Auto oder ÖPNV?

Für meinen Arbeitsweg geht es ja nicht, da es doppelt so lange dauern würde, mit zweimal Umsteigen von Zuhause zur Arbeit zu kommen. Aber gestern, als ich von Bietigheim (Baden) ins Murgtal zum Rotherma gefahren bin, um ein bisschen zu saunieren, da kam dann doch die Frage auf: Würde sich das nicht auch ganz gut mit der S4 machen lassen?

Uns so keimte in mir der Gedanke, wenn ich eh allen meinen Kram in den Rucksack packe, dass ich ja auch mit der Bahn nach Rotenfels fahren könnte, dort eine Runde Laufen und danach in die Sauna. Natürlich dann kein hochintensives Training, wenn ich danach direkt in die Sauna will, aber eben doch so ein bisschen sich betätigen. In etwa so habe ich es ja gestern auch gemacht: Hingefahren, fünfeinhalb Kilometer gelaufen und dann in die Sauna, danach wieder heim.

Wäre ich nicht mit dem Auto gekommen, hätte ich ja theoretisch auch hinlaufen können – sind ja nur 14 Kilometer – und dann den Saunapark besuchen und anschließend mit der Bahn nach Hause. Klar, dann muss ich mit Wechselklamotten und Handtuch im Rucksack laufen, aber so wild ist das dann auch wieder nicht.

Irgendwie habe ich manchmal den Eindruck, dass ich als auf dem Dorf aufgewachsene Person, die regelmäßig – und gut überlegt – mit dem Auto statt der Bahn pendelt, manchmal Bahn- oder Busfahren als etwas zu fern Liegendes betrachte.

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Boxenstop-Bequemlichkeit

Wo tanke ich am besten?

Das ist eine Frage, die ich mir ein bis zwei Mal in der Woche stellen muss. Mein Tank fasst – der Erfahrung nach – ungefähr 33 Liter, bis die Reserveleuchte leuchtet. Da ich jeden Tag 86 Kilometer hin zu Arbeit und 86 Kilometer zurücklege, und mein Verbrauch bei ungefähr 4,8 Liter auf 100 Kilometer beträgt, schaffe ich knapp mehr als drei Tage mit einer Tankfüllung. Und dann stellt sich eben obige Frage:

Wo tanke ich am besten?

Die Auswahl ist – wenn ich keinen Umweg fahren möchte – durchaus nicht SO groß: Es gibt da zwei Tankstellen an der B3 – eine Shell an der Stelle, an der ich die B3 morgens ansteuere, und eine Total in Neumalsch. Dann ist da noch die Rastanlage Pforzheim und der Autohof mit Shell-Tankstelle in Rutesheim – und nur auf der Hinfahrt noch der Rasthof Sindelfinger Wald, das müsste Aral sein. Kleine Umwege inbegriffen, sind dann noch die Esso und die freie Tankstelle in Stuttgart Vaihingen – da muss ich dann allerdings statt in „Vaihingen-Universität“ erst an der Auffahrt Vaihingen auf die B14/A831, und das nervt dann schon ein bisschen. Daheim gibt es dann noch die Dorftankstelle in Bietigheim, eine Agip. Da ich keine ideologischen Vorbehalte gegen irgendeine Ölgesellschaft habe – das ist die Frage nach Pest oder Cholera – zählt für mich praktische Erreichbarkeit und der Preis. Und dieser ist dann nun wieder recht stark von der Zeit abhängig, leider allerdings nicht immer voll vorhersagbar. So zum Beispiel die Shell in Rutesheim, direkt an der Ausfahrt. Die ist super zu erreichen, und sie war zu Anfang konkurrenzlos günstig. Verglichen mit den beiden Tankstellen an der B3 gab es oft Unterschiede von fünf bis zehn Cent pro Liter! In letzter Zeit allerdings habe ich den Eindruck, dass sich das stark relativiert hat – die fragliche Station an der Autobahn ist inzwischen sogar eher teuer, meinem Eindruck nach. Neben diesen langfristigen Schwankungen gibt es auch kurzfristigere. So ist es recht konsequent teurer, morgens zu tanken – abends auf der Heimfahrt ist es meistens günstiger, an allen Tankstellen, die ich vorfinde. Außerdem scheint es in der Wochenmitte eher günstig zu sein – und am Sonntag. Aber auch nicht immer. Über den lang- und kurzfristigen Schwankungen des Benzinpreises scheint eine starke Zufallskomponente zu liegen, und viele der Schwingungen sind manchmal stärker, manchmal schwächer ausgeprägt – so kann es sehr gut sein, dass eine Faustregel von früher ein paar Monate später gar nicht mehr wirkt. Im Endeffekt zählt dann doch wieder vor allem die Bequemlichkeit …

Also: Wo tanke ich am besten?

