A Piece of Fanmail („in eigener Sache“)

Dear Emma Watson,
I am sure you receive so much fanmail that it is completely impossible to reply or even to read all of it.
Even though I know that, I cannot help to write this after watching „Beauty and the Beast“ (up to now only in German) and listening to the original soundtrack (in English!) over and over again.
Back in 1991, the animated movie „Beauty and the Beast“ struck me like lightning. It was not only the music, the beautiful pictures and the story, it was the character of Belle. For the unhappy boy of 11 years that I was back then, Belle was the person he wanted to be, the first character in a movie to identify with. I could have guessed, maybe I could even have known what that meant for me. But I could not. It was unthinkable. Over the years, the details of the movie faded in my memories. I kept feeling close to Belle, the only Disney character I ever identified with so intensively: a bookworm with a big talent and a big need for imagination, a girl both beautiful and romantic as well as intelligent and ambitious.
It took until I was twenty to realise that in fact there was more of a girl in me than my male body suggested. I left home for university to study physics, dreaming of a life as a scientist. Away from my parents, I started to realise that what I thought to be a strange, pervert feature of me was not a thing I could get rid of. In fact it was me, the real me trying to break free. From 25 to 30, I fought hard to both be a physicist and get recognised as the woman I felt I was. I worked on my PhD while I changed my social role from a man to a woman, got hormone therapy and met a therapist every four weeks. At the age of thirty, I was finally there: I got my PhD in physics. Only one month later, I went to hospital and had the big surgery. Lots of changes occurred, but after all changes in academic titles, the name and sex written in my passport and my looks, I was still that little girl living in her imagination. I’m trying to be kind, to act not only on how I feel but also on how others might feel. And after all, I realised how differently people look at others, act towards others depending on gender or sex. Another transformation was induced by that: I became a feminist. I want to be beautiful, feminine AND respected for my thoughts, if those thoughts are worth being respected for. I want others to have this privilege, too. I want being respected not to be a privilege anymore.
Then I heard about „Beauty and the Beast“ – and when I realised, that idealistic, intelligent and courageous Emma Watson – you – would be Belle in that movie, I knew it would be more than great. In cinema, watching the movie, listening to your voice as the voice of Belle, I cried and weeped and smiled. It was perfect, it is perfect. Not only the looks, the voice and all of that, but also your conviction in real life and Belle’s conviction in the movie are in perfect agreement. Your portraying Belle reminded me of how I identified with Belle back in 1991 when I was eleven years old and how this might have influenced me. Maybe it only illustrated what was already there, even though I did not know then.
26 years passed since I first watched „Beauty and the Beast“. Looking back on those 26 years, I realise that the character of Belle is an impressive symbol for what I wanted to be. What Belle wants to be inspires me and shows me, what is still to be accomplished in my life as well as in the world. My life has grown from animated imagination to reality. I cannot imagine anyone to portray this change better than you have done it as „Belle“.
I won’t ask for an autograph or an answer – this is not about a trophy. But if you read this, I hope it encourages you. You’re a shining light to guide us to be better than we are, so that men and women can be beautiful, idealistic and intelligent – and everyone is taken seriously, regardless of his or her gender or sex.
All the best and THANK YOU SO MUCH for being Belle and yourself!
Talianna Schmidt
I intended to send this as a letter or email – which is really difficult. But it occurred to me this might be something that should not be kept secretly.
Ich wollte das hier zuerst als Brief oder Email an Emma Watson schicken, was natürlich schwierig ist. Über die Recherche gewann ich den Eindruck, dass meine Gedanken in diesem Falle auch vor anderer Augen gut aufgehoben sind.
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Meine Geißel: Kopfschmerzen

In meiner Familie sind sie so selbstverständlich, dass ich eine Zeit lang gar nicht begriff, wie einschränkend sie eigentlich sind: Kopfschmerzen.

