Abseits der Autobahn

Ich sitz‘ also daheim und bin krank – und Laufen geht definitiv nicht. Nicht aufgrund der primären und auch nicht aufgrund der sekundären Symptome.

Was tut man also?

Mindestens ich liege auf dem Sofa, raffe mich gelegentlich zum Rechner und zum Tee Kochen in die Küche auf – und gucke DVD. Das übliche Mittagsprogramm in Fernsehen ist mir meist zuwider, aber wofür steht das Regal voller DVDs, speziell auch Serien und Filme, die zu gucken mit meinem Mann nicht so gut funktioniert.

Und eine dieser Serien, die da steht und seit viel zu langer Zeit viel zu selten angeschaut wird, schaue ich nun. Es mag vielen Leuten albern vorkommen, aber was ich anschaue, ist Glee. Sicher, die Serie ist klischeehaft, unrealistisch und übertrieben. Aber ich mag die Musik. Den überzogenen Highschool-Flair, auch wenn ich den echten nie kennen gelernt habe. Bei manchen Entwicklungen vergieße ich begeistert Freuden- und Rührungstränen. Es ist genau die richtige Dosis Drama mit Musik, aber es bricht ab, bevor es richtig schlimm wird.

Natürlich, ich stehe auch auf tiefe Dramen. Auf intensive Storylines, die einfach ewig lange im Drama, in der Tragik verharren. Meist versuche ich mir, dazu Musik vorzustellen, und meistens lande ich dann bei Klassik.

Es mag sein, dass man nun den Satz einwerfen könnte, den eine Kollegin von mir über ein Buch sagte, bei dem alle verwundert waren, dass sie es las. Ich weiß nicht mehr, was es war. Es ist auch egal. Sie sagte: „It’s just chewing gum.“ Ja, vielleicht ist Glee sowas in der Art für mich. Aber ich liebe es. Es ist die richtige Dosis und es tut mir gut, wenn ich krank bin, und wenn ich gesund bin.

Ich könnte immer wieder mitfiebern mit Brittany und Santana, die es bis zu meinem aktuellen Stand noch nicht hingekriegt haben, sich öffentlich zueinander zu bekennen. Ich bin immer wieder begeistert von Quinn Fabrays Augenaufschlag, dem leicht gesenkten Blick und der festen Überzeugung in ihrem Blick, dass niemand, gar niemand ihr widerstehen kann. Und Lea Micheles Stimme als Rachel Berry macht mir Gänsehaut, gerade wenn sie etwas singt, was eigentlich ganz andere Stimmen hatte, im Original – zum Beispiel das Duett aus der Folge, die ich aktuell schaue: Jesse St. James und Rachel Berry singen „Rollin‘ in the Deep“.

Und ich glaube, es macht mich gesund. Mindestens fühle ich mich gerade besser, seit es auf dem Bildschirm flimmert.

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Baumaßnahmen

Ich schreibe immer, immer wieder über sie. Und sie sind auch jedem, der einigermaßen oft Autobahn fährt, gleichermaßen bekannt und verhasst: Baustellen. Es gibt diverse Arten: Tagesbaustellen, Nachtbaustellen, Dauerbaustellen. Oft genug ist die Lücke zwischen Nachtbaustelle und Tagesbaustelle am Morgen sowie umgekehrt am Abend groß genug, um die Rush-Hour durchzulassen. Nur, wenn ich wirklich, wirklich spät dran bin, fahre ich manchmal in eine Tagesbaustelle rein – meistens handelt es sich um kleine Reparaturen oder auch nur um Mäharbeiten.

Wesentlich langwieriger und im Grad der Behinderung des Verkehrs auch wesentlich schwerwiegender sind die Dauerbaustellen. Von denen hat es zur Zeit drei auf meiner Strecke, und eine vierte ist mir noch sehr deutlich in Erinnerung:

