Von Anfängen und Rückschau

Heute ging – nach fünf Staffeln – in meiner regelmäßigen Video-Abend-Veranstaltung für meine Freunde und mich mal wieder eine Serie zu Ende. Babylon 5 haben wir ganz durch geschaut.

Zeit, ein bisschen Rückschau zu halten, nach einem sentimentalen Ende der Serie, die uns nunmehr eine ganze Weile begleitet hat. Doch zunächst einmal: Was ist der Trek Monday?

Im Jahr 2007 war ich noch Doktorandin am KIT und fuhr täglich nur von der Karlsruher Nordweststadt nach Eggenstein-Leopoldshafen zum Forschungszentrum, später KIT Campus Nord. Damals war ich – als Doktorandin in Physik – noch nicht mit einem Einkommen gesegnet wie heute und die sieben DVD-Boxen „Star Trek – The Next Generation“ waren für mich eine nicht unbeträchtliche Ausgabe. Ich bin mit der Serie aufgewachsen, habe sehr viel Prägung ab dem Jahre 1990 aus den Abenteuern von Jean-Luc Picard, Data, Will Riker, Deanna Troi, Beverley Crusher, Worf, Geordi, Tasha Yar und Wesley Crusher mitgenommen. Tja, und 2007 kaufte ich mir die DVDs. Und im Nu war ein Star Trek Abend geboren, der mehrfach seinen Stattfindetag wechselte, schlussendlich aber an einem Montag endete. Begonnen hat es damit, dass ein Bekannter von mir mir anbot, in mehr oder minder privater Runde in seinen Räumlichkeiten die DVDs zu schauen, auch, weil er sie selbst gerne sehen wollte. Und dann tauchte dort, irgendwann in der zweiten Staffel, ein schüchterner Mann auf. Er redete nicht viel, kam aber wieder. Und nach dem vierten Mal – bat ich ihn, dass wir uns mal zu zweit träfen. Und heute ist er mein Ehemann. Der Trek Monday wechselte mehrfach den Ort, wurde nach einiger Zeit wirklich zum Trek Monday, weil er nun immer Montags stattfand, und zwar bei mir zu Hause. Und mit der Zeit wurden es mehr Leute.

Wir haben zweimal Star Trek – The Next Generation gesehen, das zweite Mal, da die „Crew“ fast völlig gewechselt hatte. Außerdem Star Trek – Deep Space Nine, Star Trek – Voyager und Star Trek, also die klassische Serie mit William Shatner, Leonard Nimoy und DeForest Kelley. Dazu gab es als Intermezzi die Serien Firefly, Raumpatrouille, Space Rangers – Fort Hope – und nun eben Babylon 5. Und nach fünf langen Staffeln … war es für mich mal wieder Zeit, Rückschau zu halten. Über sieben Jahre läuft das Ganze nun. Über sieben Jahre fast jede Woche drei bis vier Folgen Science Fiction Serien, über sieben Jahre neue und alte Leute, über sieben Jahre Leute, die teils als Fremde, teils als Bekannte in den Trek Monday hinein kamen – und Teil der Crew wurden. Ich habe meinen Mann darüber kennen gelernt. Meine Trauzeugin. Den Zeremonienmeister meiner Hochzeit. Ich habe viele, viele Bekanntschaften zu wichtigen Freundschaften vertieft, dank des Trek Monday. Vor kurzem habe ich unsere Frau Counselor aus der ersten Crew des Trek Monday mal wieder besucht. Und gesehen, in ihrem Leben ist es weiter gegangen, und zwar sehr schön weiter gegangen. Aus dem Trek Monday erwuchs meine Rollenspielgruppe für DSA.

Nun beginnen wir nächste Woche Montag eine neue Serie. Space – Above and Beyond, im Deutschen unter Space 2063 ausgestrahlt. Von wem ich die geschenkt bekommen habe? Natürlich von der Crew, von wem den sonst.

Als nun die letzte Folge von Babylon 5 mit John Sheridans sentimentalem Abschied über den Bildschirm flimmerte und ich ein ums andere Taschentuch brauchte, da musste ich einfach eine kleine Rede halten. Ich kann das nicht mehr wiedergeben, aber ich bekam – verheult wie ich war – von meiner Crew Applaus. Und das muss ich einfach mal sagen, auch wenn es auf den Highway Tales eigentlich fast ein bisschen fehl am Platze anmutet:

Sieben Jahre habe ich ein „Raumschiff“ geleitet, über dessen Hauptschirm immer wieder neue Abenteuer aus dem Weltraum flimmerten. Sieben Jahre habe ich mal mit mehr, mal mit weniger Crew, immer mal mit Zu- und Abgängen meinen Trek Monday gehabt. Ich hoffe, dieses Schiff fliegt noch lange, auch wenn es mal wieder so anmutet, als würden Teile der Crew neue Wege gehen und nunmehr vom Regular Cast zu den Recurring Characters oder den Guests wechseln. Wir werden sehen. Sieben Jahresstaffeln sind ein gutes Maß für eine Serie, die viel mit Trek zu tun hat: Next Generation, Deep Space Nine, Voyager, es waren immer sieben. So werde ich dankbar sein, sollte es in der siebten Staffel zu Ende gehen. Aber ich werde auch ein neues Schiff, oder den selben alten Kahn gerne weiter kommandieren und neue oder auch alte Bekannte vor und hinter den Bildschirm holen, wenn’s auch nur zwei, drei Leute gibt, die mitfliegen wollen.

Ob sie nun Leser meines Blogs sind oder nicht, ob’s mit den Highway Tales zu tun hat oder nicht: Danke meiner Crew. Es ist mir eine Ehre und Freude, die Frau Captain des Trek Monday zu sein.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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3 Antworten zu Von Anfängen und Rückschau

  1. Ruhrköpfe schreibt:

    Ich bin ein großer Fan von Star Trek, momentan besonders Star Strek – Enterprise

    • Talianna schreibt:

      Sofern mein „Raumschiff“ und meine Crew „Space 2063“ übersteht bzw. die Zeit, die wir für’s schauen dieser Serie brauchen werden, ist Enterprise die nächste geplante Serie. Ich habe die noch nicht in vollständiger Form gesehen und bin sehr gespannt – unter den Dingen, die ich schon gesehen habe, waren Sachen, die mir gut gefielen – und andere, die mir gar nicht gefielen. Aber so war’s auch bei Voyager – DS9 und TNG waren für mich persönlich recht „dicht“ gut.

  2. Pingback: Trek Monday … zehn Jahre | The Highway Tales

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