Sammelleidenschaft

Andere Leute sammeln Briefmarken, Pins, Autogramme …

Naja, ich habe auch ein paar Autogramme von Schauspielern aus Star Trek an der Wand hängen, meinen Kleiderschrank könnte man auch Sammlung nennen. Aber ich möchte auf etwas anderes hinaus.

Ich sammle Autobahnen. Die kann man nicht so richtig gut in ein Album einkleben, besonders handlich sind sie auch nicht. Außerdem fahre ich sie nicht „um sie gefahren zu sein“ entlang, sondern nur dann, wenn sie eh auf einem Weg liegen, den ich zurücklegen möchte. Über Besuche bei Freunden, Festivals, Conventions und dergleichen ist schon die eine oder andere Strecke zusammengekommen. Ich führe das Ganze als eine Tabelle. Darin steht dann die Autobahnnummer verzeichnet, sofern ich schon einmal ein Stück auf ihr zurückgelegt habe, die genauen Streckenabschnitte, die ich schon gefahren bin mit einer Längenangabe. Außerdem ist da noch eine Markierung, ob ich die Autobahn schon in voller Länge zurückgelegt habe.

Da ich in den letzten Jahren zunehmend Strecken wieder gefahren bin, kam wenig Neues dazu. Das änderte sich allerdings im aktuellen Sommerurlaub: Ich habe zusammen mit meinem Mann Freunde bei Bremen und Freunde bei Hamburg besucht. Das ist recht weit weg von daheim und recht weit weg von den „üblichen Strecken“. Ganz neu ist die Gegend für mich allerdings nicht, 2005 habe ich schon einmal einen Bekannten in Bremen besucht, nach dem ich zuvor auf einem Festival in Leipzig war, und 2013 habe ich zusammen mit meinem Mann die deutschen Eiskunstlaufmeisterschaften in Hamburg besucht.

Durch die eigentliche, geplante Strecke, aber auch durch Umfahrung von Baustellenstaus kamen die A26 und die A281 ganz neu hinzu, außerdem habe ich auf dem Heimweg durch einen Abstecher zu Freunden nach Mönchengladbach die A43 vervollständigt. Ein gehöriges Stück A29 sowie ein paar Stücke von A28 und A44 fanden sich ebenfalls neu auf der Liste wieder.

2015 war das Netz der deutschen Autobahnen rund 13000 Kilometer lang – wie ich beim Nachlesen für diesen Eintrag gelernt habe, ist es nach dem US-Amerikanischen, dem Chinesischen und dem Spanischen Netz das Viertlängste seiner Art. Über 6600 Kilometer befinden sich auf meinem „Konto“. Für eine Person, die zwar beruflich pendelt, aber auf fester Strecke, und ansonsten keine beruflichen Notwendigkeiten für weite Fahrten hat, ist das eine ganze Menge, finde ich. Zwei der großen Fernautobahnen (einstellige Nummer) habe ich in voller Länge befahren: Die Bundesautobahnen 2 und 5. Dazu kommt aus jeder Region mindestens eine „Zweistellige“: A10 und A14 aus dem Osten, diverse Zwanziger aus dem Norden, die A38 aus den Dreißigern, diverse Vierziger anlässlich von Besuchen bei Freunden im Ruhrpott. Bei solchen Fahrten kam auch die 52 dazu. Die Sechziger und Achtziger (naja, da gibt es ja nur die A81) sind mein ureigenstes Revier, die A71 erschloss sich über Fahrten zu einem Festival nach Leipzig – und schließlich kam bei Fahrten nach München die A99 dazu.

Es mag eine seltsame Sammelleidenschaft sein – aber sie macht mir Freude.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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3 Antworten zu Sammelleidenschaft

  1. Wortman schreibt:

    Autobahnen sammeln… Für jede Nummer eine Zahl an der Heckscheibe? 😉

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