Auszeit

Genau das war’s, was ich mir nun die Tage genommen habe. Mein Körper hat mir recht deutlich gemacht, dass ich etwas Ruhe brauche: Ich hatte einige Tage in Folge recht krasse Kopfschmerzen und das hat mich dann auch vom Rechner fern gehalten. Deswegen gab es keine Highway Tales in dieser Zeit: Donnerstag hat mich der Kopfschmerz vom Posten, Freitag sogar vom Arbeiten fern gehalten. Samstag war sogar nah an dem, was ich einen Tages-Totalverlust nenne: Kopfschmerzen in der Intensität, dass nichts geht außer monotonen, keine Konzentration erfordernden Tätigkeiten – oder eben Schlafen.

Das Ergebnis war, dass ich eine Menge geschlafen habe, eine Menge gelaufen bin – Laufen ist hinreichend monoton, dass es mit Kopfschmerzen geht, und oft genug geht es mir danach besser. Tatsächlich habe ich dieses Wochenende (wenn man den Freitag dazu nimmt) jeweils unter Kopfschmerzen insgesamt über 50km zurückgelegt, und zwar ca. 40 davon auf meinen Asics und den Rest auf meinen Mizunos. So ganz nebenbei habe ich dabei meinen Rekord auf 10km gebrochen, und das unter Kopfschmerzen. Wie es scheint, zahlt das Training sich aus. Am Freitag habe ich während des Laufens tatsächlich keine Kopfschmerzen gefühlt, nur davor und danach – und entsprechend sah die Leistung aus: 54:47 auf zehn Kilometer. Das lässt sich durchaus sehen, finde ich.

Am Freitagabend habe ich noch eine weitere Kopf- und Körper- und Seelenentspannungsgeschichte gehabt: Teezeremonie-Unterricht. Ich lerne nämlich Teezeremonie nach der Tradition der Urasenke. Die Bonryaku Temae kann ich bereits halbwegs, und meine Sensei befand eine Mitschülerin und mich nunmehr für reif für eine einfache Usucha Temae. Allerdings muss ich sagen, dass ich mich beim korrekten und eleganten Handhaben des Hishaku wieder wie eine blutige Anfängerin gefühlt habe. Da steht noch viel Übung an. Dennoch war es eine meditative, sehr angenehme Erfahrung, die mir sehr gut getan hat. Auch wenn ich trotzdem am Samstag noch stärkere Kopfschmerzen hatte als am Freitag, und somit nur eine Runde von einigen Kilometern hinbekommen habe, in einer miserablen Zeit von 8:01 pro Kilometer. Das kann ich normal viel besser! Aber auch regenerative Einheiten müssen sein und dieses Mal hat mich der Kopf sogar dazu gezwungen. Am Samstagabend schließlich hatte ich Besuch von einem sehr lieben Freund von mir, den ich seit über zehn Jahren kenne, und zwar über das Spiel BEHIND, das hier sicher nur sehr wenige kennen, wenn überhaupt jemand. Wir waren zusammen Essen, haben den Abend über geredet und zum Glück war mit dem Abendessen auch der Kopfschmerz weg.

Ich hoffe, kommende Woche wieder etwas regelmäßiger Geschichten von der Autobahn erzählen zu können, und wenn möglich nicht ganz so viele stauige wie die letzten Wochen. Das war nämlich echt nicht schön.

Einen schönen Restsonntag wünscht Euch: Die Highway Tellerin!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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11 Antworten zu Auszeit

  1. Wortman schreibt:

    Gute Besserung nachträglich. Solche fiesen Migräne – Kopfschmerzen kenne ich auch… wenn man nicht mal mehr richtig die Augen aufmachen kann… weil das Licht noch mehr Schmerzen bereitet…

    Das mit der Teezeremonie klingt klasse. 🙂

    • Talianna schreibt:

      Bei mir ist es eher aus Spannung heraus. Spannungskopfschmerzen sind von der Intensität her nicht weniger schlimm als Migräne, funktionieren aber ganz anders – bei Migräne (plagt mich auch, aber sehr selten) bringt Sport gar nichts, im Gegenteil. Zumindest bei mir. Rein biologisch verstehe ich das auch: Die Adern sind geweitet und man hat eine leichte Entzündungsreaktion. Das ist dann fies mit Sport. Spannungskopfschmerzen sind dagegen wenn ich es richtig weiß übersensible Schmerzrezeptoren durch Spannung in der Kopfhaut, da kann Sport was bringen – und tut es bei mir.

      Teezeremonie betreibe ich seit Oktober letzten Jahres. Wie gesagt: Eine einfache Form habe ich schon gelernt und meine Sensei feilt da nur noch an Schönheit. Nun kommt die nächste. Ich kann ja mal gucken, ob ich da ein bisschen drüber berichte, bei Gelegenheit 🙂

      • Wortman schreibt:

        Sport ist Mord bei Migräne 😉

        Warum nicht? solche Berichte sind bestimmt interessant 🙂 Deine Sensei? Die Meisterin des Tees oder lernst du noch etwas anderes?

        • Talianna schreibt:

          Meine Sensei unterrichtet auch Ikebana, Sushi-Machen, die japanische Sprache und ich glaube noch ein paar Dinge mehr. Mehr als Teezeremonie kriege ich in meinem Zeitplan aber leider nicht unter. Und ich schau mal, ob ich ein paar Worte über meine Erfahrungen mit dem Teeweg (Chado) hier unterkriege 🙂

          • Wortman schreibt:

            Im Tee liegt die Ruhe – also bloß keine Hektik 🙂

            Ikebana ist Blumensteckkunst. Ich mag lieber Origami 🙂

            • Talianna schreibt:

              Ich glaube, Origami unterrichtet meine Sensei nicht. Ich für meinen Teil würde glaube ich auch eher Ikebana machen – nicht so sehr wegen Sensei und weil sie das unterrichtet, sondern vor allem, weil es zum Ausstatten des Teeraums gehört. Und mein Interesse an Japan und seiner Kultur neigt dazu, sich zunehmend um den Teeraum zu gruppieren.

        • Wortman schreibt:

          Ist irgendwie logisch… dass man eher das nimmt, was mit der neuen, alten Leidenschaft besser übereinstimmt 😉

  2. Ruhrköpfe schreibt:

    Ich wünsche Dir einen guten Wochenstart ohne Kopfschmerzen 🙂

  3. daslandei schreibt:

    Manchmal braucht man das einfach 🙂

    Ich blogge im Moment auch nicht viel, weils einfach die Zeit nicht zulässt und es halt ein schönes, aber eben doch nur ein Hobby ist…

    • Talianna schreibt:

      Mir tut’s eigentlich recht gut, meine Autobahn-Erfahrungen und ein bisschen aus meinem Leben zu teilen, gerade in anstrengenden Zeiten. Aber halt nicht mit Kopfschmerzen. Da leg ich mich lieber hin oder renne durch die Gegend.

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