Sommer ohne Stau

Das lange, sonnige, heiße Pfingstwochenende ist paradiesisch. Wenn ich mir vorstelle, wie gerade auf der A8 über dem dunklen, aufgerauten Flüsterasphalt zwischen Karlsruhe und Pforzheim die Sonne brennt, die Luft drüber flimmert und eventuell sogar Leute dort stehen – dann tut’s mir um die Leute leid, aber ich freu mich, dass ich nicht dort steh.

Denn an Pfingsten arbeite ich zum Glück nicht – und somit war ich gestern Mittag mit Freunden Picknicken, danach mit meinem Mann bei uns im Garten Grillen, und heute Morgen habe ich 16 Kilometer zurückgelegt – in grandiosen 104 Minuten. Manchmal bin ich im Auto langsamer – denn das war nun zu Fuß. Laufen – und seltsamerweise habe ich sogar die Wärme dabei genossen. Natürlich sollte man nicht in der prallen Mittagshitze laufen – und auch nicht am Nachmittag, wenn so richtig schön viel Ozon in der Luft ist. Aber vom Morgen in den Mittag rein Laufen, doch, das hatte was. Und nun haben wir auf der Terrasse gefrühstückt – oder eher gespätstückt. Nachher geht es noch mit der Yoga-Matte auf die Terrasse – nicht zum Sport machen, sondern weil die so herrlich bequem ist zum Sonnen.

Der treue kleine silberne Aygo musste nur wenig Arbeiten, bisher an diesem Wochenende: Von Bietigheim nach Karlsruhe und wieder zurück. Meine übliche B3 war frei, auch der sonst gerne verstaute Zubringer von Karlsruhe Süd nach Karlsruhe auf die Brauerstraße auch. Samstag gegen Mittag in die Stadt rein, Samstag frühabends aus der Stadt wieder raus – super! Dazu laute Musik – VNV Nation in dem Falle – und Sonnenbrille auf, da merkte ich fast nicht, dass ich im Auto saß. Ob man sich dran gewöhnt und irgendwann die ruhigeren, schöneren Fahrten in entspannter Atmosphäre – also nicht durch den Stau und nicht mit der Ansage, ich muss dann und dann auf Arbeit oder Daheim sein – gar nicht mehr als Fahrstress wahrnimmt?

Vielleicht ist es wie mit dem Laufen. Am Anfang waren drei Kilometer schwer. Nun, nach vielen Pausen und wieder Anfangen, nach nunmehr sechs Wochen Training seit dem letzten Ausfall wegen Krankheit, gehen sechzehn Kilometer ganz locker, sind entspannend und ohne das will ich meinen Sonntag eigentlich gar nicht beginnen. Okay, müssen nicht jeden Sonntag ganze 16 Kilometer sein, aber irgendwie …

Ist wahrscheinlich mit allem so. Man gewöhnt sich dran. Und dann ist das, was man früher mit Mühe gemacht hat, irgendwann ganz einfach und eine Erholung von größeren, schnelleren, längeren, anstrengenderen Einheiten. Voll gut!

Advertisements

Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
Dieser Beitrag wurde unter Blick über die Leitplanke, Laufendes abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Sommer ohne Stau

  1. Wortman schreibt:

    Bei VNV Nation im auto bin ich dabei 🙂

    16 km laufen? Willst du irgendwann einmal Halbmarathon laufen? 😉

    • Talianna schreibt:

      Ich höre viel VNV Nation – war in den letzten 12 Monaten auch auf drei Konzerten. Anthems in Oberhausen und die beiden Transnational-Tourkonzerte in Stuttgart und Karlsruhe. Mannheim ging nicht, da feierte meine Schwester dreißigsten. Aber ich bekam vom engagierten DJ dort – gespielt von meinem Handy – Perpetual und Off Screen und habe mich beim Tanzen vor der Verwandtschaft und den Freunden meiner Schwester zum Affen gemacht 🙂

      Ja, ich habe vor, Halbmarathon zu laufen. Geplant ist der Halbmarathon auf dem Baden Marathon in Karlsruhe im September. Ich habe im Training auch schonmal über Halbmarathon-Distanz hinter mich gebracht, aber bei den Temperaturen und leicht gestresstem Gesamtzustand mache ich erstmal langsam, bis alles wieder etwas besser läuft.

      • Wortman schreibt:

        Für Konzerte fehlt mir die Zeit. Sind aber bestimmt cool. So, so, hast dich zum Affen gemacht… schon mal geguckt, wer ein Video gemacht hatte und das alles in FB oder YouTube gepostet hat? 😀

        Das wäre nix für mich. Ich habe Laufen schon in der Schule gehasst 😉

        • Talianna schreibt:

          Also vom Tanzen bei der Feier meiner Schwester gibt’s kein Video. Aber als mein Mann und ich neulich auf der Terrasse gegrillt haben und VNV aus an mein Telefon angeschlossenen Boxen kam, habe ich auch getanzt und er hat’s geflimt – und das steht auf Youtube. 😉 Ist mir aber egal, ich bin nunmal peinlich.

          Für mich ist Laufen einerseits ein guter Ausgleich, um Stress los zu werden, andererseits eine Methode gegen den Bewegungsmangel. Beides zusammen beschafft mir immer wieder Kopfschmerzen – und die gehen zurück, wenn ich regelmäßig Laufe und Gymnastik betreibe. Außerdem hilft Laufen bei der Gewichtskontrolle bei weitgehend sitzendem Job und viel Zeit im Sitzen auf der Autobahn. Und es ist auch ein bisschen Selbstbestätigung.

          • Wortman schreibt:

            Dann ist es ja nicht heimlich online 🙂

            Als Ausgleich für einen sitzenden Job ist das natürlich eine gute Wahl. Sportlich ambitioniert scheinst ja auch zu sein, sonst würdest nicht für diesen Marathon üben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s