Meine liebste Liebes-Drama-TV-Episode

Heute war es mal wieder so weit. Wir waren an DIESER Stelle. An der Stelle meines liebsten Liebes-Dramas in einer TV-Serie überhaupt. Es geht nur über eine Episode, es ist – in vielerlei Hinsicht schwierig. Aber ich verbrauche immer Taschentücher dabei, viele davon. Wenn ich die Folge allein anschaue, zum Beispiel, wenn mein Mann mal außer Haus ist, mummele ich mich mit meiner Bettdecke auf dem Sofa ein, mit einem Glas Sekt, einer Tasse heißer Schokolade und zwei Packungen Taschentücher.

Natürlich geht es um „Wiedervereinigt“, „Rejoined“ auf Englisch, aus der vierten Staffel Star Trek: Deep Space Nine.

Für diejenigen, die nicht damit vertraut sind, sei gesagt: Die Trill in Star Trek sind eine symbiotische Spezies. Die mit adretten Flecken versehenen, ansonsten menschlichen Wirte sind nur der kurzlebige, offen sichtbare Teil der Spezies. Wesentlich langlebiger sind die Symbionten, mit dem ein Teil der Wirte vereinigt werden – und damit dem Symbionten ein neues Leben, neue Erfahrungen ermöglichen, aber auch dem Wirt durch die Gedanken, Erinnerungen, Emotionen früherer Wirte, gespeichert im Symbionten, neues mit auf den Weg geben. Um neue Erfahrungen sicherzustellen, ist das Wiederaufnehmen von Beziehungen früherer Wirte gleicher Symbionten verpönt und wird mit Ausstoß aus der Gesellschaft bestraft.

Es sind nun die Symbionten Dax und Kahn, um welche es in der Folge geht. Torias Dax, der fünfte Wirt des Dax-Symbionten, war mit Nilani Kahn verheiratet, bevor ein Shuttle-Unfall Nilani zur Witwe machte. Aufgrund eines Wissenschaftsprojektes begegnen sich nun – zwei Wirte später – Jadzia Dax (gespielt von Terry Farrell) und der neue Wirt des Kahn-Symbionten, Lenara Kahn (gespielt von Susanna Thompson).

Auf einem Empfang scherzen die beiden noch über die Befürchtungen ihrer Umgebung, sie könnten eine Wiedervereinigung anstreben, aber immer mehr zeigt sich, dass die Gefühle zwischen beiden nicht erkaltet sind. Mehr noch, die beiden Wissenschaftlerinnen haben weit mehr gemeinsam als der Testpilot Torias und die angehende Wissenschaftlerin Nilani, sie schwelgen in alten Zeiten und verstehen sich hervorragend – zu gut, nach Ansicht des Umfeldes. Doch noch sind Barrieren vorhanden, das Tabu zu brechen, bis es einen Unfall gibt – Jadzia rettet Lenara und erleichtert schließen sie einander in die Arme. Impulsiv, dann fast trotzig, gegen alle Widerstände will Jadzia nun trotz der Konsequenzen, dass Lenara wie auch sie damit die letzten Wirte ihrer jeweiligen Symbionten sein werden, die Beziehung wieder aufnehmen. Doch in Lenara siegt die Vernunft, auch sehr stark unterstützt durch das Zureden ihres Bruders. Lenara geht zurück nach Trill, im Wissen, dass sie trotz gegenteiliger Beteuerungen nie wieder zurückkehren wird – und am Boden zerstört, von einer Brücke auf dem Promenadendeck sieht Jadzia sie gehen.

Für mich war diese wiederaufgenommene Beziehung, dieses plötzlich viel intensivere Verständnis zwischen Lenara und Jadzia, mit der großen Liebe zwischen Nilani und Torias, immer ein großartiges, wundervolles, unglaublich intensives Erlebnis der ganz großen Zuneigung. Insbesondere der Kampf gegen die Widerstände – und die unterschiedlichen Entscheidungen, die Jadzia und Lenara fällen – lassen mich Sturzbäche heulen, intensiv berührt sein und zutiefst mitfühlen, mitleiden. Es mag seltsam erscheinen, aber dieser wundervolle Kuss zwischen Jadzia und Lenara, im Wissen des Verbots … dass dieser Kuss oft nur als der skandalöse oder erotische Kuss zwischen zwei Frauen gesehen wird, das tut mir weh. Die Geschichte ist eine so intensive Liebesgeschichte zwischen zwei komplexen Persönlichkeiten, die in ihrer zweiten Chance so viel besser zusammenpassen und doch nicht zusammen Sein können, dass dieser wunderschöne Kuss mit Lenaras anschließender Flucht der Höhepunkt eines Dramas ist, das von da an seinen unvermeidlich tragischen Lauf nimmt.

Ich bin so verheult wie noch immer verzückt davon, wieder einmal diese wundervolle Folge gesehen zu haben, diese wundervolle Liebesgeschichte, die mich seit dem ersten Mal, dass ich sie gesehen habe, nie mehr losgelassen hat.

 

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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