Eigentlicher Release-Tag …

… meines Buchs wäre heute gewesen. Aber dann ging doch alles sehr schnell. Am 20.11. reagierte die erste Verkaufsplattform auf die eingereichten Dokumente und bei mir setzte die Euphorie ein: Am Rand des Strömungsabrisses ging in den Verkauf.

Mit dem 01.12.2016, dem nun nachträglich offiziellen Beginn des Verkaufs meines Buchs, geht eine mehr als zweieinhalbjährige Entwicklungszeit zu Ende. Im Sommer 2014 habe ich die Datei für „Am Rand des Strömungsabrisses“, damals noch unter dem Arbeitstitel „Leben am Rand des Strömungsabrisses“ angelegt: eine LaTeX-Datei, allerdings nur der Text und die Strukturmerkmale. Die Präambel war bereits damals ausgegliedert in eine „Formatierungsdatei“. Zweieinhalb Jahre später nun blicke ich zurück auf eine Zeit, in der ich manchmal viel geschrieben habe – aber auch wieder Phasen hatte, in denen ich gar nicht vorankam. Im ersten Elan war ich bis ungefähr Kapitel 40 gekommen, dann wurden erstmal Probeleser beansprucht, die vieles am Stil verbesserten. Danach kam der furiose Mittelteil über Jennys erste Einsätze in Quenliik. Action, schlimme Ereignisse und eine Mischung aus Schock und Gewissensbissen bei Jenny formten einen Story-Bogen, der dann mit dem Anschneiden eines neuen Themas im Kapitel „Code Red“ endete.

Genau wie meine Schreibphase – nach „Code Red“ tat ich erst einmal gar nichts, für geraume Weile. Meine Probeleser bemerkten deutlich, dass diese Pause nicht gut getan hatte – denn der Stil in den neuen Kapiteln nach dieser Pause erforderte viel mehr Anpassungen als in den Kapiteln 45-71. Relativ zügig schrieb ich danach das Buch zuende und hatte im August 2015 mein erstes Gespräch mit meiner Lektorin. Im Herbst ging das Buch dann an sie, und da ich es nicht eilig hatte, bot ich an, dass sie mein Buch hinter aktuelle, dringendere Projekte zurückstellte – im Frühjahr bekam ich meine Korrekturen und es dauerte bis zum Sommer, sie einzuarbeiten. Da war ich dann bereits in Verhandlungen mit Herrn Bayer vom Bayer Verlag, um das Buch als eBook zu veröffentlichen. Wir machten einen Vertrag und legten als Abgabetermin den 31.10. fest, als Release-Termin den 01.12. … tja, und damit sind wir in der Gegenwart angekommen, in welcher ich in einer Sweater-Jacke mit dem Star-Cargo-Logo groß auf dem Rücken und klein auf der linken Brust, mit Namensdruck „J. Korrenburr“ vor meinem Rechner sitze und diesen Beitrag schreibe (auch wenn es im Moment noch 30.11. ist).

StarCargoLogo

Ich habe in dieser Zeit viel gelernt – über viele Dinge:

  • LaTeX und vor allem die Konvertierung von LaTeX in HTML.
  • eBook-Formate wie mobi und ePub, die Regeln, die für sie gelten und welche Probleme es beim Benutzen von LaTeX-generiertem HTML gibt.
  • calibre, das mit seinen Command Line Tools meine wichtigste Ergänzung zu LaTeX und tex4ht war, um eBooks zu erstellen.
  • Wie man einem Künstler, der ein Cover malen soll, genau beschreibt, was man will – und wie so eine Kooperation abläuft.
  • Wie Lektorat und Probeleserschaft und viele weitere Korrektur-Mechanismen ineinandergreifen.
  • Inhaltliches wie Flugfunk, Flugausbildung, manche Details der Aerodynamik – das Buch ist fiktional, natürlich, und als Science Fiction auch nicht bedingungslosem Realismus verschrieben – aber völlig an unserer Realität vorbei soll die Realität auf der Welt Tethys, wo mein Buch spielt, nun auch nicht gehen.
  • Nicht zuletzt, dass zumindest innerhalb meiner Probeleserschaft das Interesse an meinem Buch größer ist, als ich dachte bzw. befürchtet hatte …

Sicherlich werde ich über das eine oder andere Detail noch etwas Schreiben, aber der eigentliche Release-Tag ist, finde ich, ein guter Tag für einen kleinen Überblick und eine Rückschau auf das Projekt.