1. Ausbau der A8 auf sechs Fahrstreifen zwischen Pforzheim West und Karlsbad. Diese Baustelle hat diverse verschiedene Darreichungsformen schon gezeigt und ist im Moment schon wesentlich weniger nervig als sie es früher war. Was wird dort gemacht? Die A8 wird ein wenig verlegt, teils ein bisschen nach Norden, teils ein bisschen nach Süden. Und die Steigungen werden zu großem Teil reduziert. Eine Brücke durch das Tal bei Nöttingen existiert schon, ist aber bisher nur auf einer Fahrtrichtung und da nur von einer Seite angeschlossen – wird also noch nicht befahren. Dazu wurde eine künstliche Senke in eine Anhöhe gegraben, so dass man von Karlsbad herunter nicht erst steil nach unten, dann wieder stark nach oben und dann wieder steil nach unten fährt. Prinzipiell besteht dieses Runter-Hoch-Runter noch, aber auf der inzwischen befahrbaren einen neuen Richtungsfahrbahn sind die Steigungen deutlich reduziert. Nur auf dem Stück, das so bald die Brücke angeschlossen ist, stillgelegt werden wird, sind die Steigungen noch hoch. Die Brücke selbst wird mit einem Damm angeschlossen. Eine kolossale Arbeit mit gewaltigen Bodenbewegungen, Ausgraben unter die Krume bis ins Gestein und das Ganze auf vielen Kilometern. Sehr beeindruckend. Früher musste man sich da auf der Breite der halben alten Autobahn mit je zwei extrem schmalen Richtungsfahrbahnen durchschlängeln. Auf der neuen Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart hat mehr Autobahn Platz, als die A8 früher war. Dennoch ist die Baustelle immer noch recht nervig, weil sie als schmaler, zweispuriger Teil zwischen zwei gut ausgebauten, dreispurigen Abschnitten liegt. Ich freue mich auf eine herrliche neue Autobahn Ende 2015.

2. Fahrbahnerneuerung im und um das Dreieck Karlsruhe. Klar, die Fahrbahn hier ist furchtbar schlecht gewesen. Aneinanderasphlatierte Betonplatten, die schon allmählich sich heben wollten. Allerdings ist das Dreieck Karlsruhe und die umgebenden Abschnitte der A5 auch ein wichtiger Verkehrsweg. Sprich: Hier entsteht vor allem auf der Überleitung von der A8 Richtung Norden, auf der A5 von Süden her und wohl auch auf der A5 von Norden her immer wieder Stau. Da die Erneuerung den Bereich südlich des Dreiecks nur rudimentär betrifft, habe ich mit besagter Baustelle morgens viel mehr zu kämpfen als Abends – denn in der Regel staut es sich von der A8 nur Richtung Frankfurt, nicht Richtung Basel. Morgens allerdings zwingt – und da sie bald fertig ist, hoffentlich zwang – mich der Stau oftmals, bereits in Bruchhausen die B3 zu verlassen und über Ettlingen und Busenbach zur A8 zu fahren. Der Stau auf die B3 bei Karlsruhe Süd zeigt deutlich auf, wie heftig wichtig die A5 für den Verkehr in und um Karlsruhe ist, gerade jetzt, wo wegen der U-Strab und anderen Dingen so viel dort gebaut wird.

3. Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost. Das war eine Baustelle, die für mich schwer einzusehen war. Meine Gedanken sagten: Die ist doch noch gut! Gleichviel. Die Richtungsfahrbahn nach Stuttgart wird erneuert. Und statt auf dem schönen sechsstreifigen Teil fahren die Autos nun auf vier – also zwei pro Richtung – durch die Baustelle, alles auf der Richtungsfahrbahn nach Karlsruhe. Vor allem die Verbreiterung auf drei Fahrstreifen im Anstieg von Pforzheim Ost nach Pforzheim Nord ist stark zu merken – da ergibt sich nun immer Stau.

4. Brückenarbeiten zwischen Dreieck Leonberg und Kreuz Stuttgart. Was sie da genau gemacht haben, weiß ich gar nicht. En passant einen stationären Blitzer installiert haben sie jedenfalls. Aber ansonsten war das einfach nur eine Fahrbahnverengung, die eigentlich – eigentlich! – nicht so schlimm hätte sein sollen. Aber dort ist verdammt viel Verkehr. Und in dieser Zeit der Baustelle habe ich mir etwas angewöhnt, das mir heute noch sehr nützlich ist: In Leonberg Ost runter von der A8 und über die Magstadter Straße hoch zum Schattenring und dann über die B14 zur Uni. Das nützt mir auch heute noch.

So – und hoffentlich ist nach meinem momentanen Krankheitsaussetzer auch Baustelle Nummer 2 Geschichte, so wie Nummer 4 seit geraumer Weile. Das käme mir sehr entgegen!

