Hoch sollen sie leben, die Serien-90er!

Wir leben in einer Zeit von Fernseh- oder äquivalenten Serien. Game Of Thrones und The Big Bang Theory sind nur zwei Beispiele für Serien, die sehr prominent in Social- und auch klassischen Medien behandelt werden und Debatten, Gespräche und dergleichen beherrschen.

Ich für meinen Teil empfinde bei sehr vielen Serien aus den 90ern, in denen ich mein zweites Lebensjahrzehnt verbracht habe, etwas zwischen Nostalgie, Heimatgefühlen und dem Wunsch, dass manche Serien weitergeführt worden wären oder weitergeführt werden. Nichts gegen die aktuellen, bestimmt nicht! Ich schaue sehr gerne „The Big Bang Theory“, ich habe „How I Met Your Mother“ genossen, auf den Rückstand Aufholen bei „Game Of Thrones“ freue ich mich auch schon. Irgendwann (bald, wenn es nach meinem Wunsch geht, nicht so bald, wenn ich es realistisch betrachte) sind auch „The Flash“, „Arrow“ und „Supergirl“ echt nötig.

Aber wie gesagt: Aus den Neunzigern, da komme ich her. Ich spreche nicht über so einen Quatsch wie „Baywatch“, den meine Mama, meine kleine Schwester und ich zugegebenerweise im Hobbyraum (oder eigentlich eher „Keller-Wohnzimmer“) meines Elternhauses geschaut haben – ich spreche über anderes.

Für mich sind da zwei Star Trek Serien ganz wichtig: „The Next Generation“ (zu Deutsch: „Das nächste Jahrhundert“) mit Patrick Stewart, Brent Spiner, Gates McFadden und so weiter … und „Deep Space Nine“ mit Avery Brooks, Terry Farrell, Armin Shimerman und Rene Auberjonois. Diese beiden Serien haben mich geprägt, vor allem „The Next Generation“ war für mich eine große Identifikation, ein großes Bild, in dem auch moralische Grundsätze für mein reales Leben gelegt und verkündet wurden. Aber ich spreche auch über andere Dinge, die mir nicht so präsent waren. Wie am Montag geschrieben, ist da „Cybill“ mit Cybill Shepherd, Christine Baranski und Alicia Witt! Was habe ich das geliebt, und die Serie ist auch gut gealtert: Wir haben sie gerade erst wieder angeschaut, mein Mann und ich, und ich habe es genossen. Dann wäre da noch zu nennen: Babylon 5 – die Zeit war einfach reif für sozialere Space Operas mit Stations-Themen. Aber ich will mich gar nicht in den großen, bekannten Teilen ergehen.

Gerade schauen mein Mann und ich eine Serie an, die ich Ende der 90er auf meinem eigenen Fernseher gesehen habe – in meinem Zimmer in meinem Elternhaus, in der zwölften und dreizehnten Klasse. Am Dienstag war immer die erste Stunde frei für mich, also tolerierten meine Eltern, dass ich montagnachts bis nach Mitternacht Fernsehen schaute – und da lief „Nick Knight, der Vampircop“. Da ich zu dieser Zeit auch Vampire: The Masquerade spielte, war diese düstere, von moralischen Themen, aber auch von Traurigkeit, Übersättigung und dem verzweifelten Wunsch nach einem Ausweg, andererseits auch Rückfällen in die (Blut-)Sucht geprägten Serie für mich eine Offenbarung. Weit mehr, als es das nah an Vampire: The Masquerade angelehnte „Clan der Vampire“ war. Das lief zeitweise auch auf den Sendeplätzen, aber an „Forever Knight“, so der englische Originaltitel von „Nick Knight“, kam es nie ran. Auf diesem berüchtigten Doppelslot lief auch noch eine andere Serie, deren Nicht-Fortsetzung mir beim erneuten Anschauen wieder so sauer aufgestoßen ist – „Space: Above And Beyond“ (im Deutschen: „Space 2063“). Nicht auf diesem Slot ausgestrahlt, aber für mich ebenfalls sehr prägend, war der kurzweilige Trash von „Space Rangers: Fort Hope“, den ich heute noch sehr genieße. All dieses Zeugs steht noch in meinem Schrank – und ich guck’s immer wieder gerne, nur wegen der Zeit viel zu selten an.

Natürlich waren die 90er auch eine Zeit der Sitcoms. Ich muss gestehen, mit solchen Dingen wie „Alle unter einem Dach“ oder der „Bill Cosby Show“ konnte ich nie so richtig viel anfangen. „Full House“ dagegen und die oben erwähnte „Cybill“, das waren eher meine Sitcoms, dazu natürlich das kultige „Hör‘ mal, wer da hämmert“ mit Tim Allen.

Was bleibt, sind DVDs und Watchlists auf Netzdiensten mit Serien – und das Gefühl, dass trotz der grandiosen Serien der aktuellen Zeit die großartigsten, wichtigsten, persönlichsten Serien in der Vergangenheit liegen. Zwar nicht aus den Neunzigern, aber göttlich: „Firefly“. Natürlich „Star Trek: The Next Generation“ und „Babylon 5″ sowie Star Trek: Deep Space Nine“. Aber mein Herz hängt fast noch mehr an diesen Dingen, die lange, lange nur sehr schwer in Deutschland zu kriegen waren, die ich zu Geburtstagen geschenkt bekommen habe und die sich allesamt als viel besser gealtert als befürchtet erwiesen haben – eben „Space: Above and Beyond“, „Forever Knight“, „Cybill“, „Space Rangers: Fort Hope“. Ein Hoch auf die Nostalgie!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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2 Antworten zu Hoch sollen sie leben, die Serien-90er!

  1. Wortman schreibt:

    Babylon 5 habe ich so ca. 6 mal komplett geschaut 🙂 Steht hier mit allen spielfilemen und Ablegern im DVD – Regal 🙂
    Space Rangers: Fort Hope… die fand ich total geil. Die hat Spaß gemacht. Besonders Gottfried John 🙂
    Space: Beyond und Above… Schade, dass die nach einer Staffel abgesetzt wurde. hätte man viel draus machen können.
    Earth 2 habe ich damals auch geliebt. Wurde leider auch nach einer Staffel abgesetzt.

    Enterprise TNG läuft ja derzeit auf Tele 5 rauf und runter 😆

  2. Sabryna88 Rsi From Switzerland schreibt:

    Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    Sie wirklich Recht über „The Big Bang Theory“ von denen ich habe alle Jahreszeiten, aber ich konnte nicht viel sehen

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