Mein Vater leidet unter Wetterfühligkeit und wohl auch unter einer Art von Spannungs- bzw. Entspannungsschmerzen, meiner Mutter hatte Migräne. Meine Schwester hat die Migräne abbekommen, ich nicht so sehr – zwei, drei Anfälle in den letzten zehn Jahren sind wohl kaum eine Geißel. Aber die Spannungskopfschmerzen sind bei mir sehr bedeutend, leider. Jeden Tag zwei Stunden pendelnd im Auto zu sitzen, am Rechner zu arbeiten und dergleichen hat sicherlich seinen Anteil daran – es wird auch weniger, wenn ich regelmäßig Sport treibe. Ganz weg geht es aber nicht. Bevorzugt trat es über lange, lange Jahre hinweg samstags auf, manchmal auch sonntags, selten (zum Glück!) an beiden Tagen. Mittlerweile ist es ein bisschen „fairer“ verteilt, trifft auch mal einen Wochentag, an dem ich mich entweder durch die Arbeit quäle und dabei leider wirklich nicht viel auf die Reihe kriege – oder daheim bleibe(n muss), weil eh nichts dabei rumkommt und ich so unkonzentriert und durch die Kopfschmerzen wie bleiern müde bin, dass ich eine Gefährdung für den Verkehr wäre.

Natürlich glaubte ich immer, andere Leute wissen, wovon ich rede, wenn ich sage: „Ich habe Kopfschmerzen.“ Erste Zweifel kamen mir daran in dem ein oder anderen Gespräch, in dem ich erzählte: „Naja, Kopfschmerzen eben – zwei-, dreimal erbrochen, zehn Stunden geschlafen, dann wurde es langsam besser.“ Als Antwort darauf kam die Frage: „Ach, mit dem Magen hattest Du es auch?“ Nein. Hatte ich nicht. Schmerzen bis zum Erbrechen, als direkter Sekundäreffekt der Schmerzen. Ungläubiges Starren antwortete mir. Dann die Frage nach Schmerzmitteln – die sind ja eh ein bisschen eingeschränkt, weil die Colitis Ulcerosa, unter der ich leide, sich nicht so gut mit Ibuprofen und Acetylsalicylsäure verträgt – oder eher: sich zu gut mit denen verträgt. Abgesehen davon scheine ich oft mit Schmerzmitteln kaum eine Verbesserung zu erreichen – und für „Ich liege im Bett, habe Schmerzen bis kurz vor oder gar bis zum Erbrechen – oder ich habe mit Schmerztablette 10% weniger Schmerzen, bin aber dennoch ausgeknockt, schlafend merke ich weder mit oder ohne was davon“ nehme ich doch sicher keine nebenwirkungsintensiven Schmerzmittel! Irgendwo an der Stelle kam ich langsam auf die Idee, dass der ein oder andere Gegenüber WIRKLICH nicht versteht, was das für Kopfschmerzen sind. Meine Familie versteht es immer. Die leiden selbst darunter – ich weiß nicht, wie viele Familienfeste an Samstagen mein Vater abgesagt hat, weil er pünktlich zum Wochenende unter Kopfschmerzen litt – und zwar WIRKLICH litt. Das passiert ihm auch heute noch gelegentlich – viel zu oft, wie bei mir auch. Meistens versuche ich, mich durchzubeißen, manchmal zu heftig. Gerade während des Umzugs von der Wohnung, in der mein Mann und ich zusammengezogen sind, in unsere jetzige, viel größere, habe ich mir mal eine Predigt meines Mannes eingefangen: Ich bin mit zum Baumarkt gefahren, und kurz nach unserem Einkauf wurde es zu arg und ich bat ihn, sofort anzuhalten – und kotzte Magenflüssigkeit – der Magen war ansonsten leer – aus dem Beifahrerfenster. Seitdem versuche ich, dann auch wirklich Ruhe zu halten, denn er hatte völlig recht: Wenn ich Kopfschmerzen habe, bin ich krank. So blöd das auch ist, ich KANN dann einfach nichts tun.

Was hilft, ist Sport, Entspannung, Entschleunigen des Lebens. Das senkt die Häufigkeit erheblich. Dennoch, wenn ich in anstrengenden Phasen oder in solchen, in denen ich für mich selbst deutlich merklich hinter meinen Erwartungen oder denen anderen zurückbleibe – oder hinter beidem auf einmal – dann kommen die Schmerzen. Zumindest, wenn ich zu wenig Sport treibe, sind sie nahezu unvermeidlich. Wenn sie mal richtig da sind, fühlt es sich an, als wäre die Schläfe eingedrückt, ich kann die Augen kaum aufhalten und kriege nichts auf die Reihe, die Spannung, die zum Schmerz führt, wird vom Schmerz eher noch schlimmer. Nichts außer einem halben Tag Ruhe hilft. Danach ist die Freude, die körperliche Entspannung, das Wohlgefühl, wenn der Schmerz nachlässt, so dominant und groß, dass ich fast unerträglich albern und gut gelaunt werde.