Werkzeuge zur Seelenwartung

Die Werkzeuge, ein Auto zu warten, kennen die meisten Leute – ein Radkreuz oder ähnliches und einen Wagenheber haben die meisten im Auto, Schraubenschlüssel und Schraubendreher haben die meisten daheim – ein Drehmoment-Schlüssel ist auch nicht ganz exotisch für einen Großteil der Menschen.

Ich für meinen Teil habe aber entdeckt, dass auch mein Geist gelegentlich wartungsbedürftig ist – sowohl der rationale als auch der emotionale. Was man davon als Seele bezeichnen will, ist schwer zu sagen. Ich denke, die Übergänge sind fließend. Aber neben dem Laufen, über das ich hier ja schon gelegentlich berichtet habe, und dem autogenen Training – dazu noch Sauna und Geschichten Schreiben – habe ich noch eine weitere Methode gefunden, Ruhe und Frieden in mich hinein zu bringen: Japanische Teezeremonie, die ich seit etwas weniger als einem Jahr zu erlernen begonnen habe und sicher noch weit davon entfernt bin, auch nur die einfachsten Dinge in Perfektion zu beherrschen. Dennoch gibt mir das Erlernen und Praktizieren sehr viel – und teils habe ich in diesem Blog ja auch schon darüber geschrieben.

Da aber oftmals ein Bild viel mehr hilft, die Dinge nachvollziehen zu können, habe ich von meinen Tee-Sachen, mit denen ich übe, mal ein paar Fotos geschossen:

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Man sieht links unten das Kensui, das Brauchwassergefäß. Es nimmt Wasser, das zum Spülen der Teeutensilien benutzt wird, nach der Verwendung auf. Oben im Bild sieht man den Teekessel, hier eben einen mit Henkel zum Gießen. Diesen benutzt man zum Beispiel bei den einfachen Tee-Handlungen mit Tablett, genannt Bonryaku Temae. Und selbiges Tablett ist in der Mitte zu sehen.

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Das Tablett Bon ist hier größer zu sehen, und darauf sind Werkzeuge, die auch bei anderen Arten der japanischen Teezeremonie zum Einsatz kommen: Die Teedose Natsume aus Holz oder eine Lackarbeit am vom Betrachter entfernten Ende des Tabletts. Und im Vordergrund die Teeschale Chawan, in welcher das kleine, weiße Tuch Chakin zum Ausreiben der Teeschale nach ihrer rituellen Reinigung zu Beginn zu sehen ist. Mit Hilfe des speziell gefalteten Chakin in der Schale aufgestellt ist der Teebesen Chasen zu sehen. Mit dem Chasen wird der Tee – pulverisierter Grüntee Matcha – schaumig geschlagen. Der Schaum ist wichtig für die Geschmacksentwicklung. Und zuletzt liegt der Bambus-Löffel Chashaku über der Chawan. Mit ihm wird der Matcha aus der Natsume in die Chawan gegeben.

Daneben gibt es dann noch ein Tablett mit Süßigkeiten, die zum Tee gereicht werden, aber das habe ich nun nicht aufgebaut. Bonryaku, dessen Werkzeuge mit Ausnahme der Süßigkeiten nun hier aufgebaut zu sehen sind, ist eine sehr einfache Zeremonie für Anfänger, in der viele Dinge enthalten sind, die man später für aufwändigere Handlungen benötigt.

Beim letzten Mal Unterricht haben meine Mitschüler und ich angefangen, eine Usucha Zeremonie zu erlernen. Dafür benötigt man eine andere Art von Kessel, die ich mir nun gekauft habe – aber bisher ist das gute Stück zwar bereits auf Reisen, aber noch nicht bei mir angekommen. Aber ein paar weitere Gegenstände zum Daheim Üben habe ich bereits:

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Neben dem von oben bekannten Kensui und dem Kessel sind hier nun der Hishaku, der Schöpflöffel aus Bambus, sowie das Frischwassergefäß Mizusashi mitsamt Deckel zu sehen. Der Kessel ist allerdings für die Benutzung eines Hishaku ungeeignet, und da warte ich eben auf meinen Furogama, einer Kombination aus Kohlebecken und Kessel mit größerem Deckel, den ich hier bestimmt mit eigenen Fotos zeigen werde, so bald er angekommen ist. Im Vordergrund sieht man außerdem noch – weitgehend vom Kesseldeckel und Chakin verdeckt, das Futaoki, welches als Ablage für den Kesseldeckel benutzt wird.

