Durchhänger

Es ist Euch wohl nicht entgangen, dass die letzten Tage hier nicht viel passiert ist. Das liegt nicht daran, dass die Autobahn langweilig gewesen wäre – oder die Ausweichstrecken. Tatsächlich habe ich zweimal sogar neue Umleitungen ausprobieren dürfen – einmal durch’s Albtal und statt in Karlsbad auffahren eben weiter, über Ittersbach und dann auf der Behelfsumleitung entlang der A8 runter Richtung Nöttingen, von dort weiter nach Wilferdingen und in Pforzheim West auf dei A8, und ein anderes Mal, am selben Tag, in Pforzheim Süd runter, durch Wurmberg und auf Umwegen hinüber nach Niefern – und dann in Pforzheim Ost wieder auf die Autobahn, zuletzt sogar durch ein auf einem Hügelrücken gelegenes Wohngebiet, in dem eine Tempo-30-Zone existiert – durch die ich gefahren bin.

Aber ich hatte einfach nicht die Kraft, darüber zu schreiben. Ich war an den Abenden, schon seit Donnerstag, immer regelrecht todmüde. Und ich hatte andere Dinge aufzuarbeiten: Für die deutschen Meisterschaften im Spiel BEHIND im September hatte ich noch die Szenarien abzutippen, die sich zwei Mitspieler und ich ausgedacht haben. Damit bin ich noch immer nicht ganz fertig, aber zumindest fehlen nun nur noch zwei – und die ersten 5 sind zum Gegenlesen bei den beiden Mitspielern. Und am Freitag hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis, Dinge zu tun, die aus meinem Alltag heraus zielen: Ich habe also mein neues Oberteil aus grünem Glitzerlack und schwarzem Samt mit recht offensivem Glitzer angezogen, dazu einen kurzen Rock, und bin so mit meinem Mann in Bietigheim zur Bürgerstube Saba essen gegangen. Und bei der Gelegenheit habe ich mal wieder einen Rotwein getrunken, einen kroatischen namens Pelavac oder so ähnlich. Und als Absacker gab es einen Ramazotti und einen Espresso – man sieht, dass ich keinen Alkohol gewohnt bin, denn danach war ich doch reichlich angeheitert, habe meinem Mann in farbigen Metaphern über Dinge berichtet, die mich an verschiedenen Stellen stören und die kleine Unterhaltung gehabt, dass ich wegen des Alkohols nicht mehr in der Lage sei, auf den Strich zu gehen – bewusst doppeldeutig formuliert. Frau erkennt, mit dem Richtigen verheiratet zu sein, wenn der dann grinst, die Schritte auf einer Linie hintereinander weg setzt und meint: „Das mach ich für Dich.“

Tja, und heute dann der richtige Durchhänger. Freilich, ich war um neun aus dem Bett raus, habe dann aber bis halb elf gebraucht, um endlich Laufschuhe und Laufklamotten anzukriegen und auf die Strecke zu kommen. Ich habe zwar 16 Kilometer geschafft, aber nach dem Frühstück zur Mittagszeit lag ich dann erstmal für zwei Stunden auf dem Sofa und habe tief und fest geschlafen. Nach dem Einkaufen vorhin dann nochmal dasselbe: Tief und fest habe ich geschlafen auf dem Sofa, zwei Stunden oder sogar noch etwas mehr.

Ganz offensichtlich habe ich das gebraucht. Auch wenn so viele gute Dinge zu tun sind: Ich sollte noch die Szenarien, die noch fehlen, für die BEHIND-DM abtippen, außerdem habe ich noch einen Bericht von der Teezeremonie-Vorführung am vergangenen Wochenende zu schreiben – und auf die liebe Nominierung zum Lieblingsblog durch die Ruhrköpfe ( http://ruhrkoepfe.wordpress.com/2014/07/25/liebster-award-was-mag-das-sein/ ) will ich noch reagieren. So werde ich es allerdings wohl nur hinbekommen, auf einen Furo mit Kama zu bieten, bevor ich heute ins Bett falle. Morgen geht es dann Berglaufen im Murgtal und danach in Rotenfels in die Sauna. Und dann sehen wir weiter, ob ich dann wieder etwas fitter bin. Ein bisschen hat sich auf die vielen, vielen Dinge, die in den letzten Wochen nicht, schlecht oder schwierig liefen und den Mangel an Pausen in der Zeit auch meine chronisch entzündliche Darmerkrankung wieder gemeldet, ist aber schon wieder am Abklingen.

Ich wünsche Euch ein eben so geruhsames Wochenende wie ich gerade eines habe. Und eins noch: Ich schrieb vor einiger Zeit, dass ich stets, wenn sich etwas verändert, „Es gibt hier nur zwei Richtungen, Mister“ von Reinhold Ziegler lese. Ratet mal, welches Buch ich nun das 32. Mal zu lesen begonnen habe …

Advertisements

Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
Dieser Beitrag wurde unter Blick über die Leitplanke, Laufendes abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Durchhänger

  1. Wortman schreibt:

    Das Outfit war bestimmt sehr guut 😉

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s