Wenn ich allerdings regelmäßiges Laufen auf die Reihe bekomme, genug trinke und auch ansonsten meinen Ausgleich bewahren kann, dann kriege ich – zu meinem eigenen Erstaunen und auch zur Verblüffung meines Mannes – aufkommende Kopfschmerzen beim Aufwachen bemerkenswert oft mit einer „Batterie Tee“ (4 Tassen, eine davon Grün, die restlichen verschiedene Früchte- und Kräutertees – häufig Fenchel, Ingwer, Kamille, Pfefferminze, aber auch schwarze Johannisbeere) und einem Espresso in den Griff. Gerade nun, da ich das Laufen wieder angefangen habe, ist mir das stark aufgefallen. Plötzlich sind die Schmerzen nicht mehr unvermeidlich, wenn sie mal angefangen haben – selbst wenn keine Zeit ist, mal drei Kilometer zu Rennen. Das hilft nämlich auch … weit besser als Tabletten sogar. Und eines ist ganz klar: Als Antwort auf Kopfschmerzen knapp 1,2 Liter Tee und eine kleine Tasse Kaffee zu trinken und drei Kilometer zu laufen ist WEIT gesünder, als eine Tablette zu nehmen, die dann auch noch nicht oder zumindest weit schlechter hilft!

Der eigenen Phantasie Flügel verleihen …

Es ist schon eine Weile her – ich war gerade mitten drin, Am Rand des Strömungsabrisses zu schreiben – da ergab sich die Frage, wie ich mir denn die Geschichte meiner (zweifelhaften) Heldin Jenny Korrenburr weiter vorstelle. Tja, zu viel will ich nicht verraten, denn eigentlich will ich darüber ja auch wieder schreiben.

Aber eines ist klar: Jenny wächst aus dem wütenden, furchtbar schwierigen Mädchen heraus, das sie ist. Sie muss es, alles andere wäre sicher selbstzerstörerisch. Es entstand also die Idee, dass sie irgendwann mit sich, ihrem Beruf, ihrem (zivilen) Kleidungsstil und auch der Art, wie andere sie wahrnehmen, etwas lockerer umgeht – umzugehen lernt. Die Idee ergab sich, ein Bild in Auftrag zu geben, auf dem sie in ihrer unvermeidlichen Lederjacke im Triebwerkseinlass eines Flugzeuges posiert, für ein Bild. Die junge Jenny nimmt sich selbst viel zu ernst, um das zu tun – aber sie bleibt ja nicht so jung. Also schrieb ich eine Zeichnerin an, die für mich schon zuvor eigene Charaktere gezeichnet hatte (es waren damals drei Damen aus einer sehr romantisierten ShadowRun-Eiskunstlauf-Musical-Rollenspielrunde). Natürlich fehlte da dann irgendwie die Idee, wie die Pose aussehen sollte, und meine Beschreibung reichte auch nicht aus.

Was war also die Folge? Tja … mein Mann gab mir seine alte Lederjacke. Die ist zwar nicht von „Star Cargo“, aber sie genügte. In Stiefeln und mit der Lederjacke über Unterwäsche setzte ich mich – recht wackelig! – auf eine Kiste, die auf unserem Küchenbord stand, lehnte mich an den Geschirrschrank und hatte gewissermaßen wie den oberen Rand des Triebwerkseinlasses unseren Gläser-Hängeschrank über mir. Nun machte mein Mann zwei Bilder und nahm das bessere, um es zumindest ein bisschen zu anonymisieren. Es kam ein Zugang zu meiner Heldin dabei heraus, das laut einem Bekannten „ein verschmitztes Lächeln“ trägt, das so wenig wie die Pose zur jungen, wütenden Jenny passt. Eher sei es eine gereifte Jenny – oder ihre Schöpferin, nämlich ich, die da so verschmitzt lächelt.

