Was willst Du in meinem Kofferraum?

Nach dem ich mich heute durch den Gewöhnungsstau an der neuen stationären Radarkontrolle auf der A8 gequält hatte, lief zunächst alles super. Klar, die üblichen kleinen Lästigkeiten: Überholende LKW, die eine Überholschlange nach sich ziehen, eine Reihe von Leuten, die auf den Berg von Leonberg nach Rutesheim nicht mit Runterschalten oder recht rüber Fahren reagierten und am Berg immer langsamer wurden, aber nichts, das über den ganz normalen Wahnsinn hinaus ginge.

Aber dann! In der Baustelle zwischen Pforzheim West und Karlsbad. Ich rollte so ganz gemütlich in die Baustelle rein, und dachte mir nichts Böses, bis ich plötzlich feststellte: MEINE GÜTE! Der Tacho zeigt 85, eher mehr, und der Hintermann hat trotzdem Ambitionen, mein Warndreieck zu klauen, in dem er einfach über seine Haube langt und meinen Kofferraum auf macht. Im Punktebereich zu schnell und dennoch für den Hintermann so viel zu langsam, dass er mich am liebsten geschoben hätte. Der Blick, deutlich im Rückspiegel zu erkennen, deutete auch an, dass er am liebsten einen roten Knopf auf dem Schaltknüppel gehabt hätte, um mir James-Bond-mäßig eine Rakete durch den Auspuff in den Motor zu jagen. Da das Problem durch Stockungen und anschließendes Wiederbeschleunigen eher noch verschärft wurde, suchte ich nach einer Möglichkeit, nach rechts zwischen die LKW zu fahren. Aber es gab entweder so starke Geschwindigkeitsunterschiede, dass die Lücken einfach nicht erreichbar waren, oder eben genau keine Lücke. Mit der Zeit hatte ich es raus, dass ich nicht mehr als 65 fuhr – und immer noch hatte der Hintermann Ambitionen, sein Fahrzeug das meine begatten zu lassen. Wenn ich dabei einen oder mehrere neue kleine Aygos züchten könnte, wäre mir das ja recht, aber ich glaube, so funktioniert das nicht.

Jedenfalls überholte der Hintermann dann mit aufheulendem Motor, als ich endlich eine Lücke rechts gefunden hatte – um eine LKW-Länge später wieder fest zu bremsen – und dann rollte ich gleich nochmal an ihm vorbei. Im Endeffekt kam er dann wohl fünf oder sechs Autos vor mir aus der Baustelle raus.

Sowas versteh ich ganz ehrlich nicht. Mal von der Verletzung von Verkehrsregeln – Abstand und Geschwindigkeit – abgesehen, es bringt doch fast nichts, aber es stresst ungemein! So offensiv zu fahren, so geringe Abstände, das ist doch anstrengend! Man fährt ständig mit der Angst, der Vordermann bremst etwas stärker und bevor ich reagiere, häng ich drauf!

Aber vielleicht bin ich auf einfach zu abgebrüht, gemütlich oder zu sehr eine linksfahrende, Spur blockierende, fahrunfähige Frau.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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