Von Asphalt und Nässe

Eines vorweg: Das hier ist vermutlich unfair und polemisch!

Im Moment muss ich gestehen, bin ich auf der Autobahn zwischen dem Leonberger Dreieck und Pforzheim Süd sowie demselben Abschnitt in umgekehrter Richtung immer ein bisschen genervt. Da ist neuer Asphalt drauf, glatt, leise, angenehm zufahren. Nur stehen da Schilder … und diese Schilder sagen, dass man dort bei Nässe maximal 100km/h fahren darf. Wenn’s trocken ist, ist es dort unbegrenzt.

Nun stellt sich mir die Frage: Es gibt doch sicher Asphalt oder irgendeinen anderen Belag, der nicht gerade superglitschig wird bei Nässe. Nicht, dass ich auf meinem „Recht“, superschnell zu fahren, beharren wollen würde – nein, ich vermute sogar, wenn überall 130km/h als Geschwindigkeitslimit und nicht als Richtgeschwindigkeit ständen, käme ein Großteil der Leute nur wenig langsamer, genauso schnell oder vielleicht sogar schneller voran als jetzt. Die hohen Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen den drei Fahrstreifen auf der Stecke sind nicht unbedingt geeignet, den Verkehrsfluss für alle zu verbessern.

Aber zurück zur eigentlichen Frage: ist es ein Fortschritt, statt durch Betonplatten bei über 30°C im Sommer nur noch 80km/h fahren zu dürfen, nun bei Nässe auf demselben, bestausgebauten Abschnitt der Strecke durch tollen Asphalt 100km/h fahren zu dürfen, während es dort sonst unbegrenzt ist?

Irgendwie kommt mir das komisch vor – ich verneine nicht die Notwendigkeit, aus Sicherheitsgründen bei nass glitschigem Asphalt langsam zu fahren, aber nass ist’s häufiger als über 30°C heiß … und wenn’s ein Geschwindigkeitslimit auf deutschen Autobahnen geben soll, dann doch nicht so durch die Hintertür?

Oder, wie sich der Verdacht aufdrängen könnte, ist es einfach mal wieder so, dass frischer Flüsterasphalt oder was es auch immer ist, bei Nässe glitscht und man nun für die nächsten vier Jahre die Schilder wegen des neuen Fahrbahnbelags stehen lässt … so lange, bis man wieder wegen beschädigtem Fahrbahnbelag ein neues Limit unabhängig von der Nässe verhängen muss?

Wenn ich so arbeiten würde, würde ich mich allerdings fragen, ob ich was falsch gemacht hätte, glaube ich.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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