Die Antwort für mich ist dann doch: Wo’s mich am wenigsten Zeit kostet, wo die Leute am freundlichsten sind und wo ich mich nicht über das Verhalten der anderen Fahrer auf der Tankstelle ärgern muss. Sprich: Am besten eine Tankstelle, die gut erreichbar ist, an der klar geregelt ist, in welcher Richtung man sein Auto neben die Tanksäule stellt, an der man nicht lang warten muss und freundliches Personal einen erwartet. Für mich ist das ganz gewiss nicht der Rasthof Pforzheim Ost. Am schönsten ist’s irgendwie immer noch, in Neumalsch oder Rutesheim zu tanken. Immer vorausgesetzt, die ungeduldigen Damen und Herren in Rutesheim versuchen nicht, schneller an eine Säule zu kommen, in dem sie um die Säulen herum fahren und von der Seite des Tankstellengebäudes zwischen die Säulen fahren. Und immer vorausgesetzt, es hat nicht mal wieder ein LKW die halbe B3 zugeparkt, um nicht auf den Tankstellenhof der Tankstelle in Neumalsch fahren zu müssen.

Ich scheine mal wieder sehr subjektive Antworten zu haben …

Vorfeiertagsverkehr

Da ja morgen Feiertag ist, war auf der Autobahn mal wieder kein Halten. Die A8 war zwischen Stuttgart und Karlsruhe auf längerer Strecke verstaut, als sie frei war. Die Flaschenhals-Stockung vor dem zweispurigen Teil bei Pforzheim Ost ging noch vor Pforzheim Süd los. Und da alle nach Hause wollten, alle in den Feiertag wollten, fuhren sie auch, als würde eine Lücke weiter zehn Minuten Heimfahrt sparen – oder mehr. Tatsächlich spart es nichts.

Ich hörte dann von einem Stau, der sich im Bereich der Baustelle zwischen Pforzheim und Karlsbad gebildet hatte – und in so etwas ähnlichem wie weiser Voraussicht und motiviert von einer alternativen Route auf Google Maps fuhr ich in Pforzheim Nord raus. Nach dem ich Königsbach-Stein kennen gelernt habe und der Weg über die Dörfer nur eingeschränkt lustig war, hörte ich aber, dass der Zeitverlust zwischen Pforzheim Süd und Karlsbad in die Größenordnung einer Stunde angewachsen war – und da war ich super-froh, von der Autobahn runter gefahren zu sein. Ab Karlsbad ging dann alles wundervoll flüssig runter nach Karlsruhe und dann nach Hause.

Den langen Stau hatte ein Unfall im Baustellenbereich, auf der linken Seite ausgelöst. Ich unterstelle ganz dreist, dass da mal wieder der Abstand nicht gestimmt hat – das sehe ich so oft. Und da hat niemand was von! Aber scheinbar geht’s schneller, wenn man dicht auffährt. Nun gut. Verstehen muss ich das ja zum Glück nicht!

Dschungel oder was?

Am gestrigen Morgen bin ich wieder einmal meine Ausweichstrecke über Bruchhausen, Ettlingen und Busenbach gefahren. Natürlich vor allem wegen des Staus auf der A5, der sich ja immer schön über die Auffahrt und die B3 fortsetzt. Dabei habe ich allerdings auch etwas feststellen dürfen: Es kann tatsächlich sein, dass ich am Ortsausgang von Bruchhausen letzte Woche eine Geschwindigkeitsübertretung begangen habe und dabei erwischt wurde.

Ich fuhr an dem Tag dort entlang, aus dem Kreisel am Ortsausgang heraus und ging davon aus, dass nach dem Kreisel die 30 im Ort aufgehoben waren, man also bis zum Ortsschild 50, danach 70 fahren dürfe. Als ich allerdings auf’s Gas drückte, hatte ich den Eindruck, von hinten eine Lichthupe zu bekommen. Irritiert sah ich wieder nach vorne und glaubte, entweder einen Blitz oder eine Reflexion auf meiner Brille zu sehen. Der Tacho zeigte 45 – und ich fragte mich, was nun war. Denn bei 50 hätte es sicher nicht geblitzt und der Hintermann, der gerade aus dem Kreisel kam, hätte mich auch sicher nicht mit der Lichthupe vor einer Kontrolle warnen müssen. Inzwischen bin ich etwas schlauer: Ich hatte tatsächlich zwar recht, dass 30 im Ort sind, und natürlich würden die nach einem Kreisel aufgehoben sein. Aber Bruchhausen ist eine Tempo-30-ZONE, zumindest ein Teil davon, und dieser Teil endet erst zwischen Kreisel und Ortsausgang Richtung Ettlingen. Somit muss ich wohl mit einem Brief rechnen – wenn er auch nicht zu drastisch ausfallen wird. Ärgern tut es mich dennoch, vor allem, weil ich es eben einfach übersehen habe, dass es sich um eine Tempo-30-Zone handelte.