Ich hoffe, dass die Dinge so ein wenig plastischer sind und die Begriffe, die ich im Bereich Teezeremonie erwähne, so etwas verständlicher erscheinen. Mir hat das Anfertigen dieser Bilder an meinem heutigen, leider von Krankheit geprägten und damit abseits der Autobahn und der Arbeit daheim verbrachten Tag schon etwas Ruhe gegeben, die hoffentlich meiner Genesung entgegenkommt.

 

Einen im Tee …

Zugegeben. Dummes Spiel mit einer Redensart für’s Betrunkensein. Denn natürlich geht es nicht um Alkohol, auch wenn ich vergangenen Freitag mit einem Glas Wein und einem Ramazotti ganz schön knülle war.

Im Moment freue ich mich über etwas ganz anderes: Ich habe mir das ein oder andere Teeutensil gekauft, um nach Bonryaku, einer einfachen Teezeremonievariante mit Tablett, nunmehr Usucha zu lernen – bei der die wohl einigen geläufige Bambus-Kelle namens Hishaku zum Einsatz kommt. Das Frischwassergefäß, den Hishaku und einiges weiteres Zubehör kann man auch in Europa recht einfach erstehen. Vielleicht nicht unbedingt die Werkzeuge, die durch Alter, Einfachheit, Originalität und ihren Preis bestechen, aber eben doch Werkzeuge, die zum Üben und auch – sobald ich mal so weit bin – meinen interessierten Freunden einen Einblick zu geben.

Aber eine Sache ist nicht so einfach. Das Kohlebecken – in dem Fall ein tragbares namens Furo, das bei Sommerzeremonien zum Einsatz kommt. Und der Teekessel, Kama genannt. Zusammen wird das dann als Furogama bezeichnet. Rein mechanisch wichtig daran ist, dass der Bambusschöpfer hinein passt und adäquat darauf gelegt werden kann, aber auch, dass das Ganze mit den restlichen Teeutensilien und nicht zuletzt der Vorstellung dessen, der damit Tee macht, harmoniert. Denn sicher ist es mit einem Furogama, das einen irritiert, sehr schwer, die innere Ruhe und Harmonie zu erreichen.

Und somit habe ich nun zunächst schweren Herzens damit begonnen, einen Furogama zu suchen, zu kaufen und mir schicken zu lassen. Neues ist schwierig zu bekommen, erst recht in Europa, aber auch mit dem Gebrauchten ist es – in Europa – so eine Sache. Und so jagte ich zuerst einer Auktion auf Ebay hinterher, bei welcher ich jedoch nicht den Zuschlag bekam, wenn auch ganz knapp. Ich war offenbar unter den letzten beiden Bietern. Aber morgens um fünf am Sonntag aufstehen, nur um nochmal zu bieten – das habe ich dann doch nicht gemacht.

Aber dann habe ich ein ganz ähnliches Stück entdeckt, Eisen, schwarz, sehr stabil, ebenfalls nicht neu … und als ich dann letztlich den Kauf komplett machte, ließ ich mir die Hand halten von meinem Mann, denn so viel Geld auf einmal habe ich schon lange nicht mehr ausgegeben. Die letzte Anschaffung in dieser Größenordnung war ein Korsett vom TO.mTO, und das musste ich nicht aus Japan importieren … und heute Abend habe ich die Versandbestätigung bekommen und harre nunmehr dem Tage, an dem ich Euch hier auf meinem Blog die Werkzeuge alle zusammen zeigen kann, auch wenn ich bestimmt bis dahin noch nicht reif genug bin, sie in eleganter Weise zu benutzen. Aber immerhin: Dann kann ich auch zu Hause üben. Denn welche Zeremonie auch immer, in Sachen Tee und auch sonst alle Zeremonien: Wiederholung, Üben, das ist der Weg, dass es von allein geht und die Zeremonie zu einem spirituellen Erlebnis, zu Freiheit entlang festgelegter Bewegungen macht. Ich habe dieses Gefühl einige wenige Male schon beim Durchführen der einfachen Bonryaku Temae erleben dürfen – und festgestellt, dass der für Europäer wohl als Widerspruch daherkommende Konflikt zwischen bis ins Detail festgelegten Handlungen und der Freiheit und des Friedens in ihrer Durchführung nicht existiert. Die Dinge willkürlich zu tun ist stets auch damit verbunden, unsicher zu sein, ob man es richtig macht, immer wieder. Muss ich stets darüber nachdenken, wie es nun weiter geht, welche Entscheidung ich treffe, so ist mein Geist nicht frei, in der Handlung meditativ aufzugehen. Das mag nun esoterisch klingen. Aber für mich ist dieser noch immer viel zu selten erlebte perfekte Moment, in dem die Handlungen zu fließen scheinen, zu einem Ziel geworden, zu einem Moment perfekter Entspannung und des Glücks.

