Kollaps

Der heutige Morgen war katastrophal, zumindest was den Verkehr angeht. Unter blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein, die einen Vorgriff auf das herrlich angesagte Pfingstwochenende geben, war auf weiten Teilen der A5 Rastatt-Karlsruhe und den Zubringerstrecken sowie auf der A8 Leonberg-Stuttgart völliger Stillstand bis extrem langsamer Verkehr.

Ich weiß nicht ganz genau, warum sich die Unfälle – LKW-Unfälle und andere – gerade vor Wochenenden mit schönem Wetter zu häufen neigen. Aber es kommt mir so vor – kann natürlich auch ein Wahrnehmungseffekt sein.

Jedenfalls kündigte mir mein Routenplan via Google Maps heute morgen beim Losfahren eine Fahrzeit von 1:40 an, und nach ein paar Metern auf der B3 wurde mir auch langsam klar, warum: Es hatte einen LKW-Unfall im Bereich des Karlsruher Dreiecks gegeben, und besagter LKW-Stau blockierte bis weit in den Vormittag hinein zwei Spuren in dem Bereich. Und da es dort im Moment sowieso eng ist – und die vielen Baustellen in Karlsruhe auch nicht gerade dazu geeignet sind, die A5 hier als lokale Verbindung zu entlasten, brach auf weiten Strecken der Verkehr völlig zusammen. Ausweichen über die Südtangente ist ja auch keine Option, da Karlsruhe Mitte nahezu vollständig gesperrt ist, als Auf- wie auch als Abfahrt. Doch am Anfang fuhr ich nichts ahnend von der Muggensturmer Landstraße auf die B3 – und stand kurz nach dem Kieswerk bereits im Stau. Als mir nach fünf Minuten klar wurde, dass das der Rückstau nicht mal von der Ampel in Neumalsch, sondern von den Problemen am Karlsruher Dreieck war, war der folgerichtige Beschluss die Wende. Denn es waren rund zehn Kilometer Stau auf der Autobahn – und allein auf der B3 zusätzliche acht Kilometer in Fahrtrichtung Norden. Also fuhr ich zurück über die obere Hardt und dann auf die B36 bis Rheinstetten, dort dann quer rüber, unterquerte die B3 beim runden Plom und fuhr durch Ettlingen auf meine sonst übliche Ausweichstrecke. Das waren rund 45 Minuten, wo ich normal 15 Minuten brauche – aber im Radio sagten Hörer später zu der Sache, dass dieser Stau zwei Stunden Zeit kostete – oder mehr! Ich war also noch ziemlich gut bedient.

Dank der Drossel, über die ich ja schon geschrieben habe und die heute besonders stark ausgeprägt war – eben wegen des Unfalls – war dann auf der A8 quasi nichts los, es fuhr sich wirklich herrlich durch die Baustellen zwischen Karlsbad und Pforzheim West sowie Pforzheim West und Pforzheim Ost. Und erst recht fuhr es sich herrlich auf der intakten A8 zwischen Pforzheim Süd und Leonberg West. Was allerdings ein bisschen irritierte, war die Zeitangabe von Google Maps für den Rest der Fahrt – 90 Minuten und mehr, mit ordentlichen Schwankungen. Ich wählte also neu aus und bekam nun nur noch rund 30 Minuten angezeigt.

Aber in erster Linie, weil mich das Gerät in Leonberg West von der Autobahn runter und auf die Landstraße leiten wollte. Ich hielt mich natürlich für superschlau und beschloss, die Ampeln um Leonberg zu meiden und erst in Leonberg Ost abzufahren. Großer Fehler – der zum Glück nur ungefähr 15 Minuten Zeit kostete. Der Stau an dem Unfall vor Möhringen existierte nämlich noch – und war ein ziemlich mächtiges Verstopfungssyndrom. Ich brauchte auf der Ausleitung im Leonberger Dreieck vom Runterfahren von der A8 bis zum Rausfahren in Leonberg Ost eben jene oben erwähnten 15 Minuten zusätzlich – und konnte dann herrlich im Sonnenschein durch den Wald zum Schattenring hoch fahren.

Als Bilanz ist wohl zu sagen: Bei angesagten zwei Stunden mehr Zeit auf der A5 und B3 sowie angesagten 90 Minuten mehr auf der A8 war ich mit 105 Minuten Fahrt insgesamt – frei dauert’s 55 Minuten – noch verdammt gut bedient, weil ich inzwischen ein paar Schleichwege kenne. Freilich gibt es da noch ein paar Stellrädchen, aber wenn ich mir überlege, dass sich Leute durch den gesamten Staukomplex gequält haben, bei diesem schönen Wetter, dann krieg ich eine Gänsehaut.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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