Aber deswegen denke ich noch nicht, wir leben im Dschungel. Der Eindruck kam eher, weil ich heute – wieder auf der Ausweichstrecke, nun aber auf der Straße vom Wattkopftunnel Richtung Bad Herrenalb, schön mit den erlaubten 70 hinauffuhr und plötzlich merkte, wie von hinten ein Fahrzeug näher kam. Etwas abgelenkt habe ich erst mit etwas Verzögerung realisiert, dass vor mir die Ampel auf Gelb umsprang. Kein Problem, ich war inzwischen zu nah, noch zu bremsen, und außerdem hielt die Gelbphase noch lang genug, um mich locker durch zu lassen. Nur: Der Hintermann, mit einigem Abstand, fuhr auch noch rüber – und da war’s sicher schon rot. Okay, dachte ich mir, das muss ja nun bewusst geschehen sein – muss er wissen, so lange er niemanden gefährdet. Und dann kam die Ampel, an der ich nach Busenbach abbiege. Besagter anderer Fahrer war im Laufe der Strecke etwas hinter mir zurückgeblieben, und ich war auf die Linksabbiegerspur gefahren und guckte zu, wie eine ganze Reihe Schüler und andere Leute über die Ampel gingen – von links nach rechts, wohl zum Bahnhof auf der rechten Seite der Straße. Die Fußgängerampel war grün, der aus Busenbach heraus links abbiegende Verkehr achtete schön auf die Fußgänger.

Und da quietschte es plötzlich fies. Ich drehte den Kopf und sah zur Seite – und sah meinen Ex-Hintermann, der die vorherige Ampel so großzügig behandelt hatte – der gerade noch zum Stehen kam, mehr als drei Viertel der Länge bereits über die rote Ampel für die Geradeaus-Fahrer geschoben. Es hätte nicht viel gefehlt und er hätte einen für die Fußgänger bremsenden Linksabbieger gerammt – oder wäre in die Fußgänger hinein gefahren. Da dachte ich dann auch: An einer Ampel, wo weit und breit kein Querverkehr und keine Fußgänger zu sehen sind, die gerade erst rot geworden ist – sicher kein Kavaliersdelikt. Aber an einer Ampel, die Fußgänger gerade akut schützt, mit Querverkehr und die gemäß meinem Warten schon eine Weile rot ist – das sieht entweder nach wirklich eklatanter Unaufmerksamkeit oder nach Methode aus. Das hat mich dann doch ziemlich geschockt.

Zieh-Harmonika

Wo ich gestern Wellen gesehen habe, hat etwas mehr Übersicht über den Stau durch gekrümmte Autobahn (eine Senke – ja, ich weiß, umständlich formuliert) mich heute dann eher an eine Zieh-Harmonika denken lassen. Oder an eine Raupe.

Es war also auf der A8, natürlich. Wo auch sonst. Und dort gab und gibt es die Baustelle für den sechsstreifigen Ausbau zwischen Pforzheim West und Karlsbad. Unangenehmerweise gab es zunächst mal einen sehr fiesen Flaschenhals am Beginn der Baustelle – es ging zeitweise gar nichts. Doch dann ging es in die Baustelle, wo man nun herrlich hinunterfahren kann – mit nunmehr 80. Denn mindestens die beiden Baustellenfahrbahnen Richtung Karlsruhe verlaufen inzwischen zwischen Pforzheim West und Nöttingen weitgehend auf dem Asphalt, der die künftigen drei Fahrbahnen Richtung Karlsruhe bildet.

Die Strecke ist abschüssig und ganz unten liegt eine Senke, danach geht es wieder hoch. Aber statt einer waschechten Senkenstockung war heute zu sehen, dass immer wieder durch einen, der bremste, sich eine Welle ausbildete. Diese Wellen liefen, wie im gestrigen Beitrag beschrieben, nett der Fahrtrichtung entgegen durch den Verkehr. Es war fast hübsch anzusehen, wie in einem Kreislauf aus Anrollen, Abstand gewinnen, schneller werden, Abstand zu klein und wieder bremsen bis zum Stillstand Wellen des Vorankommens und des Stillstandes wie das Vorwärtsschieben einer Raupe oder eine Zieh-Harmonika zu sehen waren. Genau diese Wellen oder auch in Raum und Zeit sich bewegenden Verdichtungen und Verdünnungen des Verkehrs, wie man sie bei den Wikipedia-Artikeln zu „Stau aus dem Nichts“ vorfindet, waren in Reinkultur zu sehen. Als Physikerin war mir das Modell schon verdächtig genau und demonstrativ realisiert – ist in etwa so wie wenn man vor dem kosmischen Mikrowellenhintergrund steht und sagt: „Das kann doch gar nicht so sein, dass das so ein perfekter schwarzer Strahler ist und alles so perfekt isotrop ist!“. Da fängt man dann fast instinktiv an, nach Mustern in der Regelmäßigkeit zu suchen.

