Der Phantom-Stau

Heute war es mal nur der schon fast übliche Wahnsinn – chaotisches Einfädeln mit etwas Rückstau an der noch bestehenden Restbaustelle zwischen dem Karlsruher Dreieck und Karlsbad, erneut chaotisches Einfädeln mit etwas Rückstau am Beginn der Baustelle zwischen Karlsbad und Pforzheim West … aber nichts Größeres, im Endeffekt sogar nur gut eine Stunde unterwegs auf dem Hinweg … aber …

Es gab einen Phantom-Stau!

Wie es mir schon fast zum Reflex geworden ist, rief ich im Rückstau vom Einfädeln in der Steigung hoch nach Karlsbad meine Stau-App auf. Die A8 tauchte dreimal auf – zweimal betraf mich nicht, aber dann waren da 13 Kilometer – ganze 13 Kilometer! gemeldet, und zwar zwischen Karlsbad und Pforzheim West. Mir graute schon – die Strecke zwischen den beiden Anschlussstellen ist kaum viel länger als besagte 13 Kilometer! Und Alternativen – B10 Fahren, wenn auf der A8 Stau ist, das ist kein Spaß, und über die Dörfer auf der anderen Seite ist auch von Kreiselrückstau zu Kreiselrückstau ein bisschen fahren, und dann wieder stehen … ich dachte mir schon: Oh herrjemine! Meinen Termin um 9:00 auf der Arbeit kann ich gleich vergessen, obwohl ich um 7:20 los gefahren war … 

Aber dann erreichte ich die Anschlusstelle Karlsbad, und nach dem Einfädelstau lief’s mit sechzig bis siebzig Sachen weiter. Nach dem obligatorischen Blick in die Baugrube runter – Haben sie endlich Asphalt drüber gezogen? Darf ich bald die weniger steigungsbehaftete Route fahren und sie fangen mit dem Bau der anderen Spur an? – war immer noch kein Stau. Oh, ist vielleicht im wieder dreispurigen Teil kurz vor Pforzheim West was passiert? So dachte ich und rollte mit lässigen Achtzig weiter, bis wieder auf Sechzig begrenzt wurde, aber auch hier ging es einfach weiter. Klar, in der Senke stockte es wieder – es ist ja auch niemandem zuzumuten, durch eine Senke mit halbwegs gleich bleibender Geschwindigkeit durchzufahren oder gar rechtzeitig zu schalten – aber Stau? Nein. Wo sollten also die 13 Kilometer sein? Tja. Ich habe besagte 13 Kilometer auf meiner gesamten Fahrt durch die Baustelle nicht gefunden und auch danach nicht. Ein nicht dramatisch langer Stau auf der anderen Seite war da, aber die A8 lief – so wie sie meistens läuft: Ein bisschen zäh, ein bisschen bestimmt durch irgendwelche netten Leute, die nach dem Motto „Jeder Abstand wird rücksichtslos zugefahren!“ immer mal wieder einen halben Meter vor dem Vordermann merken, dass der Vordermann steht – und den ganzen Verkehr mit ihrer Vollbremsung aufhalten … aber 13 Kilometer Stau? Nein – zum Glück!

Begeistert über den Phantomcharakter des Staus hatte ich noch einmal Sorge, weil am Leonberger Dreieck Polizei mit Blaulicht in den Verkehr einfädelte, aber auch hier: Keine Einschränkungen, die über das Übliche hinausgingen.

Auch die Rückfahrt war im Verhältnis ein Genuss, alles lief gut, und nichtmal die übliche Ignoranz des LKW-Überholverbots auf der Steige vom Enztal bei Pforzheim Ost hinauf nach Pforzheim Nord trat heute ein.

Und zuhause erwartete mich bereits – gar kein Phantom! – meine neue Maoci-Matcha-Schale, die ich heute Abend gleich ausprobieren werde!

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Über Talianna

Physikerin, Pendlerin, Läuferin, phantasievolle Geschichtenerzählerin inzwischen mit Durchhaltefähigkeit für ein ganzes Buch ... und gelegentlich einfach zu abgelenkte Person.
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