Ausweichen mal andersrum

Heute hatte ich mal wieder eine Mitfahrerin, deren Anschlusspunkt die Battstraße in Karlsruhe-Rüppurr, Ausfahrt Ettlingen ist. Nach meiner Vorlesung fuhren wir tapfer los, unterhielten uns fleißig und kamen nicht so unglaublich rasch voran, weil ich angesichts der Unterhaltung nicht raste – schließlich wäre für schnelles Tempo, auch innerhalb der Limits, nicht die Konzentration da gewesen. Bis nach Pforzheim West lief das auch hervorragend.

Nur dann ging plötzlich gar nichts mehr, meine Stau-App wollte nicht sagen, wieso, und auch Google Maps war kryptisch, auch wenn es Stau anzeigte. Aber immerhin bot die Navigation aus dem Silicon Valley eine Alternative: Bei Karlsbad runter und dann über Busenbach und Ettlingen auf die B3, und zwar durch den Wattkopftunnel. Gesagt, getan: Ich setzte den Blinker, als sich eine Lücke auftat, und bewegte mich von links in die Mitte. Die linke Spur hatte ich ja gesucht, weil in aller Regel ein Stau Richtung Frankfurt, bedingt durch die Baustelle auf der A5 besteht – Richtung Basel ist die Überleitung meistens frei. Noch eine Spur nach rechts war dann schon etwas anspruchsvoller, da war ein Hintermann so nett, mit Druck auf’s Gas die Lücke zu zu machen und dann auch noch einen vorwurfsvollen Blick durch die Sonnenbrille rüber zu werfen. Hinter ihm war aber die rechte Bahn frei und ich konnte rüber fahren. Das tat ich auch und rollte dann auf das schon sichtbare Ende des Rückstaus von der Ampel am unteren Ende der Anschlussstelle Karlsbad zu – um dann zusammenzuschrecken wie verrückt: Ein LKW fuhr mir extrem dicht auf und gab mir die Hupe. Zuvor war der ganz langsam dem Sonnenbrillenmenschen, der mich nicht reinließ, mit gebührendem Abstand hinterhergezuckelt, nun gab er Gas und bedrängelte mich. Vielleicht Staukoller, vielleicht auch einfach das Bedürfnis, gegenüber einem kleinen Frauenauto mit zwei Frauen als Besatzung einen auf dicke Hose zu machen – ist natürlich eine verallgemeinernde, unzulässige Unterstellung, aber sie tut gut, muss ich gestehen.

In Busenbach gab es dann in starkem Verkehr aus beiden Richtungen und durch parkende Autos teilverstellter Durchgangsstraße Musterbilder von Rücksichtnahme! Das war wirklich, wirklich schön, da wurde durchgelassen und sich bemüht! War sehr erfreulich, erst recht nach der Aktion beim Abfahren von der A8.

Und so schaffte ich es noch rechtzeitig, mir was gegen die befürchtete Erkältung zu holen bei der Apotheke, und auch noch rechtzeitig zum Trek Monday, bei dem wir heute eine neue Serie anfingen: Space – Above and Beyond, im Deutschen ausgestrahlt als Space: 2063.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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Eine Antwort zu Ausweichen mal andersrum

  1. Wortman schreibt:

    Space 2063… hab ich mir damals auch angesehen 🙂
    Diese Drängler und Möchtegerne gehen wir auch ziemlich auf den Senkel.

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