Ich hoffe, dass meine neuen Dinge mich, früher oder später, zu solchen Momenten führen können. Und ich freue mich darauf.

Tiefflug

Verglichen mit den vergangenen Tagen war die heutige Heimfahrt ein Tiefflug. Es war echt erstaunlich, das erste Mal seit Wochen, nein, wohl schon Monaten zeigte die Abschätzung von Google Maps für die Heimfahrt unter 1:10 an. In optimalen Fällen wären es 0:55.

Und ich habe auch ein Gefühl dafür bekommen, warum die Sache besser läuft: Mindestens ein Teil der Fahrbahnerneuerung am Karlsruher Dreieck ist heute beim Heimfahren abgebaut gewesen. Ich habe heute auf der Strecke viele Dinge gesehen, die mich hoffen lassen: Bis auf an wenigen Stellen ist die zweite Fahrbahn – die Richtung Karlsruhe – zwischen Nöttingen und Karlsbad nunmehr ausgegraben und bereit, da eine Fahrbahn drauf zu basteln. An der Brücke über die Straße zwischen Waldbronn und – wo auch immer wird auch fleißig gegossen. Und am Karlsruher Dreieck lässt die Baubehinderung nach.

Und so kam es, dass ich eben tatsächlich recht gut meinen Heimweg machen konnte, die meisten Geschwindigkeitslimits ausschöpfen konnte und nur in der noch anhaltenden Fahrbahnerneuerungsbaustelle zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West ein bisschen Stockung hatte. Alles in allem eine gute Stunde, vielleicht sogar unter einer Stunde – so genau habe ich nicht nachgeschaut.

Ein Gefühl wie „es wird“ macht sich breit!

Und noch etwas anderes „wird“. Aber davon in einem anderen Post.

Durchhänger

Es ist Euch wohl nicht entgangen, dass die letzten Tage hier nicht viel passiert ist. Das liegt nicht daran, dass die Autobahn langweilig gewesen wäre – oder die Ausweichstrecken. Tatsächlich habe ich zweimal sogar neue Umleitungen ausprobieren dürfen – einmal durch’s Albtal und statt in Karlsbad auffahren eben weiter, über Ittersbach und dann auf der Behelfsumleitung entlang der A8 runter Richtung Nöttingen, von dort weiter nach Wilferdingen und in Pforzheim West auf dei A8, und ein anderes Mal, am selben Tag, in Pforzheim Süd runter, durch Wurmberg und auf Umwegen hinüber nach Niefern – und dann in Pforzheim Ost wieder auf die Autobahn, zuletzt sogar durch ein auf einem Hügelrücken gelegenes Wohngebiet, in dem eine Tempo-30-Zone existiert – durch die ich gefahren bin.

Aber ich hatte einfach nicht die Kraft, darüber zu schreiben. Ich war an den Abenden, schon seit Donnerstag, immer regelrecht todmüde. Und ich hatte andere Dinge aufzuarbeiten: Für die deutschen Meisterschaften im Spiel BEHIND im September hatte ich noch die Szenarien abzutippen, die sich zwei Mitspieler und ich ausgedacht haben. Damit bin ich noch immer nicht ganz fertig, aber zumindest fehlen nun nur noch zwei – und die ersten 5 sind zum Gegenlesen bei den beiden Mitspielern. Und am Freitag hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis, Dinge zu tun, die aus meinem Alltag heraus zielen: Ich habe also mein neues Oberteil aus grünem Glitzerlack und schwarzem Samt mit recht offensivem Glitzer angezogen, dazu einen kurzen Rock, und bin so mit meinem Mann in Bietigheim zur Bürgerstube Saba essen gegangen. Und bei der Gelegenheit habe ich mal wieder einen Rotwein getrunken, einen kroatischen namens Pelavac oder so ähnlich. Und als Absacker gab es einen Ramazotti und einen Espresso – man sieht, dass ich keinen Alkohol gewohnt bin, denn danach war ich doch reichlich angeheitert, habe meinem Mann in farbigen Metaphern über Dinge berichtet, die mich an verschiedenen Stellen stören und die kleine Unterhaltung gehabt, dass ich wegen des Alkohols nicht mehr in der Lage sei, auf den Strich zu gehen – bewusst doppeldeutig formuliert. Frau erkennt, mit dem Richtigen verheiratet zu sein, wenn der dann grinst, die Schritte auf einer Linie hintereinander weg setzt und meint: „Das mach ich für Dich.“

