Wiederentdeckt: Nick Knight – Tod eines Rockstars

Heute gab es bei uns zum Frühstück wieder einmal eine Folge Nick Knight – es war die Folge „Tod eines Rockstars“. Ich möchte nicht zu viel Spoilern, aber um das zu schreiben, was ich hier schreiben möchte, muss ich ein bisschen über die Folge sprechen, daher:

Spoiler!

Ganz kurz genommen hat man in der Folge die berühmte Rock-Sängerin „Rebecca“, deren neuester Hit vom Töten ihrer Fans handelt, er heißt „Fan Kill“. Das zugehörige Video läuft auch im Vorspann, parallel dazu tötet mit dem Messer, das auch im Video zum Einsatz kommt, eine Frau mit Rebeccas Frisur ihren Liebhaber in Rebeccas Hotelzimmer. Nach dem Vorspann wacht Rebecca mit Kater und Filmriss neben ihm auf, weiß nicht, dass er tot ist. Natürlich sprechen alle Anzeichen gegen Rebecca und nach den Ermittlungen wird sie nach ihrem Gig aus der Garderobe heraus verhaftet. Dann tauchen drei Polaroids auf, die ihr ein Alibi verschaffen, und ein weiterer Hinweis bringt sie frei. Nick bekommt mit, wie sie von ihrem Manager aus dem Gefängnis geholt wird – und Rebecca wirkt unglücklich, todunglücklich damit, sie hatte schon fast zum Ausdruck gebracht, sie freue sich, dem entfliehen zu können, indem sie einen Mord gesteht, den sie nicht begangen hat und an den sie sich auch nicht erinnert. Dann allerdings wird sie von einer Neiderin auf der Bühne ersetzt – und auf der Bühne erschossen. Schlussendlich lässt man sie gehen – die Plattenfirma tröstet sich damit, alle Rechte daran zu haben, was sie gemacht hat, und über einen toten Provokationskünstler noch lange Geld zu verdienen.

Spoiler (weitgehend) Ende!

Ich muss sagen, das Gefühl, dem entkommen zu wollen, das ich bin – das habe ich schon das eine oder andere Mal erlebt. Leider kann man meistens nicht diesen totalen Schnitt machen, wie ihn Rebecca mit Nicks Hilfe hier macht. Man lebt doch in bestimmte Richtungen, die auch die Wahlmöglichkeiten einschränken. Und so bleibt doch oft mehr, als man möchte, von dem, was man hinter sich lassen will. An vielen Stellen bleibt das, was man behalten will, auch nicht ganz so vollständig, wie man das gerne hätte.

Das ist nun vielleicht recht allgemein formuliert – es bezieht sich auch den Schnitt in meiner Selbst- und nahegelegten Außenwahrnehmung, den ich Mitte 20 gemacht habe, aber es gibt immer wieder Dinge, Situationen, Mechanismen, in denen man sich gefangen fühlt und denen zu entfliehen schwer ist. Wie Nick, bei dem die ganze Geschichte mit dem Vampirismus und einer in Visionssequenzen erzählten Flashback-Geschichte bezüglich seines und LaCroix‘ Auftritt in Woodstock ein Symbol für das Entfliehen wollen ist, kann ich daher ganz gut verstehen, welchen Wunsch, welches Verlangen und welches schwierige Gefühl die Folge atmet. Dass diese Themen von Nick Knight aufgegriffen werden, begeistert mich und ich verstehe allmählich tiefer, warum mich diese Serie „damals“ so begeistert hat – obwohl es mir wohl damals nicht so bewusst war. Jedenfalls bin ich so dankbar, dass ich die Serie zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen habe.

… wobei mir auffällt, dass ich UNBEDINGT noch den Soundtrack der Serie beschaffen muss!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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