Von Fahrer zu Fahrer …

… sei hier an den Lenker des Fahrzeuges generischer Farbe mit generischem Nummernschild gesagt, der heute auf dem Weg nach Hause vor mir ausscherte und von mir angehupt wurde: Es war nicht so gemeint. Es war im Affekt. Ich habe anschließend gemerkt, dass Sie anständig, vorausschauend und verkehrsflussfördernd fahren, mein Hupen also ein Missverständnis darstellte.

Aber von vorn: Es begab sich also zu der Zeit, da auf der Autobahn 8 von Stuttgart nach Karlsruhe der späte Mittwochfeierabendverkehr floss und strömte.  Und dann durch eine unvorhergesehene Engstelle – nur ein Fahrstreifen von zwei frei – zusätzlich zur normalen Verengung von drei auf zwei Fahrstreifen aufgestaut wurde. Also rollte ich mit Abstand auf der mittleren Spur schön geschmeidig dem stockenden Verkehr hinterher, versuchte, meine Kupplung zu schonen und meine Nerven, also nicht auf Stillstand zu bremsen. Das Ganze im Rückstau – wo es noch sechsstreifig ist, mit drei Fahrstreifen pro Richtung. Sehr nette Sache, aber es kam, wie es kommen musste: Als es mal auf der mittleren Spur etwas schneller ging als auf der rechten, gab rechts von mir die oben angesprochene Person Gas und scherte vor mir ein, rollte dem Vordermann hinterher, da war dann natürlich nicht genug Abstand – und schwuppdiwupp stand das Auto vor mir, während mein vorheriger Vordermann und nun Vorvordermann geschmeidig weiter rollte. Vielleicht lag’s an meinem etwas unentspannten Tag, aber ich war davon genervt – Lücke zu machen, dicht auffahren und dann auch noch die durch Lücke den Verkehr langsam fließen lassende Hinterfrau ausbremsen – also hupte ich.

Und genau das tut mir inzwischen leid. Denn über fast sechs Kilometer Stau und Stockung hat besagte Person vor mir genau das getan, in dem ich mich behindert fühlte durch oben genannte Aktion. Ich brauchte nur (wer kennt das Zitat) schön leise hinterherzuckeln. Und genau deswegen schreibe ich das hier, auch wenn die betreffende Person wahrscheinlich nicht hier mitliest und sich nach einem kurzen Denken einer mich betreffenden Verwünschung à la „Blöde Kuh, Hupe geschenkt bekommen, oder was?“ von mir abgewandt hat.

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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