Freie Fahrt in den Abend

Zu meiner großen Verblüffung war gestern die A8 in meiner Richtung – also Richtung „nach Hause“ – gegen 17:45 sehr gut zu fahren. Der Heimweg war in den letzten Wochen oft kein Spaß, da man erstens erst einmal auf die A8 drauf muss. Das gestaltet sich am Stuttgarter Kreuz meistens recht stockend, weil erstens meist viel Verkehr ist und zweitens eine Spur A831 aus Stuttgart, zwei Spuren A81 aus Singen und drei Spuren A8 aus München auf danach nur noch drei Spuren Richtung Karlsruhe bzw. bis zum Leonberger Dreieck vereinigt werden müssen. Das ist immer so eine Sache. Gestern lief das auch nicht flüssig, aber zumindest besser als die letzten Wochen. Dann ist da die A8 im westlichen Teil mit ihren drei großen Baustellen: Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West, Verbreiterung auf sechs Fahrstreifen zwischen Pforzheim West und Karlsbad sowie die Baustelle auf der A5 im Karlsruher Dreieck. Und es gibt natürlich noch die Stelle vor Pforzheim Ost, ganz am Anfang des Abschnitts, an dem der sechsstreifige Neubau des östlichen Teils in den alten, schmalen, mit starken Steigungen versehenen und vor allem vierstreifigen Teil übergeht. Mehrfach geht es dabei von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen runter, mehrfach sind Baustellen mit Tempo 80 darin. Eigentlich nehmen Tempo 80 Baustellen den größten Teil des westlichen Abschnitts ein, im Moment. Normalerweise ist da dann das übliche los: Die Abstände werden an den Verengungen von drei auf zwei Richtungsfahrstreifen zugefahren, vorher schon wird durch Ungeduld und wildes Spurwechseln an Abständen und Tempo heruntergeregelt. Und meistens hat man dann im Stau durch zu geringe Abstände und kleine Störungen – wie schnelle Spurwechsel in kurze Abstände hinein – Kaskaden von Bremsen, und durch den zu geringen Abstand pflanzt sich so eine Störung sogar verstärkt gegen die Fließrichtung des Verkehrs durch die Reihe der Autos fort – und plötzlich steht alles.

Nicht so gestern: Gerade im westlichen Teil der A8 fuhr es sich richtig angenehm!

Zudem hatte ich die Freude, dass das Wetter mit der Heimfahrt stark besser wurde. In Stuttgart hatte ich meine Laufgruppe gerade abgesagt, da meine Kollegin dem ziemlich heftigen Regen keine angemessene Kleidung entgegenstellen konnte – bei mir wäre es auch eher an der unteren Grenze des Angemessenen gewesen. Mit so einem Wolkenbruch, wie das gestern kurz vor fünf in Stuttgart der Fall war, hatte ich auch einfach nicht gerechnet. Bei Pforzheim dann auf der Autobahn wurde es heller, trockener – und daheim war richtig schönes Wetter, strahlender Sonnenschein, sehr angenehm. Da habe ich dann meine neuen Laufschuhe gepackt und bin noch eine Runde gelaufen. Meine neuen Schuhe mit Mizuno Wave haben sich auch hier wieder als sehr angenehm erwiesen, auch wenn ich ob des Arbeitstags, der durchaus etwas anstrengend war, die Schnelligkeit dieser Schuhe nicht ganz umsetzen konnte. Einen Zehner bin ich dennoch gelaufen, knapp unter eine Stunde war ich unterwegs – und habe auch mal drüber nachgedacht, wie praktisch es doch war, dass ich die Schuhe gekauft habe: Nicht nur, dass sie eine schöne Alternative zu meinen Asics sind, nein, der Karton hat auch gleich eine neue Bedeutung bekommen: Mein Mann hat die Schachtel benutzt, um für seine Steampunk-Pistole die Grundierung aufzutragen, in dem er sein Werkstück in den Karton legte und dann mit schwarzer Grundierung besprühte. Nachzuschauen ist das hier http://aringusookami.wordpress.com/2014/06/16/grundierung/.

Eigentlich wollte ich all das gestern Abend schon schreiben, aber leider hat mir ein in der Spüle brechendes Glas und der entsprechende Schnitt im Zeigefingerknöchel ein bisschen den Abend durcheinander gebracht. Aber schlimm ist die Verletzung nicht, sie hat nur das Essen Kochen ein bisschen verzögert, die Aufgaben dabei zwischen meinem Mann und mir umverteilt, da Erdbeeren Waschen mit frischem Schnitt – auch unter Pflaster – nicht so prickelnd ist. Wie gesagt, richtig schlimm war’s nicht, aber der Abend war dann schon etwas umorganisiert und daher fand das Bloggen keine Zeit mehr.

Advertisements

Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
Dieser Beitrag wurde unter Blick über die Leitplanke, Verkehr und mehr abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Freie Fahrt in den Abend

  1. daslandei schreibt:

    Wenn ich deine Artikel so lese, bin ich sehr froh, dass ich nicht mehr jeden Tag auf „die Piste“ muss. Und gerade dein Streckenabschnitt ist mir sehr geläufig 😉

    • Talianna schreibt:

      Na, wir werden sehen, wie lang ich das mache. Dass das mein Job bis zur Rente ist, halte ich nicht für in Stein gemeißelt. Auch wenn ich trotz Pendelei und trotz der Tatsache, dass auch im aktuellen Job nicht alles immer optimal ist, sicher im Moment keine Absprungtendenzen spüre.

      Das Blog hilft, das mit dem Stau, dem Verkehr und allem positiv zu sehen.

      Außerdem habe ich mit den 25-30% meiner Aufmerksamkeit, die ich nicht zum Fahren brauche, Raum für den Vortrieb meiner geschichtenerzählenden Phantasie.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s