Sicherlich ist das nicht unbedingt der Stil, der jedem gefällt. Für Jenny – in fünf bis acht Jahre älter als während der Handlung von „Am Rand des Strömungsabrisses“ – war es etwas, das sie gerne machen wollte. Natürlich sollte und soll dieses Bild nicht ihren Kameraden in die Hände fallen, wenn sie es machen lässt. Hier taucht auch das erste Mal die Version des Logos von „Star Cargo“ auf, auf die ich mich nun eingeschossen habe.

Das Bild wurde von der wundervollen Windrider01 für mich gemalt.

Wieso eigentlich?

So geschehen am Dienstag:

Ich fuhr meine übliche morgendliche Strecke – irgendwo zwischen Karlsbad und Pforzheim West passierte es dann: Nicht allzu schnell fuhr ich hinter einem LKW her, rollte nett vor mich hin und merkte, der LKW kam immer näher. Daher wollte ich nach links rüber. Also beobachtete ich die Spiegel und sah: Keiner hinter mir rechts, einer weit genug hinter mir auf dem mittleren Fahrstreifen. Auf dem linken Fahrstreifen fuhr jemand, aber der blinkte nicht und überholte noch den auf der mittleren Spur, dessen Vorderfrau ich zu werden beabsichtigte.

Also, Blinker gesetzt, Schulterblick, alles frei, wundervoll! – und rüber. Während ich nun rüberzog, schaute ich nochmal über die Schulter – und das war gut! Denn der Fahrer auf der linken Spur hatte wohl bereits im Rüberziehen den Blinker gesetzt und nahm sich in meinem toten Winkel zwischen Spiegel- und Schulterblickperspektive die hintere Hälfte des Fahrstreifenabschnitts, den ich eigentlich haben wollte. Ich fuhr also zurück hinter den LKW, ließ den Überholer und meinen designierten Hintermann vorbei und fuhr DANN am LKW vorbei.

Was ich mich dabei frage: Ringsum war alles frei. Binnen mehrerer hundert Meter waren auf keiner der drei Fahrstreifen irgendwelche Fahrzeuge außer eben dem LKW und mir auf dem rechten, dem als zukünftigen Hintermann ausersehenen Fahrzeug auf dem mittleren und eben jenem Einscherer auf dem linken Fahrstreifen. Ob mein hinterer Blinker noch geht, habe ich übrigens nach Ankunft auf der Arbeit gecheckt, er müsste es also gesehen haben. Aber entweder hat er das – warum auch immer, Sonne von vorn vielleicht – doch nicht gesehen, oder es war ihm egal, dass ich nicht rüberziehen konnte, während er völlig unangefochten noch hundert Meter weiter auf dem linken Fahrstreifen hätte bleiben können.

Das Rechtsfahrgebot in allen Ehren, aber muss sowas sein? Das war eine völlig unnötige Spurwechsel-Schere.

… wie die Gedanken weiterspinnen

Mein Mann und ich haben am vergangenen Samstagabend „Ritter aus Leidenschaft“, im Englischen Original „A Knight’s Tale“ angesehen, den historisch lustvoll unkorrekten Tjoster-Film mit Heath Ledger in der Hauptrolle.

Ich liebe das Konzept, seine Sterne neu ordnen zu können – etwas zu tun, aus Leidenschaft und mit Begeisterung, dabei durchaus auch Fehler zu machen, aber eben doch einen Weg zu finden. Als ganz knappe Erklärung, worum es in dem Film geht: Der kleine William Thatcher (als Erwachsener dann gespielt von Heath Ledger) ist begeistert von Rittern, aber als Sohn eines Dachdeckers wird er nie einer sein können. Aber sein Vater hat ein Einsehen, er bringt ihn zur Lehre als Junker zu einem Ritter, der Turniere besucht. Als dieser Ritter stirbt, versucht William statt ihm das Turnier zu Ende zu bringen. Er findet Gefallen daran und schafft sich, begleitet von der Schmiedin Kate (Laura Fraser), seinen Junkern Wat (Alan Tudyk) und Roland (Mark Addy) sowie einer durchaus freien Interpretation von Geoffrey Chaucer (Paul Bettany) als seinem Herold, das Alter Ego „Sir Ulrich von Liechtenstein aus Gelderland“, als der er auf Turnieren Begegnungen mit Prinz Edward (James Purefoy), Graf Adhemar (Rufus Sewelt) und Lady Jocelyn (Shannyn Sossamon) hat, zu einem erfolgreichen Tjoster wird und am Ende, nach Aufdeckung seiner wahren Identität, dann doch noch die Gelegenheit bekommt, seine Sterne neu zu ordnen.

