Langsames Raustasten

Wie ich letzte Woche geschrieben habe, war ich krank. Und leider bin ich es immer noch. Ich leide an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung namens „Colitis Ulcerosa“, und zur Zeit hat es mich ganz schön umgehauen. Eine Colitis ist eine Entzündung des Dickdarms (Colon) und die Colitis Ulcerosa ist eine automimmune Variante davon. Ich habe also nicht einfach ’ne Magen-Darm-Grippe – wenn es das nur wäre.

Das Zeug kommt in Schüben, wie die meisten Autoimmunerkrankungen. So einen Schub habe ich gerade – den Höhepunkt hatte das Ganze vergangene Woche Mittwoch bis Freitag, da kam ich kaum noch vom Klo runter.

Was ich heute gemacht habe, wäre letzte Woche undenkbar gewesen: Ich bin zu Fuß zur Post und habe zwei Briefe weggeschickt (beide in Zusammenhang mit der Krankheit) und war dann zu Fuß beim Supermarkt. Alles in allem vielleicht sechs Kilometer, mit allem drum und dran fast zwei Stunden unterwegs. Und ich habe in der Zeit tatsächlich keinen Krampf gehabt. Freilich: Kaum hatte ich mich zu Hause hingesetzt, krampfte der Bauch und ich musste auf’s Klo und – aber lassen wir das.

Ich hoffe inständig, dass es weiterhin langsam besser wird – wenn’s kommende Woche nicht langsam wieder auf einem Level ist, dass ich Laufen gehen kann, dann werde ich wohl meinen Halbmarathon im September absagen müssen. Weil dann fehlt einfach Training, und ich möchte den Halbmarathon nicht „zu hoch drehend“ laufen. Das wäre nämlich auf die Gefahr hin, dass ich danach gleich wieder einen Schub kriege.

Aber ich hoffe das Beste – und mache mich robust gegen das Schlimmste. Nicht, dass ich es erwarte. Aber zumindest robust dagegen werde ich meinen Kopf machen. Aber immerhin: Die blöden Sprüche sind noch nicht weg, sagt mein Mann. Aber wären die mal weg, würde er sich auch wirklich Sorgen machen.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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9 Antworten zu Langsames Raustasten

  1. autopict schreibt:

    Na da wünsch ich gutes Wiederaufdiebeinekommen, auf dass du dir die gesteckten Ziele erfüllen kannst.

    • Talianna schreibt:

      Vielen Dank. Und wenn der Halbmarathon nicht funzt, dann funzt er halt nicht. Hauptsache, ich krieg‘ den Schub weg. Es ist – Parton – einfach eine Scheißkrankheit. Vor allem chronisch. Man kann schubfrei werden. Man kann mit, manchmal sogar ohne Medikamente in Remmission kommen, also symptomfrei sein. Aber es geht nie wieder weg. Es kann immer plötzlich wieder kommen. Außer, man lässt den gesamten Dickdarm entfernen …

  2. Wortman schreibt:

    Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung.

  3. Ruhrköpfe schreibt:

    gute Besserung und laß es langsam angehen! Einen Halbmarathon kannst Du auch noch in zehn Jahren laufen 😉

    • Talianna schreibt:

      Sicher kann ich das auch in zehn Jahren noch tun. Aber das Laufen tut mir gut, auch zur Vermeidung von Schüben der Colitis Ulcerosa. Nur im Schub Laufen ist so ’ne Sache … 😉

      • Ruhrköpfe schreibt:

        Ja, Laufen hilft gegen alles, ist bei mir genauso, doch muss es unbedingt jetzt bald ein HM sein? 😉

        • Talianna schreibt:

          Nö 🙂 Wenn ich allerdings nun wieder Laufen kann, der Schub weg ist (es wird täglich ein Quentchen besser, aber halt nur ein Quentchen), dann kann ich auch den Halbmarathon laufen. Ist nur die Frage nach der Zeit – aber wenn ich krank war, ist halt die Ambition „unter zwei Stunden“ begraben und wenn’s 2:30 werden …

          Ich laufe erfahrungsgemäß für mich selbst besser und angenehmer, wenn ich langsam und lang laufe.

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