Fortschritte

Karlsbad bis Pforzheim West, Pforzheim West bis Karlsbad, immer wieder.

Die Baustelle dort ist ja nun auch schon eine Weile da und macht schon eine Weile das eine oder andere Problem für den Verkehr auf der A8. Um mich herum höre ich immer wieder den Eindruck geäußert, diese Baustelle würde nie fertig werden und wenn doch, dann wäre gleich die nächste da. So falsch ist das nicht, dass sich gleich die nächste anschließen wird. Denn neben den extrem lästigen Nadelstichen wie der Fahrbahnerneuerung zwischen Pforzheim Ost und Pforzheim West sowie auf der A5 um das Karlsruher Dreieck herum ist an der A8 noch viel zu tun. Die A8, wie sie vor 15 Jahren war, ist kaum mehr gewesen als eine vor dem zweiten Weltkrieg gebaute Straße für Verkehr und Bedürfnisse des zweiten Weltkriegs in Deutschland.

Und heute?

Heute ist die A8 zwischen dem Dreieck Karlsruhe und Karlsbad eine moderne Autobahn, sechsstreifig, erstaunlicherweise dem enormen Verkehr angemessen, und das trotz für Autobahnen unübliche Steigung von 7%. Zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost ist die A8 fast schon eine ganz normale sechsstreifige Autobahn, wäre die Rastanlage Kämpfelbach schon mit Tankstelle und Rasthaus bestückt. Und zwischen Pforzheim Süd und dem Leonberger Dreieck fährt es sich meistens wie auf Schienen. Bleiben im Wesentlichen die üblichen Wartungsarbeiten – siehe oben – und zwei Stücke, die noch nicht so weit sind: Karlsbad bis Pforzheim West und die Umgebung der Ausfahrt Pforzheim Ost. Letzteres wird die nächste, die letzte große Baustelle des sechsstreifigen Ausbaus sein. Erstere ist die momentane Großbaustelle.

Und genau über die sagen sehr viele Leute, da ginge gar nichts voran und sie hätten den Eindruck, sie würde nie fertig. Natürlich sind die Schritte gemessen an der rohen, schieren Größe des Projekts klein: Mal hier ein paar Felsen raus, mal dort ein neues Stück Fahrbahn, und seit Jahren steht – für viele wie ein Mahnmal – eine Brücke in der Nöttinger Senke, oder dem Pfinztal oder wie auch immer. Mir wird immer wieder gesagt: Diese Brücke muss ja schon bald renoviert werden, dabei ist sie noch gar nicht angeschlossen. Das ist so nicht ganz richtig: Angeschlossen ist sie von einer Seite inzwischen. Die Richtungsfahrbahn Richtung Karlsruhe – die NEUE Richtungsfahrbahn Richtung Karlsruhe existiert bereits bis zum westlichen Ende der Brücke. Und zwar von Pforzheim runter bis genau dort hin. Der Damm, der die Brücke auf der westlichen, Karlsruher Seite anschließen soll, existiert bereits und wird fleißig be- und verfestigt. Und der Verkehr verläuft inzwischen nicht mehr auf der alten, dreispurigen, aber dafür schmalen Fahrbahn Richtung Stuttgart zwischen Nöttingen und Pforzheim West, sondern auf der neuen, glatten, breiten Fahrbahn. Die drei künftigen Spuren Richtung Karlsruhe geben mehr „Autobahn“ her als manches Stück der A8 vor dem Ausbau, und zwar für beide Richtungen. Die neue Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart existiert zwischen Karlsbad und dem Beginn des Dammes auch schon und gibt ebenfalls mehr Autobahn her als die alte A8.

Natürlich fehlen noch die jeweils anderen Richtungsfahrbahnen. Zwischen Karlsbad und Nöttingen fehlt noch die Richtung Karlsruhe, zwischen Nöttingen und Pforzheim West noch die Richtung Stuttgart. Im ersten Fall müssen noch stellenweise drei Meter Felsen abgetragen werden, im letzteren noch die alte Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart. Und dann muss noch die Strecke über den Damm fertig gestellt werden. Mindestens an der Abtragung der Felsen für die neue, tiefer gelegte A8 im Bereich Karlsbad und weiter östlich wird zur Zeit heftig gearbeitet! Jeden Morgen sehe ich, wie die großen, schweren Baugeräte einige zehn Meter weiter gekommen sind, wie sie einen Meter oder mehr von der Schicht abtragen – zwei Maschinen mit gewaltigen Meißeln an großen Auslegern, zwei große Bagger. Auf dem Damm wird auch permanent gearbeitet. Die Demontage der alten Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart sehe ich im östlichen Teil der Baustelle noch nicht. aber in meinen Augen sollte auch erstmal das gesamte Teilstück der Richtungsfahrbahn Richtung Karlsruhe fertig gestellt werden, dann läuft der Verkehr vierstreifig mit LKW-Überholverbot auf neuer Trasse und es gibt weniger stauanfällige Hin- und Herleitungen des Verkehrs.

Es geht nicht voran? Würde ich so nicht sagen. Das Projekt ist groß, aber die Schritte, die gemacht werden, sehe ich im Moment jeden Morgen. Und es ist jeden Morgen ein großes Stück weiter gegangen. Seit ich mich über die neue Richtungsfahrbahn Richtung Stuttgart zwischen Karlsbad und Nöttingen freute, sind dort in einer titanischen Aufgabe Mengen an Erde und Stein abgetragen und woanders aufgeschüttet worden, die für mich eigentlich in den Bereich der straßenbautechnischen Science Fiction gehörten … naja, nicht ganz. Für mich war das Straßenbau-Science-Fiction, bevor ich die A71 zwischen Schweinfurt und Erfurt gesehen hatte. Dennoch hätte ich nicht gedacht, dass man sowas neben einer laufenden, viel befahrenen Autobahn in Süddeutschland hinkriegen kann.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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