

Zwischenzeitlich auf der Strecke kam ich mir allerdings vor wie Darth Vader auf der Rolltreppe, nur dass ich den entgegenkommenden Wettkampf-Läufern stets ein „Viel Erfolg!“ entgegenrief, statt eines „Stormtrooper!“ – das hätte sie vermutlich auch sehr irritiert. Allerdings muss ich betonen: Ich hatte keine Absperrung gesehen, weil es keine gab. Ich habe die Läufer auch nicht behindert, sondern teils noch darauf hingewiesen, wo entgegenkommende Wettkämpfer abbiegen mussten – da waren Pfeile auf dem Boden, aber an der besagten Stelle zwischen Bietigheim und dem Wasserwerk stand kein Streckenposten und die Wettkampfstrecke ging in den Waldweg rein, statt weiter dem asphaltierten Weg zu folgen. Einer hatte sich, als ich dort vorbeilief, schon vertan und wohl rund 200m Strecke zu viel absolviert, bevor ein ihm folgender Läufer ihn drauf hinwies.

Und somit habe ich heute die Hälfte meines „Solls“ vollgemacht: 600km wollte ich dieses Jahr laufen. 300km habe ich heute erreicht. Yay!

In Laufgeschwindigkeit spazieren gehen …

… das habe ich gestern gemacht, als ich in der Sauna war. Na ja, wenn man es genau nimmt, habe ich das vorher gemacht. Nachdem ich unseren Spaziergang am Feiertag getrackt hatte und als Gehen gelabelt hatte, hatte ich meine Runtastic-App noch nicht wieder auf Laufen umgestellt. Prompt hagelte es Lob aus dem Äther – ich sei so schnell spazieren gegangen wie nie, neuer Rekord, Bla-Bla!

Nachdem ich meine Scherze darüber getrieben habe, ich sei mit einem Schnitt von 8:10/km spazieren gegangen, fühlte sich eine Freundin noch herausgefordert, ihr 8:00/km beim Laufen zu verteidigen. Dabei wollte ich nur meinen eigenen Fehler zur Belustigung preisgeben – aber sie meinte das auch nicht ernst. Ich weiß, dass wenn man mit dem Laufen anfängt, selbst wenn man anderen Sport zuvor getrieben hat und parallel treibt, die Geschwindigkeit erst mit der Zeit kommt. Ich würde mich nie einfach so über das Tempo anderer lustig machen. Über Angeberei, hinter der dann nichts steckt, vielleicht schon. Das ist was Anderes. Aber wer läuft, hat meinen Respekt – egal, wie schnell, ob in der Komfortzone oder im Bereich der ordentlichen Steigerung.

Das Problem ließ sich auch innerhalb der Handy-App nicht lösen: Ich konnte das „Gehen“ nicht antatschen, um es in ein „Laufen“ zu verwandeln. Zuhause dann ging es aber, und nun prangt ein Lauf-Icon neben der Aktivität, ich habe doch keine neuen Rekorde und bin glücklich darüber.