… und die kleine Ansage: Ich plane bereits an einem „Spin-Off“-Projekt in Blog-Form: Innerhalb von Tethys wird die Serie „Acht Quadratkilometer“ über eine Werft gedreht. Zwei Jahre nach den Ereignissen von „Am Rand des Strömungsabrisses“ erfolgt der Kick-Off für diese Serie, deren Handlung 45 Jahre vor Jennys Geburt spielt. Ich hoffe, zwischen den Jahren die ersten Serien-Episoden und vielleicht auch ein paar Hintergrundposts auf den Weg zu bringen, aber der Zeitplan ist noch nicht endgültig. Ebenso liegen bereits eine Grob-Planung und 43 vorläufig ausformulierte Kapitel von „Aus Feuer und Stahl“, dem zweiten Roman über Jenny Korrenburr, auf meinem Rechner. Unabhängig vom kommerziellen Erfolg – es wird also weiter gehen!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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5 Antworten zu Eigentlicher Release-Tag …

  1. Wortman schreibt:

    Dann drück ich mal feste die Daumen, dass es sich gut verkauft 🙂

  2. aringus schreibt:

    Hat dies auf Aringus Ookami's kleiner Blog rebloggt und kommentierte:
    An die zwei Jahre hat meine Frau an einer Geschichte geschrieben, welche in der von ihr erfundenen Welt Thetys spielt (die auch sehr detailliert ausgearbeitet und ein Meisterwerk in Sachen „Worldbuilding“ ist).
    Und jetzt ist es endlich soweit! Die Geschichte ist fertig, lektoriert und veröffentlicht! Seit dem 18.11.2016 ist sie bei Amazon, Kobo und dem iTunes-Store als Ebook erhältlich.
    Es ist ein tolles Buch geworden. Und ich bin sehr stolz auf sie und finde es einfach nur toll, dass sie so ihren Traum wahrgemacht hat.

  3. michaelaschreibt schreibt:

    Zu den ersten drei Punkten, die du gelernt hast, würden mich deine Erfahrungen sehr interessieren. Ich stehe nämlich gerade vor demselben Problem: Ich habe ein tex-Dokument (bzw. mehrere für die einzelnen Kapitel und ein „Master“-file, habe tex4ht gestern installiert und in den Editor (texworks) eingebunden (das hat gut funktioniert); calibre habe ich ebenfalls runtergeladen. Funktioniert so weit alles ganz gut, am Ende kommt ein eBook raus, aber optisch könnte man das Ergebnis noch aufhübschen. Hast du irgendwelche Tricks und Kniffe, die du mir verraten könntest und würdest? Das wäre superlieb 😀 Viele Grüße!

    • Talianna schreibt:

      Zunächst einmal: Es gab ein paar Stolpersteine, die ich als solche gar nicht alle auflisten kann, manche dürfte ich auch schon vergessen haben. Wichtige Aspekte waren die ePub-Regeln (vor allem: a-Elemente sind an bestimmten Stellen verboten – und zwar an solchen Stellen, an denen tex4ht sie hinschreibt, wenn man \addtocontentsline verwendet) – hier habe ich mittels regulären Ausdrücken in einem automatisierten Script verwendet. Da ich in bash auf dem Mac arbeite, ist das nur bedingt übertragbar. Es gibt aber sicher elegantere Lösungen (z.B. Ausgabe-Einstellungen bei tex4ht – es kann durchaus sein, dass es an der HTML-Version, die ich tex4ht ausgeben habe lassen, mit liegt).

      Für sehr, sehr viele andere Dinge, vor allem in Sachen Formatierung des eBooks, habe ich Lösungen mittels der extra-css-Option in Calibre gefunden. Für Details und konkrete Fragen kannst Du mich aber gerne auch per Mail (siehe Kontakt) anschreiben. Konkrete technische Diskussion in der Kommentarspalte ist glaube ich nicht das Ding, das wird dann schnell sehr speziell.

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