Entfrustungslauf

Gestern Abend war es mal wieder super-ätzend, nach Hause zu fahren. Wieder einmal staute es sich bei Pforzheim, wohl ein Unfall. Ich fuhr also über die Dörfer und auch da war viel los, aber immerhin ging es schneller als über die Autobahn.

Nun ist der Mittwochabend aber bei uns fest verplant. Mein Mann und ich spielen mit meinem besten Freund „Q“ gemeinsam Online-Spiele. Wir würde ja auch Brettspiele zusammenspielen, aber mein bester Freund wohnt leider in der Nähe von Bonn, so dass nur per TS reden und gemeinsam ein Online-Spiel spielen in Frage kommt – macht aber auch Spaß und ist sozialer, als es so nun klingen mag. Wir nennen das Ganze WNF – das steht für Wednesday Night Fever. Entstanden ist der Name in Guild Wars 2, aber den Spiele-Mittwoch gibt es schon viel länger, in wechselnden Besetzungen. Die Magierin meines Mannes tanzte im Spiel, und das Tanz-Emote in Guild Wars 2 sah für mich sehr nach Saturday Night Fever aus – also machten wir WNF daraus, gründeten eine kleine Gilde namens WNF … wobei wir mittlerweile in einer größeren Gemeinschaft von Individualisten namens Kuhba Libre wohl geborgen sind. Aber darüber habe ich schonmal geschrieben …

… nun ist mein Mann aber derzeit ein bisschen am Hadern mit Guild Wars 2. Es macht ihm keinen Spaß mehr, er braucht Abwechslung. Also spielen wir nun Borderlands 2, und ich finde das Spiel auch sehr nett. Nun bin ich allerdings unflexibel und brauche einen gewissen Grad von Vorrat an guter Laune, um bei neuen Spielen, die ich noch nicht beherrsche, entspanntes Freizeit-Gefühl aufkommen zu lassen. Nach dem zweiten Aufräumtag auf Arbeit und Stau auf dem Heimweg war das nicht mehr unbedingt gegeben. Gute Laune musste also her, Frust musste weg. Ich war Dienstag schon neun Kilometer gelaufen, aber um den Frust loszuwerden, ist Laufen topp. Dafür brauche ich aber etwas „Belastung“, ein Regenerationslauf entfrustet mich nicht so gut – erst recht, wenn er kurz sein muss, weil einfach nicht so viel Zeit zur Verfügung steht.

Also zog ich meine Laufsachen an, ließ die Pulsuhr daheim und lief los. Ein Kilometer „alles, was geht“, das half schon ordentlich gegen die ersten Frust-Vorräte. Dann ließ ich es einen weiteren Kilometer lang langsamer angehen und stürmte den dritten Kilometer wieder mit aller Gewalt Richtung Zuhause. Das Ergebnis war eine schwitzende, körperlich erschöpfte, aber sehr, sehr glückliche Tally, die dann duschte, mit dem Ehemann was aß und eine Folge „Nick Knight, der Vampircop“ anschaute – und dann auch als es mal nicht ganz so gut lief, großen Spaß an Borderlands 2 hatte.

Ob der Lauf nun trainingstechnisch sinnvoll war, sei dahingestellt – ich würde sogar sagen: „Nein, ganz eindeutig, war er nicht.“ Aber für meine Laune und den Ablauf des Abends war der Lauf genau richtig.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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