Das historisch sicherlich in Kostümen, Verhalten, Rollenbildern, Lebensstil und ganz besonders der Musik (Queen, Bachman Turner Overdrive … ) sehr frei (auf deutsch: INKORREKT) dargestellte Mittelalter bildet doch eine herrliche Kulisse für die Phantasie, und das macht neben der Geschichte einen wichtigen Teil des Reizes dieses Films aus. Mein Kopf wollte dann noch mehr, und plötzlich fand ich mich in der Situation wieder, dass Figuren und Handlungen ergänzt wurden, in meiner Phantasie, die eine Geschichte im Jahr nach der Handlung des Films erzählen: Von einem Mädchen, das als Junge verkleidet aus ihrer Rolle entflieht und Soldat wird, den Krieg erlebt und zu hassen lernt – und dann in einem etwas anderen Inkognito selbst die Turniere erlebt, die sie als den besseren Weg, einen Konflikt auszutragen, empfindet. Klar, das ist komplett romantisiert, aber in einen lustvoll historisch inkorrekten Film bzw. dessen Setting passt es hinein. Ich würde nicht sagen, dass meine Gedanken es zu einem niedergeschriebenen Fanfic bringen werden, aber gewisse Züge eines werdenden Fanfics tragen sie durchaus.

Manchmal fasziniert es mich, dass ich zu bestimmten Filmen und Settings sofort so etwas im Kopf habe, während es bei anderen Geschichten (die mich teils an sich noch mehr berühren) gar nicht geht – weil diese Geschichten für mich unerweiterbar für sich stehen. Das ist beispielsweise bei der ikonischen Geschichte von „Die Schöne und das Biest“ der Fall.

Now Reading …

Nachdem ich mich schon über Anleitung für eine Revolution und über Es gibt hier nur zwei Richtungen, Mister geäußert habe, in zugegeben eher sehr persönlicher Weise, ist’s nun vielleicht nicht völlig uninteressant, was ich vor kurzem gelesen habe und was ich gerade lese.

Vor einiger Zeit gelesen habe ich „Das Ballettmädchen. Eine Berliner Novelle“ von Mori Ogai. Ob ich darüber bloggen werde, weiß ich noch nicht. Das Buch hat mich eher indifferent hinterlassen, auch wenn es mich definitiv berührt hat. Ich fand hier sehr schwierig, meine persönliche Einschätzung der Handlungen des Protagonisten von der Botschaft und dem künstlerischen Aspekt zu trennen. Aber wir werden sehen, vielleicht finde ich noch eine gewisse Distanz zum Buch.

Im Moment habe ich mich wieder einem etwas anderen Stoff verschrieben – nämlich „My Secret Garden“ von Nancy Friday. Wie in vielen Rezensionen erwähnt, finde ich das Buch bereits jetzt befreiend. Es ist eine sehr beruhigende Sache, Phantasien auch bei anderen, insbesondere auch bei anderen Frauen als ein mehr oder minder selbstverständliches, nicht anrüchiges Phänomen wahrzunehmen. Es ist auch sehr ermutigend, dass offen über diesen verborgenen Garten geschrieben wird, der wohl bei jeder anders gehegt, gepflegt, angelegt und auch benutzt wird. Ich bin noch lange nicht durch, aber ich kann mir schon jetzt sehr gut vorstellen, am Ende darüber zu schreiben – darüber schreiben zu müssen.

Allerdings werde ich sicher nicht zu einer Art Bücherblog werden, da bin ich mir ziemlich sicher. Nur spielt Lesen für mich eine nicht unbeträchtliche Rolle, und somit sind Bücher wichtige Freunde auf dem Weg durch mein Leben. Sehr wahrscheinlich werde ich auch noch die Autobiographien von Nichelle Nichols („Beyond Uhura“), Grace Lee Whitney („The Longest Trek: My Tour to the Galaxy“) sowie die autobiographischen Werke „Wishful Drinking“ von Carrie Fisher und „To The Stars“ von George Takei irgendwann wieder rauskramen und darüber schreiben, dass ich sie gelesen habe … und vor allem, wie ich sie wahrgenommen habe.