Tja, und heute dann der richtige Durchhänger. Freilich, ich war um neun aus dem Bett raus, habe dann aber bis halb elf gebraucht, um endlich Laufschuhe und Laufklamotten anzukriegen und auf die Strecke zu kommen. Ich habe zwar 16 Kilometer geschafft, aber nach dem Frühstück zur Mittagszeit lag ich dann erstmal für zwei Stunden auf dem Sofa und habe tief und fest geschlafen. Nach dem Einkaufen vorhin dann nochmal dasselbe: Tief und fest habe ich geschlafen auf dem Sofa, zwei Stunden oder sogar noch etwas mehr.

Ganz offensichtlich habe ich das gebraucht. Auch wenn so viele gute Dinge zu tun sind: Ich sollte noch die Szenarien, die noch fehlen, für die BEHIND-DM abtippen, außerdem habe ich noch einen Bericht von der Teezeremonie-Vorführung am vergangenen Wochenende zu schreiben – und auf die liebe Nominierung zum Lieblingsblog durch die Ruhrköpfe ( http://ruhrkoepfe.wordpress.com/2014/07/25/liebster-award-was-mag-das-sein/ ) will ich noch reagieren. So werde ich es allerdings wohl nur hinbekommen, auf einen Furo mit Kama zu bieten, bevor ich heute ins Bett falle. Morgen geht es dann Berglaufen im Murgtal und danach in Rotenfels in die Sauna. Und dann sehen wir weiter, ob ich dann wieder etwas fitter bin. Ein bisschen hat sich auf die vielen, vielen Dinge, die in den letzten Wochen nicht, schlecht oder schwierig liefen und den Mangel an Pausen in der Zeit auch meine chronisch entzündliche Darmerkrankung wieder gemeldet, ist aber schon wieder am Abklingen.

Ich wünsche Euch ein eben so geruhsames Wochenende wie ich gerade eines habe. Und eins noch: Ich schrieb vor einiger Zeit, dass ich stets, wenn sich etwas verändert, „Es gibt hier nur zwei Richtungen, Mister“ von Reinhold Ziegler lese. Ratet mal, welches Buch ich nun das 32. Mal zu lesen begonnen habe …

Schrecksekunde: Rotpelz auf der Straße!

Heute Morgen in Ettlingen, als ich den Stau auf B3 und A5 umfuhr, hatte ich eine heftige Schrecksekunde:

Auf der großen Einfallstraße von Bruchhausen her sprang plötzlich ein Eichhörnchen vom Baum herunter, hüpfte auf die Straße und ich dachte: „Oh meine Göttin! Nein! Geh weg, ich … “ Aber mit leichtem Anbremsen und den Reflexen des Tierchens war zum Glück die Gefahr gebannt – ich habe das Tier zwar nicht mehr gesehen, im Rückspiegel, aber eben auch nichts auf der Straße.

Das ist übrigens einer meiner schlimmsten Albträume! Also dass ich ein Tier überfahren könnte. Natürlich beschränkt sich das nicht auf bepelzte, unbekleidete Tiere, sondern schließt auch Kleidungsträger ohne Fell, schuppenbewehrte Wesen und so weiter ein – selbst die Gegenstände meiner Phobie, Schlangen. Ich glaube aber, nach einem Menschen würden mich solche Tiere wie Katzen, Eichhörnchen, Hunde, Füchse, Rehe am meisten treffen. Eingestandenerweise hat das etwas damit zu tun, dass die Tiere süß sind, ich sie gerne anschaue und begeistert bin, wenn ich welche am Straßenrand sehe. Mein Mitleid ist offenbar wählerisch, und es bevorzugt Tiere, die mir ähnlich oder sympathisch sind. Das ist vielleicht nicht unbedingt moralisch einwandfrei, aber recht menschlich. Dennoch: Auch eine Schlange zu überfahren, vor der ich eine instinktive, enorme, irrationale Angst habe, wäre etwas, das mir leid täte. Denn bei aller Angst: Lieber geh ich den Biestern aus dem Wege als dass ich mich mit ihnen anlege – egal, wer in der Situation der Stärkere ist.