Zum Thema passend habe ich heute genau meine Mustererkennung am Foto einer Künstlerin auf DeviantArt, deren Bilder ich sehr schätze, wetzen dürfen:

http://luca-m.deviantart.com/art/Sonwik-I-456537416

Ungefähr so, wie man hier die Farben und das Auto in der Einfahrt sucht, war es heute auch bei mir bei den all zu regelmäßig kommenden Wellen von Stockung in der Baustelle.

Wellen

Heute war es mal wieder so weit:

Ich konnte etwas, das ich mir ganz schnöde über Wikipedia über Verkehrstheorie angeeignet habe, live und in Action begutachten: Die „Stau aus dem Nichts“-Strukturen, mit sich gegen die Verkehrsflussrichtung ausbreitenden und verstärkenden Stauungen. Das war zwar super-nervig, aber eben auch unheimlich interessant.

In der Baustelle zwischen Pforzheim West und Pforzheim Ost, bei von drei auf zwei Spuren verengtem Verkehr mit recht hoher Dichte war es unverkennbar: Die Abstände wurden geringer, und dann bremste irgendwo jemand nur ganz leicht. Die Bremsmanöver der Hinterleute wurden durch zu geringen Abstand immer stärker und schon stockte es. Dann begann der Verkehr langsam wieder zu fließen, weil durch das verzögerte Losfahren des stehenden Verkehrs die Abstände groß genug wurden. Der Verkehr wurde wieder schneller und die Abstände auch absolut, nicht nur in Relation zur Geschwindigkeit wieder kleiner – und prompt verstärkten sich Störungen wieder.

Wie gesagt: Supernervig. Aber auch superinteressant.

Ich glaube, ich muss mir mal ein Buch über Verkehrsmodellierung kaufen!

Anbruch einer neuen Kategorie

Tja, eigentlich schreibe ich in diesem Blog ja über die Pendelei. Aber ich bewege mich nicht nur mit dem Auto durch die Gegend – sondern auch zu Fuß. Und da das im Moment einen recht großen Anteil meines Lebens einnimmt und einen hohen Stellenwert hat, habe ich hier die Kategorie „Laufendes“ eingerichtet – und genau darum geht es. Um laufende Fortbewegung. Auf zwei Füßen. Eher etwas flotter als Gehen.

Hierzu ein paar kleine Infos über mein Laufen: Ich bin während meiner Doktorarbeit wegen Kopfschmerzen und gegen den Stress das erste Mal wirklich gelaufen. Damals bin ich recht lange sehr konsequent dran geblieben und war auch nicht so ganz schlecht. Mit dem neuen Job und der langen Pendelstrecke war es erst sehr schwierig, das Laufen im Alltag unter zu bringen. Aber ob es Erfahrung, bessere Organisation oder einfach Glück ist, zur Zeit funktioniert das wieder. Ich laufe also schon seit ca. acht Jahren und hatte keine Unterbrechung von mehr als einem Dreivierteljahr drinnen. Wettkämpfe bin ich bisher nur wenige gelaufen: Für meinen Doktor-Arbeits-Geber KIT auf dem B2RUN in Karlsruhe, das müsste 2009 gewesen sein, und für meinen jetzigen Arbeitgeber 2013 beim DEE-Firmenlauf in Stuttgart. Diese Saison ist geplant beim Campus-Lauf der Uni Stuttgart mit zu machen – und am Horizont (und im Trainingseifer und den Trainingsstrecken) zeichnet sich die Absicht ab, im September Halbmarathon beim Fiducia-Marathon zu laufen. Ob’s klappt – man wird sehen.

Jedenfalls war ich eben wieder mal gut achteinhalb Kilometer unterwegs, zu Anfang eher langsam, aber dann wurde es schneller. Schließlich bin ich bei einem Durchschnittstempo von 5:57/km raus gekommen. Für mich ist das sogar ziemlich gut.

Morgen soll es dann nochmal auf eine lange Strecke gehen – vermutlich so um die 21km, im Hinblick auf das Ziel für Herbst!