Eines allerdings sage ich noch dazu – wo mein jeweils aktuelles Buch eigentlich immer liegt: Es liegt im Bad, genaugenommen auf dem Bord neben der Toilette. Dort ist es greifbar, wenn man in der Badewanne oder auf der Toilette lesen möchte – letzteres tu ich wirklich nicht ganz selten – und ich weiß ganz genau, wo es liegt, wenn ich woanders lesen will, und kann’s mir holen. Manchmal kommt es mir so vor, als hätte das war Anrüchiges an sich, aber eigentlich glaube ich, dass das der Ort ist, wo viele ihre Bücher, Magazine oder Roman-/Comichefte bereitliegen haben.

Wiederentdeckt: Nick Knight – Tod eines Rockstars

Heute gab es bei uns zum Frühstück wieder einmal eine Folge Nick Knight – es war die Folge „Tod eines Rockstars“. Ich möchte nicht zu viel Spoilern, aber um das zu schreiben, was ich hier schreiben möchte, muss ich ein bisschen über die Folge sprechen, daher:

Spoiler!

Ganz kurz genommen hat man in der Folge die berühmte Rock-Sängerin „Rebecca“, deren neuester Hit vom Töten ihrer Fans handelt, er heißt „Fan Kill“. Das zugehörige Video läuft auch im Vorspann, parallel dazu tötet mit dem Messer, das auch im Video zum Einsatz kommt, eine Frau mit Rebeccas Frisur ihren Liebhaber in Rebeccas Hotelzimmer. Nach dem Vorspann wacht Rebecca mit Kater und Filmriss neben ihm auf, weiß nicht, dass er tot ist. Natürlich sprechen alle Anzeichen gegen Rebecca und nach den Ermittlungen wird sie nach ihrem Gig aus der Garderobe heraus verhaftet. Dann tauchen drei Polaroids auf, die ihr ein Alibi verschaffen, und ein weiterer Hinweis bringt sie frei. Nick bekommt mit, wie sie von ihrem Manager aus dem Gefängnis geholt wird – und Rebecca wirkt unglücklich, todunglücklich damit, sie hatte schon fast zum Ausdruck gebracht, sie freue sich, dem entfliehen zu können, indem sie einen Mord gesteht, den sie nicht begangen hat und an den sie sich auch nicht erinnert. Dann allerdings wird sie von einer Neiderin auf der Bühne ersetzt – und auf der Bühne erschossen. Schlussendlich lässt man sie gehen – die Plattenfirma tröstet sich damit, alle Rechte daran zu haben, was sie gemacht hat, und über einen toten Provokationskünstler noch lange Geld zu verdienen.

Spoiler (weitgehend) Ende!

Ich muss sagen, das Gefühl, dem entkommen zu wollen, das ich bin – das habe ich schon das eine oder andere Mal erlebt. Leider kann man meistens nicht diesen totalen Schnitt machen, wie ihn Rebecca mit Nicks Hilfe hier macht. Man lebt doch in bestimmte Richtungen, die auch die Wahlmöglichkeiten einschränken. Und so bleibt doch oft mehr, als man möchte, von dem, was man hinter sich lassen will. An vielen Stellen bleibt das, was man behalten will, auch nicht ganz so vollständig, wie man das gerne hätte.

Das ist nun vielleicht recht allgemein formuliert – es bezieht sich auch den Schnitt in meiner Selbst- und nahegelegten Außenwahrnehmung, den ich Mitte 20 gemacht habe, aber es gibt immer wieder Dinge, Situationen, Mechanismen, in denen man sich gefangen fühlt und denen zu entfliehen schwer ist. Wie Nick, bei dem die ganze Geschichte mit dem Vampirismus und einer in Visionssequenzen erzählten Flashback-Geschichte bezüglich seines und LaCroix‘ Auftritt in Woodstock ein Symbol für das Entfliehen wollen ist, kann ich daher ganz gut verstehen, welchen Wunsch, welches Verlangen und welches schwierige Gefühl die Folge atmet. Dass diese Themen von Nick Knight aufgegriffen werden, begeistert mich und ich verstehe allmählich tiefer, warum mich diese Serie „damals“ so begeistert hat – obwohl es mir wohl damals nicht so bewusst war. Jedenfalls bin ich so dankbar, dass ich die Serie zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen habe.

… wobei mir auffällt, dass ich UNBEDINGT noch den Soundtrack der Serie beschaffen muss!